Strafprozess Verlängerte Galgenfrist für Uli Hoeneß

Erst einmal Einspruch einlegen, das ist die typische Juristenstrategie, um Zeit zu gewinnen. Auch im Fall des FC-Bayern-Präsidenten ist nach der Stellungnahme seiner Anwälte weiter offen, ob es zur Verhandlung kommt.
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Noch ist nicht entschieden, ob es eine Verhandlung im Fall Uli Hoeneß geben wird. Quelle: dpa

Noch ist nicht entschieden, ob es eine Verhandlung im Fall Uli Hoeneß geben wird.

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DüsseldorfDer FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß darf weiter auf Straffreiheit hoffen. Nach Informationen des Magazins Focus haben seine Anwälte vor Gericht beantragt, die Anklage wegen Steuerhinterziehung nicht zur Hauptverhandlung zuzulassen. Ihre Begründung: Hoeneß‘ Selbstanzeige wirke strafbefreiend und sei allenfalls in Teilen unvollständig.

Eine Stellungnahme wurde abgegeben, bestätigte die Münchner Justizsprecherin Andrea Titz gegenüber Handelsblatt Online. Über deren Inhalt dürfe sie aber keine Auskunft geben. Die Kammer prüfe nun die Zulassung der Anklage. Das werde sicher einige Wochen in Anspruch nehmen. Ob und wann es gegebenenfalls zur Hauptverhandlung kommt, könne derzeit noch nicht beurteilt werden.

„Ungewöhnlich ist dieser Schritt der Anwälte nicht. Überraschend wäre eher gewesen, wenn die Verteidigung sagen würde ‚ja, wir finden auch, dass die Anklage zugelassen werden muss‘“, sagt Johannes Grießhammer, Rechtsanwalt und Steuerstrafrechtsexperte der Kanzlei Rödl & Partner in Nürnberg.

Hoeneß hatte zwischenzeitlich eingeräumt, ein Konto in der Schweiz über Jahre vor dem Finanzamt verheimlicht zu haben, und sich selbst angezeigt. Medienberichten zufolge ging es um Beträge in Millionenhöhe. Die Selbstanzeige war allerdings fehlerhaft, weshalb die Staatsanwaltschaft Ende Juli Anklage wegen Steuerhinterziehung erhob. Damals hatte die Wirtschaftsstrafkammer den Anwälten zunächst bis Ende August Zeit gegeben, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Die Frist für die Stellungnahme war bis zum 15. Oktober verlängert worden.

„Das Gericht wird nun prüfen, ob eine Verurteilung oder ein Freispruch wahrscheinlicher ist“, danach werde bekanntgegeben, ob es zur Hauptverhandlung komme. „Der wesentliche Knackpunkt ist die Frage, ob die Selbstanzeige voraussichtlich wirksam ist“, sagt Grießhammer. Käme das Gericht zur Überzeugung, dass die Selbstanzeige wahrscheinlich wirksam ist, würde es die Eröffnung des Hauptverfahrens ablehnen und es käme nicht zu einer Verhandlung - unterstellt, die Staatsanwaltschaft würde nicht erfolgreich Beschwerde einlegen.

Wenn das Gericht dagegen meint, dass die Selbstanzeige voraussichtlich unwirksam ist, wird die Anklage auch zugelassen. Die endgültige Entscheidung für oder gegen die Wirksamkeit fällt dann im Urteil. „Wenn es zur Verhandlung kommt und die Anklage verlesen wird, werden die Spekulation um den Inhalt der Selbstanzeige ein Ende haben“, so der Anwalt. Die Hauptverhandlung findet öffentlich statt.

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9 Kommentare zu "Strafprozess: Verlängerte Galgenfrist für Uli Hoeneß"

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  • Ich hoffe, dass er genauso eine Strafe erhält, wie jeder andere Bundesbürger auch.

  • Wem es in Deutschland nicht gefällt, der kann doch jederzeit gehen! Spätestens im Ausland merkt man dann, welche Selbstverständlichkeiten plötzlich fehlen!

  • Das deutsche Steuerrecht ist das komplizierteste auf der Welt. Durch die Klientelpolitik aller Parteien profitieren von dem Steuerrecht: Superreiche, Rechtsanwälte, Steuerberater, Beamte.
    Meine Rechtsvorstellung aus historischer Sicht: 10% Steuern auf alle Einnahmen. Keine Ausnahmen, keine Abschreibungen, keine Steuerberater und Beamtenheer. Ende Aus, ich will in Ruhe Arbeiten und auch Leben.

  • Selbstverständlich hat er hinterzogen, so wie er es ja selbst gesagt hat.

    Selbstverständlich wird er nicht verurteilt werden, so wie es bei steinreichen Leuten in Deutschland üblich ist.

    Selbstverständlich wird man nie die ganze Wahrheit erfahren.

    Selbstverständlich spielen die beteiligten Juristen, Anwälte, Staatsanwälte und Verteidiger, ein schäbiges Spiel.

    Selbstverständlich gaukelt man uns irgend etwas pseudoplausibeles vor, dass nichtg das Papier wert ist, auf dem es gedruckt ist....!

  • Lug und Trug sitzt in allen Ritzen! Aber dann gibts noch diejenigen, die per se unter Naturschutz stehen! Na dann!!

  • Lieber Peter von, zu oder aus Bremen,

    ich darf Ihnen zu Ihren bisher besten Artikel auf handelsblatt.com gratulieren.

    Ok, inhaltlich ist nach wie vor Luft nach oben, ... aber immerhin, wir wollen Sie ja nicht entmutigen!

    Beste Grüße

  • In Teilen unvollständig” ist für mich unvollständig!! Herr Hoeneß hat sich immer als anständigen Herren hinzustellen versucht.
    Jetzt sollte er die Konsequenzen ziehen und sofort zurücktretens - auber, ehrlich und sportlich. Es ist ein Schlag ins Gesicht für jeden ehrlichen
    Steuerzahler, ihn weiterhin auf den Tribünen erleben zu müssen.

  • Deutsch ist jetzt aber nicht Ihre Stärke, oder? Ach so, ich vergaß, Sie kommen ja offensichtlich auch aus dem Freistaat Bayern. Die Urteile in Bayern werden dann möglicherweise auch in einer Sprache, die der Ihren ähnlich ist, verfasst. Dann muss es sich offensichtlich um Missverständnisse handeln, wenn man im "deutschsprachigen" Raum ab und an mal anmerkt, dass die Schalen der Justitia im Bayernlande derb aus dem Gleichgewicht geraten sei...... ;-)

  • selbstverständlich wird in münchen gegen hoeneß verhandelt.da sitzen strafrichterinnen und strafrichter,die auf keinem auge blind sind nicht wie im paragrafenstreichelzoo anderer bundesländer

    die haben schon andern selbsternannte schwergewichte und politprotegierte geldsäcke das fürchten gelehrt und vom sockel geholt,schämenlernen gabs umsonst obendrauf

    für halbe sachen sind die aufrechten gerichtskammern und ihr personal in bayern schon mal garnicht zu haben

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