Umsatzsteuer Glück beim Pokern, Pech beim Fiskus

Spielgewinne müssen in Deutschland nicht versteuert werden – eigentlich. Diese Regel gilt aber nicht für professionelle Spieler. Auf ihre Gewinne wird sogar Umsatzsteuer fällig.
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Wer beim Pokern Gewinne macht, muss darauf unter Umständen auch Steuern zahlen. Quelle: dpa

Wer beim Pokern Gewinne macht, muss darauf unter Umständen auch Steuern zahlen.

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DüsseldorfAuf den ersten Blick scheint die Regelung eindeutig: Spielgewinne, Wettgewinne, Lotterie- und Lottogewinne sowie Gewinne aus dem Spielcasino sind keine steuerpflichtigen Einkünfte. Auf sie müssen weder Einkommensteuer noch Schenkungsteuer gezahlt werden – und schon gar keine Umsatzsteuer. Erst wenn das gewonnene Vermögen aufs Sparbuch gelegt oder in Wertpapiere investiert wird, unterliegen die daraus resultierenden Zinsen und Dividenden wie üblich der Kapitalertragsteuer.

Aber keine Regel ohne Ausnahme: Fließen solche Gewinne regelmäßig zu, kann das Finanzamt seine Begehrlichkeiten doch nicht mehr zähmen. So geschehen in einem aktuellen Streitfall, der vor dem Finanzgericht Münster landete. Der Kläger hatte über einen Zeitraum von mindestens neun Jahren an Pokerturnieren, Cash-Games sowie an Internetveranstaltungen teilgenommen. Nachdem er bei seinem Arbeitgeber unbezahlten Urlaub genommen hatte, waren die Preisgelder seine einzige Einkommensquelle. Und diese Quelle sprudelte offenbar kräftig.


Mitteilungsfreude wird dem Spieler zum Verhängnis

Indes, die Gewinne gab er in seinen Steuererklärungen nicht an. Zum Verhängnis wurde ihm aber seine Mitteilungsfreudigkeit. So offenbarte er unter anderem in einem Internet-Interview, dass er an zahlreichen Turnieren teilgenommen habe.

Davon bekam das Finanzamt Wind, das flugs eine Betriebsprüfung ansetzte, die Umsätze des Spielers auf Grundlage der Bareinzahlungen auf seinem Konto schätzte und eine Umsatzsteuernachzahlung verlangte. Dagegen erhob der Spieler Einspruch mit der Begründung, dass er kein Berufsspieler sei und damit auch keine steuerbaren Spielgewinne vorlägen.

Finanzamt sieht Spieler als Unternehmer an
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