Steuertipp für Arbeitnehmer So bekommen Sie steuerfreie Extras vom Chef

Es muss nicht immer die Gehaltserhöhung sein, auch mit steuerbegünstigten Sachleistungen können Arbeitgeber ihre Mitarbeiter für gute Leistungen belohnen.
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Das kann nicht nur mit einer Gehaltserhöhung, sondern auch mit Extras wie einem Smartphone gelingen. Quelle: dpa
Die Mitarbeiter etwas glücklicher machen?

Das kann nicht nur mit einer Gehaltserhöhung, sondern auch mit Extras wie einem Smartphone gelingen.

(Foto: dpa)

MünsterSo mancher Chef belohnt oder motiviert seine Angestellten nicht in Euro und Cent, sondern mit Sachleistungen. Das hat Vorteile, denn viele der sogenannten Sachbezüge sind steuerlich begünstigt oder sogar gänzlich steuerfrei. Ein Sachbezug liegt vor:

So darf der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter beispielsweise Handy und PC, Tablets oder Software-Zubehör steuer- und sozialversicherungsfrei zur Verfügung stellen. Das Gerät muss aber Eigentum des Arbeitgebers bleiben. Steuerpflichtig wird die Elektronik erst dann, wenn dem Angestellten die Geräte überlassen werden – allerdings können Arbeitgeber dies pauschal abgelten. Außerdem ist ein steuerfreier Zuschuss zu den Internetkosten erlaubt. Das Finanzamt akzeptiert einen monatlichen Betrag bis zu 50 Euro. Für den Mitarbeiter ist der Betrag steuer- und sozialversicherungsfrei, der Arbeitgeber kann die Summe pauschal versteuern.

Der Steuervorteil fällt weg, wenn der Arbeitnehmer anstelle des Sachbezugs den Anspruch hat, dass ihm der Barlohn ausgezahlt wird. Das bedeutet in der Regel, dass die Leistungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gewährt werden müssen – und nicht stattdessen. Auch tarifliche Ansprüche dürfen nicht in Sachbezüge umgewandelt werden.

Manche Sachleistungen können steuerfrei sein

Das Finanzgericht Münster entschied nun, dass bestimmte Sachleistungen trotz vorausgegangener Lohnherabsetzung steuerbegünstigt beziehungsweise steuerfrei sein können (Az. 6 K 2446/15 L). Im zugrundeliegenden Fall ging es darum, dass ein Unternehmen mit seinen Angestellten ergänzende Vereinbarungen zu den jeweiligen Arbeitsverträgen schloss. Inhalt dieser Vereinbarungen war ein Bündel von Gehaltsextras.

So stellte der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern Handys und übernahm sämtliche laufende Kosten. Außerdem zahlte er einen Arbeitgeberzuschuss für Internetkosten und Kinderbetreuung und übernahm die Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und Firma. Im Gegenzug verzichteten die Arbeitnehmer auf einen bestimmten Betrag ihres Gehalts.

Nach Ansicht des Finanzamts gewährte das Unternehmen die Sachbezüge nicht zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn. Vielmehr liege eine steuerschädliche Gehaltsumwandlung vor. Das Finanzgericht dagegen gab der Klage des Arbeitgebers im Großen und Ganzen statt. Demnach konnten die Steuervergünstigungen beansprucht werden, weil die Arbeitnehmer zum Zeitpunkt der Zahlung keinen verbindlichen Rechtsanspruch auf die gezahlten Zuschüsse hatten. Dies habe sich bereits aus dem Wortlaut der Vereinbarung ergeben. Dass der Arbeitgeber vorher den Lohn gekürzt hatte, ließ das Finanzgericht außen vor.

Die Richter waren der Ansicht, dass die Finanzverwaltung die Situation nicht nach Gesamtplangrundsätzen beurteilen könne. Demnach seien Zuschusszahlungen, denen Lohnherabsetzungen vorausgehen, nicht als einheitliches Vorgehen zu betrachten. Das Finanzgericht ließ die Revision gegen das Urteil zu, beim Bundesfinanzhof ist das entsprechende Verfahren bereits anhängig (Az. VI R 40/17).

Praxistipp:

Anders als das Finanzgericht Münster ging das Finanzgericht Rheinland-Pfalz in einem ähnlich gelagerten Fall von einer steuerschädlichen Gehaltsumwandlung aus (Az. 2 K 1180/16). Demzufolge wird die Sachleistung nicht zusätzlich gewährt, wenn ein Arbeitnehmer auf Teile seines bisherigen Gehalts verzichtet und stattdessen Erholungsbeihilfen und Zuschüsse zu Fahrtkosten und Internetanschluss erhält. Gegen dieses Urteil ist die Revision beim Bundesfinanzhof ebenfalls bereits anhängig (Az. beim BFH VI R 21/17).

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