Umsatzsteuer Kriminell wider Willen

Ohne es zu wissen zeigen sich Tausende Deutsche mit ihrer Umsatzsteuererklärung regelmäßig selbst beim Finanzamt an. Die Bundessteuerberaterkammer fordert eine Gesetzesänderung – und noch mehr.
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Wer bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung ungenau ist, zeigt sich selbst an.

Wer bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung ungenau ist, zeigt sich selbst an.

DüsseldorfSpätestens seit das Münchner Landgericht Steuersünder Uli Hoeneß zu dreieinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt hat ist das Thema Selbstanzeige wieder in aller Munde. Gerade haben sich die Finanzminister darauf verständigt, dass sich reumütige Steuersünder Straffreiheit künftig noch teurer erkaufen müssen.

Dabei waren die die Voraussetzungen, straffrei davonzukommen, bereits seit einer Gesetzesnovelle aus dem Jahr 2011 strenger denn je: Seither hat der Steuerflüchtigen nämlich nur eine einzige Chance, den Behörden den eigenen Steuerbetrug in vollem Umfang zu melden. Jede Nacherklärung der Nacherklärung ist dagegen unwirksam – und führt im Zweifel dazu, dass auch die ursprüngliche Selbstanzeige als unvollständig abgewiesen wird.

Während der Gesetzgeber mit dem scharfen rechtlichen Rahmen beabsichtigt, Steuersünder zu absoluter Steuerehrlichkeit zu zwingen, hat die 2011er-Regelung jedoch auch ihre Kehrseite: Denn seither zeigen sich mehrmals im Jahr Tausende Steuerpflichtige selbst an und riskieren ein Strafverfahren – ohne überhaupt davon zu wissen.

Massengeschäft Umsatzsteuer

„Betroffen ist insbesondere das Massengeschäft mit der Umsatzsteuer“, heißt es in einem aktuellen Hinweisschreiben der Bundessteuerberaterkammer an die Bundesregierung, das Handelsblatt Online vorliegt. Gemeint sind all jene Gewerbetreibende und Privatpersonen, die verpflichtet sind, monatlich oder auf Antrag auch vierteljährlich die sogenannte Umsatzsteuer-Voranmeldung abzugeben.

War es vor 2011 noch unproblematisch, diese Voranmeldungen auch mehrfach nachträglich anzupassen, steht nach dem geltenden Gesetz heute eine erste Korrektur bereits auf Stufe der Selbstanzeige. Straffrei ist seit 2011 also nur derjenige Steuerpflichtige, der in einer ersten Korrektur seiner Umsatzsteuer-Voranmeldung „in vollem Umfang sämtliche strafrechtliche Vorwürfe und Fehler“ beseitigt.

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18 Kommentare zu "Umsatzsteuer: Kriminell wider Willen"

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  • Früher wurden die Gesetze von den Ministerialbeamten gemacht. Warum das nicht mehr funktioniert, wä#re auch mal zu er gründen

  • Da ich gerade meine USt.-Voranmeldung für März über Elster abgeschickt habe, muss ich nun einfach mal auch was sagen: Also, wer seine Buchhaltung selbst macht, wird heutzutage ja wohl kaum um eine entsprechende Software herum kommen oder alles an den Steuerberater delegieren müssen. Eigentlich bin ich froh, die Voranmeldung monatlich einreichen zu müssen. Sonst müsste ich noch mehr aufpassen, dass immer ordentlich Liquidität auf dem Konto ist. Interessant wird es doch erst, wenn man im Ausland Geschäfte macht. Also, insbes. in der EU. Das Reversed Charge Verfahren kennen auch die meisten Finanzbeamten nicht. Da wird dann wieder unterstellt, geprüft und noch mal geprüft, bis der Arzt kommt.
    Und noch was: Auch gegen mich gab es schon mal eine Strafanzeige, die an den Haaren herbei gezogen war. Ich musste aber zur Steuer-Stasi und dort komplett ausrasten, woraufhin das Verfahre sofort wieder eingestellt wurde.
    Schlimm ist einfach, dass man als Spitzensteuerzahler von vornherein wie ein Verbrecher behandelt wird. Finanzbeamte und Politiker können sich einfach nicht vorstellen, dass die Bürger bei der extremen Abzocke zumindest versuchen, ehrlich zu bleiben. Und versuchter oder vollendeter Steuerbetrug durch das Finanzamt wird immer als IT-Fehler abgetan. Hatte da nicht mal ein Präsident behauptet, es herrsche Krieg zwischen Steuerzahler und Finanzämtern? Ich fürchte, der hatte Recht.
    Und noch etwas Angeberei: Nach 6 Jahren Selbständigkeit kann ich inzwischen sogar Bewirtungsbelege und Rechnungen vom Steuerberater korrekt verbuchen! Ich finde, mein Finanzamt könnte sich alleine dafür auch mal einfach bedanken.

  • @ Mazi
    Wie, die Daten waren vorher gar nicht vorhanden? Es wurden ganz neue Datenbanken angelegt?
    Wo haben sie die letzten 20 Jahre gelebt?

  • Lösung: Dazu als erstes Goldschmied fabian gucken. Dann prof. bernd senf "tiefere ursachen der weltfinanzkrise", andreas popp "danistakratie" und mario fleischmann "das zwangsgeldsystem". Wenn mans dann verstanden hat, findet man noch unzähliges im www dazu, wie z.b. gugeln -> "sklaven ohne ketten opel" Wer dann noch richtig schmunzeln möchte zieht sich noch die exportdaten in bezug auf den momentanen Target II saldo rein.------------------------------

  • nie stellt man die frage ob die fa beamten effektif arbeiten.
    Da werden 10 beamte auf eine mutter aus übersee angesetzt, die mit körperlicher arbeit sich 200,- im monat erspart um ihre familie zu füttern.
    Aber wenn beim politisch korrekt migrierten porschefahrenenden restaurantbesitzer im fenster steht "wir nehmen keine kreditkarten sondern nur bargeld" (gut, das mit dem bargeld schreiben die nicht dazu) sieht man sauber weg, weil beamte ja dort regelmässig drehende fleischspiesse essen und nicht als spiessig gelten möchten.

    Da ist es auch völlig egal ob man nach der abgabe von 70,- bis 100,- bargeld ausversehen keine Quittung bekommt. was sollte man als beamter damit auch anfangen.
    Das passiert dann etwa 50 mal am abend und der FA-beamte wird trotzdem nicht dahinter kommen, warum sich der restaurantbesitzer jedes jahr einen neuen porsche kauft. Vom kauf der häuser bekommt der normale beamte ja nichts mit :-)

    Und michel tanzt seinen vornamen und jubelt bei der fussballübertragung.

  • @Michel
    Das war im Kommentar auch nicht bestritten. Sie haben den Kommentar nicht verstanden. Natürlich ist mit der Totalüberwachung das Leben derer einfacher geworden, die Böses im Schilde haben.

    Was glauben Sie denn, weshalb NSA so abläuft wie es ist?

  • Ja, immer schön auf die schimpfen, die die Dummen und Doofen ausnutzen. Die Dummen und Doofen sind ja so armselige Kreaturen, sie haben vor allem eine Mischung aus tiefster Verachtung und Mitleid verdient, denn sie sind so "clever" immer wieder das kleinere Übel zu wählen, anstatt das Übel mit der Wurzel auszureißen.
    Unterhält man sich z. B. mit den Dummen und Doofen über mehr Demokratie durch Plebiszite, dann brabbeln sie in der Regel den erwünschten Politmainstream nach. Man muss sich nur mal wieder die neuesten Umfrageergebnisse hereinziehen, die Parteien die niemals Plebiszite zulassen werden bekommen die höchsten Umfragewerte. Das Grunzen von Schweinen ist intelligenter als das Lamentieren dieser Dummen und Doofen, am besten man ignoriert sie noch nicht einmal!!!

  • @ Fisiko
    Sie haben echt keine Ahnung, welche Erleichterungen sowohl Elster als auch ELStAM für Unternehmen bringen.

  • @ ColorfulColorado
    Ausserdem, hab ich ganz vergessen: so führt jedes Unternehmen die Steuer auf den von ihm erwirtschafteten Mehrwert ab. Ist doch auch nicht schlecht.

  • warum wohl werden immer mehr gesetze nicht mehr von politikern gemacht, sondern von angeheuerten, hochbezahlten anwaltskanzleien. immer mehr politiker/innen haben diesbezüglich gar nicht die fachliche qualifikation, vorausgesetzt sie haben überhaupt einen schulabschluß. für diejenigen ist der staat eine einzige versorgungsstation ohne große qualifikationen dafür vorweisen zu müssen. das ergebnis sind gesetze die niemand mehr versteht.

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