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Steuertipp zu Sonderausgaben So senkt die Unterstützung des Kindes die Steuerlast

Zahlen Eltern die Kranken- und Pflegeversicherung ihres Kindes, kann das ihre Steuerlast senken – aber nur unter diesen Bedingungen.
03.12.2018 - 11:37 Uhr 1 Kommentar
Viele Unternehmen suchen qualifizierte Auszubildende, doch das erste Gehalt ist oft niedrig. Quelle: dpa
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Viele Unternehmen suchen qualifizierte Auszubildende, doch das erste Gehalt ist oft niedrig.

(Foto: dpa)

München Wer eine Berufsausbildung beginnt, muss sich in vielen Jobs erst einmal mit einer niedrigen Vergütung zufriedengeben. Für Eltern ist es da oftmals selbstverständlich, ihre Kinder zu unterstützen. So mancher trägt dann für den Nachwuchs die Kosten für Versicherungen. Dabei stellt sich jedoch die Frage: Wie sind diese Ausgaben steuerlich zu bewerten?

Sonderausgaben – beim Kind oder bei den Eltern

Geht es um die Kranken- und Pflegeversicherung, kommt noch eine Besonderheit hinzu: Anders als bei privaten Versicherungen überweist der Arbeitgeber die Beiträge hierfür üblicherweise direkt an die Krankenkasse des Kindes. Entsprechend reduziert sich die ausgezahlte Ausbildungsvergütung um diesen Versicherungsbeitrag. Reicht das Kind nun nach Ablauf des Jahres selbst eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt ein, macht es diese Aufwendungen dort als Sonderausgaben geltend. Allerdings werden sich diese aufgrund des geringen Verdienstes in der Ausbildung nur selten auswirken.

So war es auch bei einem aktuellen Fall, über den der Bundesfinanzhof (BFH) zuletzt entschieden hat. Nachdem sich die Sonderausgaben bei dem Auszubildenden nicht ausgewirkt hatten, machten dessen Eltern die Beiträge in ihrer eigenen Einkommensteuererklärung geltend. Dabei verwiesen sie darauf, dass sie ihr Kind, das noch in ihrem Haushalt lebte, mit Naturalunterhalt unterstützt hatten. Genau dies war jedoch der Grund, warum die Eltern mit ihrem Bestreben scheiterten. Begründet hat der BFH seine Entscheidung damit, dass es am konkreten Geldfluss fehlte.

Welche Voraussetzungen für den Sonderausgabenabzug erfüllt sein müssen

Damit Eltern Aufwendungen für die Kranken- und Pflegeversicherung ihrer Kinder in Ausbildung geltend machen können, müssen sie zwei Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen unterhaltspflichtig sein und tatsächlich wirtschaftlich durch die Ausgaben belastet sein.

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    Bei volljährigen Kindern geht das Gesetz grundsätzlich davon aus, dass sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können. Leben sie jedoch noch im Haushalt der Eltern, sind unverheiratet, Schüler und noch keine 21 Jahre alt, werden sie Minderjährigen gleichgestellt. Auch für Kinder, die aufgrund geringer Einnahmen während einer Ausbildung ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können, besteht eine Unterhaltspflicht. Zu decken ist dabei das Existenzminimum, das einen gewissen Lebensstandard sichern soll. In diesem Rahmen hat das Kind auch einen Anspruch auf eine angemessene Kranken- und Pflegeversicherung.

    Da der Arbeitgeber die Kosten für die Versicherung von der Ausbildungsvergütung abzieht und an die Krankenkasse weiterleitet, belasten sie allerdings zunächst einmal das Kind. Zugleich verringern sich damit auch dessen Einkünfte, so dass der Unterhaltsanspruch gegenüber den Eltern steigt. Erstatten Eltern ihrem Kind nun die Ausgaben für die Kranken- und Pflegeversicherung, tragen sie die wirtschaftliche Last. Und das wiederum heißt: Sie können diese Aufwendungen in ihrer Einkommensteuererklärung ansetzen.

    Praxis-Tipp:

    Wollen Eltern ihre Ausgaben für die Kranken- und Pflegeversicherung ihrer Kinder als Sonderausgaben geltend machen, müssen sie sicherstellen, dass tatsächlich Geld fließt. Am besten erstellen sie daher einen Dauerauftrag in Höhe der anfallenden Beiträge und überweisen diesen Betrag auf das Konto des Kindes. So können sie dem Finanzamt den Geldfluss jederzeit belegen.

    Vorab sollten sie aber unbedingt klären, ob oder in welcher Höhe sie dem Kind gegenüber noch unterhaltspflichtig sind. Je nach gewähltem Ausbildungsberuf oder im weiteren Verlauf der Ausbildung kann die Vergütung mitunter so hoch sein, dass der Verdienst des Kindes die Grenzen für einen notwendigen Elternunterhalt übersteigt. In einem solchen Fall entfällt dann auch die Möglichkeit, Versicherungsaufwendungen für das Kind bei der eigenen Einkommensteuer geltend machen zu können.

    Ist dieser Steuertipp interessant für Sie? Weitere Beiträge finden Sie bei unserem Kooperationspartner Haufe.de.

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    1 Kommentar zu "Steuertipp zu Sonderausgaben: So senkt die Unterstützung des Kindes die Steuerlast"

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    • Dann stellt sich die Frage ob nicht nur Einkommen, sondern auch Vermögen des Kindes relevant sind, und welche Grenzen gelten. Und wie ist eigentlich die Rechtslage bei über 21 Jahren?

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