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Steuertipp: Stille Beteiligung Bei diesem Steuersparmodell haben Selbstständige das Nachsehen

Ein Zahnarzt will die minderjährigen Kinder an der eigenen Praxis beteiligen. Der Steuerersparnis erteilte das Finanzgericht eine Absage.
16.12.2019 - 08:46 Uhr Kommentieren
Bei diesem Steuersparmodell haben Selbstständige das Nachsehen Quelle: dpa
Zahnartzpraxis

Ein Zahnarzt wollte mit stillen Beteiligungen seiner Kinder Steuern sparen, doch das Finanzgericht erteilte dem eine Absage.

(Foto: dpa)

München Zum Jahresende sind viele Menschen damit beschäftigt, schnell noch möglichst hohe Beträge an Steuern zu sparen. Dafür werden in letzter Minute Investitionen getätigt, Rechnungen vorausbezahlt, Arbeitsmittel beschafft oder Reparaturen an Mietobjekten vorgezogen. Insbesondere Gutverdiener gehen solche Aufgaben dagegen oft langfristig und strategisch an – doch nicht immer geht das gut.

Ein Zahnarzt mit eigener Praxis verfolgte offenbar genau einen solchen strategischen Steuersparplan. Daher schloss er mit jedem seiner drei Kindern im Alter von 13, 11 und 8 Jahren einen notariellen Vertrag. Darin räumte er ihnen jeweils eine typische stille Beteiligung an seiner Zahnarztpraxis in Höhe von 50.000 Euro ein und stellte ihnen die damit verbundenen Einlagen in Höhe von 7500 Euro in Form einer Schenkung zur Verfügung. Diesen vertraglichen Regelungen stimmte das zuständige Amtsgericht als Vormundschaftsgericht zu.

An Gewinnen und Verlusten sollten die stillen Gesellschafter zu jeweils zehn Prozent beteiligt sein. Als Obergrenze für die Gewinnbeteiligung wurde allerdings eine Summe in Höhe von 15 Prozent der Einlage festgelegt. Im Fall von Verlusten sollte sich die Beteiligung der Kinder auf die Höhe der Einlage beschränken. Die tatsächlich ausgezahlten Gewinne von zunächst insgesamt 22.500 Euro machte der Vater schließlich als Betriebsausgabe geltend. Sein Finanzamt erkannte dies jedoch nicht an.

Auf die betriebliche Veranlassung kommt es an

Gegen die negative Entscheidung klagte der Zahnarzt vor dem Finanzgericht München. Auch dort hatte er jedoch keinen Erfolg. Denn das Gericht sah den eigentlichen Zweck einer stillen Beteiligung als nicht erfüllt an. Normalerweise soll dieser darin bestehen, dass einem Betrieb zusätzliche Wirtschaftsgüter zufließen. Die Zahnarztpraxis hatte dagegen die finanziellen Mittel aus der Einlage nur rein formal erhalten, da sie im Grunde aus dem Vermögen des Vaters eingebracht wurden.

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    Auch der Wunsch, die Kinder auf eine mögliche berufliche Nachfolge in der Praxis vorzubereiten, sah das Finanzgericht München nicht als betriebliche Veranlassung. Denn eine mögliche Mitarbeit war aufgrund ihres geringen Alters nicht nur unmöglich, sondern sogar verboten. Auch in den Gesellschafterverträgen war eine solche Tätigkeit nicht vorgesehen.

    Entsprechend bewertete das Gericht die stille Beteiligung als vor allem privat motiviert. Den Hauptgrund für die Einbindung der Kinder als stille Gesellschafter erkannte es im Wunsch des Zahnarztes, Steuern zu sparen.

    Das Finanzgericht wies in der Begründung seines Urteils allerdings darauf hin, dass eine Gestaltung wie im vorliegenden Fall noch nicht abschließend vor dem Bundesfinanzhof (BFH) geklärt wurde. Dabei bezog es sich vor allem auf die in Form einer Schenkung zugeflossene Einlage. Revision wurde daher zugelassen (Az: 6 K 756/18).

    Praxistipp:

    Tatsächlich kann es viele gute Gründe geben, bereits minderjährige Kinder an einer Praxis oder einem Unternehmen ihrer Eltern zu beteiligen. Um die angestrebten Ziele aber auch wirklich erreichen zu können, kommt es auf die richtige Gestaltung an. Wichtig zu wissen ist außerdem, dass Kinder nur dann ohne Vertretung geschäftlich aktiv werden dürfen, wenn die Geschäfte ausschließlich vorteilhaft für sie sind.

    Das ist bei einer Unternehmensbeteiligung jedoch meist nicht anzunehmen. Familien, die entsprechende Schritte planen, sollten sich daher in jedem Fall ausführlich von Spezialisten beraten lassen. Nur dadurch werden sich die Fallstricke bei einer Beteiligung gut umgehen lassen.

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