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Zinseinkünfte in Hongkong und Singapur EU zielt auf Steueroasen in Asien

Die Europäische Union will die Steuerflucht in die boomenden Finanzzentren Asiens eindämmen. Die EU-Richtlinie zur Zinsbesteuerung soll künftig auch für Finanzanlagen von EU-Bürgern in Hongkong, Singapur und Macao gelten.

huh BRÜSSEL. Bisher ist sie nur in den 25 EU-Ländern sowie in der Schweiz, Liechtenstein, Andorra, Monaco und San Marino in Kraft.

EU-Steuerkommissar Laszlo Kovacs vermutet, dass reiche EU-Bürger ihr Vermögen in die asiatischen Finanzzentren umgeschichtet haben, um der Zinsbesteuerung in Europa zu entgehen. Er fordert deshalb von den EU-Staaten ein Mandat für Verhandlungen mit den drei asiatischen Steueroasen, damit auch diese die Zinserträge europäischer Anleger besteuern, beziehungsweise Informationen über deren Kapitalvermögen an die EU-Finanzbehörden übermitteln.

Am Montag berieten in Brüssel die Steuerexperten der 25 Mitgliedsländer erstmals den Vorstoß Kovacs?, allerdings ohne Ergebnis. Das Verhandlungsmandat muss von den EU-Finanzministern einstimmig erteilt werden. Die seit Juli 2005 gültige Zinsbesteuerungsrichtlinie ist bisher weitgehend wirkungslos geblieben. So überwies die Schweiz im zweiten Halbjahr 2005 an Deutschland Zinssteuern in Höhe von nur 15 Mill. Euro, obwohl deutsche Sparer dort enorme Vermögen angelegt haben. Als Ursache gelten die Schlupflöcher der Richtlinie. Sie umfasst beispielsweise nicht die Erträge aus Aktienfonds.

Die EU-Kommission erwartet, dass sie mit der Einbeziehung asiatischer Finanzzentren in die Richtlinie deren Wirksamkeit verbessern kann. Bankenexperten bezweifeln jedoch, dass etwa Singapur einem Abkommen zustimmt, das seine Attraktivität als Finanzplatz schwächen könnte.

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