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Steuertipp Warum Erben nicht von früheren Verlusten aus Vermietung profitieren

Verzeichnet ein Vermieter negative Einkünfte aus einer Immobilie, kann er die Verluste in die Folgejahre vortragen. Erben gehen aber leer aus.
03.08.2020 - 19:13 Uhr Kommentieren
Verluste aus einer vermieteten Immobilie sind nicht ohne Weiteres vererbbar. Quelle: dpa
Mietwohnung

Verluste aus einer vermieteten Immobilie sind nicht ohne Weiteres vererbbar.

(Foto: dpa)

München Nicht jeder Nachlass führt für die Erben zu einem finanziellen Vorteil. Dies gilt unter anderem dann, wenn Schulden vorhanden sind oder zusätzliche Kosten auf die Nachfahren zukommen. Durch eine falsche Einschätzung der Rechtslage zeigen sich die Nachteile oft erst spät.

Diese Erfahrung machte ein Sohn mit seinem ererbten Mietshaus in der Schweiz. Aus der Vermietung des Hauses hatte sein Vater vier Jahre lang negative Einkünfte erzielt. Bis zu seinem Tod minderten diese Verluste die danach erzielten Gewinne aus dem Objekt. Als er starb, belief sich der noch nicht ausgeglichene Betrag auf 202.000 Euro. Diese Summe wollte schließlich der Sohn als Erbe und Rechtsnachfolger seines Vaters mit den selbst aus der Vermietung des Hauses erzielten Gewinnen verrechnen. Seinen Antrag lehnte das zuständige Finanzamt jedoch ab.

Gegen die Entscheidung der Behörde wehrte sich der Sohn vor dem Finanzgericht Düsseldorf. Die Richter dort teilten seine Einschätzung und gaben der Klage statt. Dies begründeten sie damit, dass die zuvor entstandenen negativen Einkünfte mit dem späteren Abzug verklammert seien. Demnach könnten sie auf den Erben übergehen. Anders sah dies im Anschluss der Bundesfinanzhof (Az: I R 23/17). Nach dessen Auffassung waren die nicht verbrauchten Verluste aus der Vermietung des Hauses nicht im Rahmen der Erbfolge auf den Sohn übergegangen.

Grundsätzlich tritt ein Erbe zwar als Gesamtrechtsnachfolger an die Stelle des Verstorbenen. Ausnahmen ergeben sich aber bei Aspekten, die direkt mit der Person des Erblassers verknüpft sind. Zu beurteilen sind die infrage kommenden Positionen mithilfe des Einkommensteuergesetzes. Mit Blick auf den Verlustabzug kam der Bundesfinanzhof dabei zu dem Schluss, dass dieser nicht auf den Erben übergehen konnte. Grund dafür sei, dass die negativen Einkünfte nur die Leistungsfähigkeit des verstorbenen Vaters, nicht jedoch die des Sohnes minderten.

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    Anders läge der Fall, wenn der Erbe und der Erblasser beide gleichermaßen einen Anteil an der Entstehung künftiger Einkünfte hätten. Dann könnte es zur nötigen Verklammerung von Besteuerungsmerkmalen kommen. Erst damit wäre dann die Voraussetzung erfüllt, dass der Sohn steuerrechtlich die Position des Vaters vollständig übernehmen könnte.

    Praxistipp:

    Steuerpflichtige, bei denen ein negativer Gesamtbetrag der Einkünfte entstanden ist, können diesen im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Verrechnen können sie den Verlust in einem ersten Schritt mit Einkünften aus derselben Einkunftsart. Sind danach noch negative Einkünfte offen, folgt der Ausgleich mit Einkünften aus anderen Einkunftsarten. Ausnahmen, bei denen dieser sogenannte vertikale Verlustausgleich nicht möglich ist, sind gesetzlich geregelt.

    Im nächsten Schritt wird ein möglicher darüberhinausgehender Verlustbetrag mit den positiven Einkünften des Vorjahres verrechnet. Bleibt auch danach ein Rest offen, wird dieser in das Folgejahr vorgetragen. Möglich ist ein Verlustrücktrag bis zu einem Betrag von einer Million Euro bei Einzelveranlagung. In das folgende Jahr können 60 Prozent der verbleibenden Summe vorgetragen werden.

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