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Steuertipp Wann die Grunderwerbsteuer noch sinken kann

Sinkt der Kaufpreis eines Grundstücks nachträglich, wird die ursprünglich fällige Steuerlast nicht automatisch gemindert. Welche Bedingungen dafür erfüllt sein müssen.
15.12.2020 - 14:06 Uhr Kommentieren
Manchmal wird der Kaufpreis im Nachhinein reduziert, dann könnte auch das Finanzamt die Steuern neu berechnen. Quelle: dpa
Hauskauf

Manchmal wird der Kaufpreis im Nachhinein reduziert, dann könnte auch das Finanzamt die Steuern neu berechnen.

(Foto: dpa)

Berlin Schon lange gilt: Wer bauen will, braucht ein gutes finanzielles Polster. Immerhin klettern die Grundstückspreise seit vielen Jahren auf immer neue Höchststände. Hinzu kommen meist noch beträchtliche Nebenkosten, zu denen auch die Grunderwerbsteuer zählt.

Da scheint es nur allzu verständlich, wenn Käufer ihre Aufwendungen so niedrig wie möglich halten wollen und auch nachträglich nach einer Reduzierung streben. Neu gewonnene Erkenntnisse nach dem Kauf können schließlich gute Gründe für eine Nachverhandlung liefern.

Haben Käufer im Nachhinein Erfolg im Gespräch mit dem Verkäufer und erhalten einen Teil des gezahlten Kaufpreises zurück, folgt daraus jedoch nicht zwingend auch eine Erstattung der davon abhängigen Nebenkosten. Diese Erfahrung musste ein Grundstückskäufer machen, über dessen Fall der Bundesfinanzhof entschieden hat (Az.: II R 15/18).

Zwei Jahre nach dem Kauf von umfangreichem Grundvermögen war es in einem Vergleich mit dem Verkäufer zu einer Minderung des Kaufpreises gekommen. Weitere drei Jahre später reichte er bei seinem zuständigen Finanzamt einen Änderungsantrag ein. Darin verlangte er, die Grunderwerbsteuer entsprechend anzupassen und herabzusetzen.

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    Das Finanzamt erkannte in dem Vorgang jedoch kein rückwirkendes Ereignis gemäß den steuerlichen Vorschriften. Auch eine Änderung lehnte die Behörde ab. Denn der Vergleich zur Minderung des Kaufpreises erfolgte zwar im zulässigen Zeitrahmen von zwei Jahren. Allerdings hatte der Käufer seinen Änderungsantrag erst nach Ablauf der Festsetzungsfrist von vier Jahren eingereicht.

    Kaufpreisminderung ist nicht immer ein rückwirkendes Ereignis

    Dennoch klagte er gegen die Entscheidung des Finanzamts vor dem Finanzgericht München. Die Richter sahen in dem geschlossenen Vergleich jedoch ebenfalls kein Ereignis, das die Voraussetzungen für eine nachträgliche Minderung der Steuer erfüllen würde, und wiesen die Klage ab.

    Denn in die gesamten Berechnungen der vom Käufer zu zahlenden Summe waren auch Nebenabsprachen mit eingeflossen, darunter die Übernahme der Grunderwerbsteuer aus einem Vorerwerbvertrag. Vereinfacht: Die Steuer ist nur auf einen Teil des Kaufpreises angefallen, die nachträgliche Preisminimierung könnte auch eine Reduzierung der Nebenabsprachen gewesen sein.

    Steuerlich kann sich eine Tatsache nur dann rückwirkend auswirken, wenn sich der grundlegende Sachverhalt ändert, nach dem das Finanzamt die Steuern festsetzt. Vor diesem Hintergrund kam der Bundesfinanzhof, wie bereits die Vorinstanz, zu dem Schluss, dass eine rückwirkende Änderung im vorliegenden Fall nicht möglich ist. Hinzu kommt, dass auch die Festsetzungsfrist durch den mit Verzögerung eingereichten Antrag bereits abgelaufen war.

    Praxistipp: Wann ein Steuerbescheid nachträglich geändert werden kann

    Grundsätzlich lässt sich ein Steuerbescheid ändern, solange er noch nicht bestandskräftig ist. Das bedeutet, innerhalb von vier Wochen nach Erhalt kann der Steuerpflichtige bei seinem Finanzamt Einspruch einlegen und steuerlich relevante Angaben nachreichen oder aufgetretene Fehler korrigieren. Die Frist gilt bei der Grunderwerbsteuer genauso wie zum Beispiel bei der Einkommensteuer.

    Ist der Steuerbescheid bestandskräftig, kann das Finanzamt ihn innerhalb der vierjährigen Festsetzungsfrist bei begründeten Ereignissen ändern. Bei der Grunderwerbsteuer beginnt diese Frist zum Ende des Kalenderjahres, in dem Gerichte, Behörden oder ein Notar den Vorgang auf dem amtlichen Formular anzeigen.

    Ist dieser Steuertipp interessant für Sie? Weitere Beiträge finden Sie bei unserem Kooperationspartner Haufe.de.

    Mehr: Beim Verkauf einer Immobilie gilt eigentlich eine Spekulationsfrist von zehn Jahren. Doch in manchen Fällen fallen schon vorher keine Steuern an.

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