Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Werbungskosten Diese Tricks bei GbR-Mietverträgen gehen zu weit

Seite 2 von 2:
Keine Unterstützung vom BFH

Auch die Revision vor dem Bundesfinanzhof (BFH) blieb erfolglos (Az.: IX R 2/13). Der BFH stellte in seiner Entscheidung jedoch keine neuen Grundsätze auf, sondern wendete die bisherige Rechtsprechung – Fremdvergleich, Überkreuzvermietung, konkrete Einkünfteerzielungsabsicht bei Gewerbeimmobilien – auf diesen besonders komplizierten Einzelfall an. Bei allen Kriterien fiel die Vertragsgestaltung durch:

• Fremdvergleich: Nach Ansicht des BFH entspricht der Mietvertrag über die Einliegerwohnung zwischen A und B nicht einem Vertrag, der unter Fremden üblich ist. Denn zum einen würden fremde Dritte nicht unbenutzbare Räume anmieten, zum anderen würde ein Vermieter sich zum anderen einem Fremden gegenüber nicht zur Übernahme der Ausbaukosten verpflichten, ohne dass der Umfang näher festgelegt oder begrenzt wird.


• Überkreuzvermietung: Bei diesem Punkt sah der BFH in der Aufteilung der Gesellschaftsanteile einerseits und der anschließenden Vermietung von A an B (Einliegerwohnung und Nebengebäude) sowie der Vermietung von B an die Lebensgefährtin seine Partners (Hauptwohnung) eine rechtsmissbräuchliche Überkreuzvermietung. Denn normalerweise würden die Partner ihr Miteigentum nicht dadurch beschränken, dass sie dem anderen Miteigentümer ein alleiniges Nutzungsrecht an den von ihnen benötigten Räumen gewähren, um diese dann anzumieten. Sie würden sich vielmehr die Räume im Gesellschaftsvertrag zur alleinigen Nutzung zuweisen lassen.


• Einkünfteerzielungsabsicht: Bei Vermietung des Nebengebäudes von A an seine Lebensgefährtin fehlte dem BFH die Absicht, Einkünfte zu erzielen. Denn nach Ansicht der Richter handelt es sich bei den Stallungen und Lagerräume um eine Gewerbeimmobilie, bei der Werbungskosten nur dann anerkannt werden können, wenn auch entsprechend Einnahmen fließen.

Praxistipp

Der Fall zeigt, dass die Konstruktion von Mietverhältnissen zwischen zwei Partnern einer GbR besonders schnell missbrauchsanfällig ist. Es bleibt daher nichts anderes übrig, als die Mietverträge anhand der von der Rechtsprechung vorgegebenen Kriterien genau zu prüfen. Das sollte am besten mit Hilfe eines versierten Steuerberaters geschehen.

Der Autor ist Redakteur beim Fachverlag Haufe-Lexware.

Finance Briefing
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Werbungskosten - Diese Tricks bei GbR-Mietverträgen gehen zu weit

0 Kommentare zu "Werbungskosten: Diese Tricks bei GbR-Mietverträgen gehen zu weit"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote