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Steuertipp So werden Sonderausgaben bei einer Einzelveranlagung berechnet

Möchte ein Ehepaar voneinander getrennte Steuererklärungen abgeben, wird auch ihr Anspruch auf Abzug von Sonderausgaben geteilt.
28.07.2020 - 12:39 Uhr Kommentieren
Eine Ehe kann für viele Paare ein Steuersparmodell sein. Quelle: dpa
Steuererklärung

Eine Ehe kann für viele Paare ein Steuersparmodell sein.

(Foto: dpa)

München Hinter der Entscheidung für die Ehe oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft stehen nicht immer ausschließlich romantische Motive. So manches Paar erhofft sich mit dem Jawort auch ein Steuersparmodell. Schließlich bietet das Ehegattensplitting mit der gemeinsamen Veranlagung zur Einkommensteuer in vielen Fällen steuerliche Vorteile.

Dennoch lohnt auch hier ein zweiter Blick. Denn in besonderen Konstellationen kann die Einzelveranlagung die bessere Wahl sein. Werden dann noch die Sonderausgaben auf Antrag zur Hälfte auf beide Partner aufgeteilt, kommt es auf den Rechenweg an, damit beide Partner optimal profitieren.

Wie stark die Berechnung die Steuerlast beeinflussen kann, erlebte ein Ehepaar, über dessen Fall zuletzt der Bundesfinanzhof entschieden hat (Az: III R 11/18). Bei den Eheleuten hatte das zuständige Finanzamt zuerst die Günstigerprüfung durchgeführt. Dazu hatte die Behörde die vom jeweiligen Partner getragenen Vorsorgeaufwendungen angesetzt und erst im nächsten Schritt die Abzugsbeträge ermittelt und hälftig aufgeteilt.

Diesen Rechenweg bemängelte die Ehefrau und verlangte, dass zunächst die Aufwendungen addiert und beiden Partnern zur Hälfte zugerechnet werden. Erst danach wäre die Günstigerprüfung für jeden Ehegatten getrennt durchzuführen. Dieser Form der Berechnung stimmte auch das Finanzgericht Baden-Württemberg in seiner Entscheidung zu. Bestätigt wurde die Entscheidung in der anschließenden Revision vom Bundesfinanzhof.

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    Anders als das zuständige Finanzamt bezogen sich die obersten Finanzrichter auf die vom Gesetzgeber gewollte Steuervereinfachung. Sie wiesen darauf hin, dass eine erleichterte Berechnung nur dann möglich wird, wenn die Aufwendungen im ersten Schritt hälftig auf die Ehegatten aufgeteilt werden. Schließlich entfällt dadurch die andernfalls nötige Prüfung, wie hoch die jeweilige wirtschaftliche Belastung für die Partner ausfällt.

    Einen Bezugspunkt für diese Einschätzung bildet auch das Vorgehen bei außergewöhnlichen Belastungen und Steuerermäßigungen. In beiden Fällen werden die geleisteten Aufwendungen zur Hälfte auf die Ehepartner aufgeteilt. Der Bundesfinanzhof wies an dieser Stelle darauf hin, dass der Rechenweg nicht dem Prinzip der Individualbesteuerung entgegenstehe, da das Gesetz hier ausdrücklich eine Ausnahme vorsehe.

    Praxistipp:

    Die Zusammenveranlagung bringt vor allem dann steuerliche Vergünstigungen, wenn Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner sehr unterschiedlich hohe Einkünfte haben. Anders sieht es aus, wenn einer der Partner Arbeitslosen- oder Elterngeld bezieht. Denn die Lohnersatzleistung ist zwar steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Auf diese Weise erhöht sie bei gemeinsamer Veranlagung den Steuersatz der zu versteuernden Einkünfte und führt zu einer höheren Steuer. Ähnlich sieht es aus, wenn ein Partner eine Abfindung erhalten hat, deren günstigere Fünftel-Besteuerung sich nur bei Einzelveranlagung auswirken kann.

    Deutlich höhere außergewöhnliche Belastungen bei einem Ehe- oder Lebenspartner können ebenfalls ein Grund für die Wahl der getrennten Besteuerung sein. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Krankheitskosten bei einem der beiden die Höhe der zumutbaren Belastung übersteigen und sich dadurch für ihn bei der Einkommensteuer auswirken. Auch wenn ein Partner im Steuerjahr Verluste verzeichnet, bietet sich die Einzelveranlagung an. So werden die Negativbeträge nicht mit den Einkünften des anderen verrechnet und können auf ein anderes Jahr übertragen werden.

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    Mehr: Lesen Sie alles Weitere zum Thema Steuererklärung in unserem 41-seitigen Ratgeber-Dossier – mit Tipps für Arbeitnehmer, für Familien, Studenten, Immobilienbesitzer, Anleger und Rentner.

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