500-Euro-Schein EZB-Expertin steht zum Cash

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Die Glaubwürdigkeit der Währung dürfe nicht leiden
So entsteht der neue 50-Franken-Schein
Enthüllung in Bern
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Der Schweizer Zentralbank-Chef Thomas Jordan (Mitte), sein Vize Fritz Zurbruegg und Ratsmitglied Andrea Maechler präsentierten den neuen Schein am Mittwoch.

Vorder- und Rückseite auf einen Blick
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„Tschuncanta Francs“ – wie immer sind die Schweizer Geldscheine mehrsprachig.

Bald im Geldautomaten
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Ab 12. April kommen die neuen Schweizer Geldscheine in Umlauf. Den Anfang macht der 50-Franken-Schein, die anderen Noten folgen in den kommenden Jahren. Der 20-Franken-Schein ist für Frühjahr 2017 terminiert, alle Noten sollen bis 2019 getauscht sein.

Auch der 1000-Franken-Schein wird runderneuert werden, während der größte Euro-Schein, der 500er, von der Europäischen Zentralbank zur Disposition gestellt worden ist.

Lange Verzögerung
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Das Bild zeigt die Gestaltung des neuen Scheins am PC. Der Produktionsprozess war jedoch von großen Pannen geprägt. Ursprünglich hatten die ersten neuen Scheine schon 2010 in Umlauf gebracht werden sollen.

Blick ins Geldschein-Atelier
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Ein Grund für die jahrelange Verspätung sei die aufwendige Sicherheitstechnik gewesen, die die neuen Bank-Noten enthalten sollten. Die Integration dieser Sicherheits-Merkmale in einen Massendruck habe sich als komplizierter als erwartet herausgestellt, so die Schweizerische Nationalbank (SNB).

Globus
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Zu den Sicherheitsmerkmalen zählt der Globus, der auf allen Scheinen der mittlerweile 9. Franken-Banknotenserie gleich zweimal aufgebraucht sein wird.

Das Besondere. Eine der Erdkugeln kann nur unter UV-Licht erkannt werden, sie leuchtet dann hell auf. Über den zweiten Globus bewegt sich ein goldener Bogen, wenn man den Geldschein kippt.

Weitere Sicherheitsmerkmale
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Mehr als ein Dutzend Sicherheitsmerkmale nennt die SNB, dazu zählen: Elemente, die beim Kippen erscheinen oder ihre Farbe ändern; ein transparentes Schweizerkreuz - solche Fenster gelten als besonders schwer zu fälschen; erhabene Aufdrucke wie die auf jedem Schein gezeigte Hand; zwei Wasserzeichen und aufgedruckte Mikroschrift.

Schneeberger sagte, Bargeld sei in der Euro-Zone bei weitem das wichtigste Zahlungsmittel, weit vor Kreditkarten oder elektronischen Zahlungsmitteln. Es sei auch aus Gründen des Wettbewerbs notwendig, am Bargeld festzuhalten, „damit es eine Alternative zu elektronischen Formen des Bezahlens gibt.“ Andernfalls sei es nicht sicher, dass deren Effizienz zunehme.

„Warum lieben die Menschen Bargeld?“ fragte die Expertin und gab die Antwort: weil es einfacher zu nutzen sei, weil es im Gegensatz zu alternativen Zahlungsmitteln keine Sorgen mit Blick auf den Datenschutz auslöse, weil es ein Ausdruck von Gleichheit sei, weil es ein sofortiges Settlement ermöglicht und keine Prüfung der Kreditwürdigkeit erfordert. „Und es erlaubt eine bessere Kontrolle des eigenen Ausgabeverhaltens“, sagte Schneeberger.

Innerhalb der EZB sei die Entscheidung über die Abschaffung der 500-Euro-Note noch nicht gefallen. „Wir untersuchen derzeit, wie das technisch überhaupt funktionieren könnte“, sagte die Österreicherin.

Auf die Frage, warum die EZB überhaupt die technisch möglichen Wege der Abschaffung untersuche, wenn es doch keine Korrelation zwischen Kriminalität und Noten mit hohem Nennwert gebe, sagte Schneeberger, es gebe „eine politisch-mediale Debatte, die es nahelegt, die Frage einer möglichen Abschaffung zu untersuchen.“ Ein wichtiger Gesichtspunkt sei, dass die Glaubwürdigkeit der Währung nicht leiden dürfe.

Die USA und Kanada hätten Dollarnoten mit sehr hohem Nennwert einfach nicht mehr ausgegeben und dadurch de facto abgeschafft, das habe den Währungen nicht geschadet. Eine andere Möglichkeit sei es theoretisch, wie bei der Euro-Einführung einen Stichtag zu wählen, zu dem die Gültigkeit einer Note ende. Deutschland und Österreich hätten allerdings ein anderes Verfahren gewählt, in beiden Ländern kann die frühere Währung noch immer gegen Euros getauscht werden. „Die Entscheidung über die Abschaffung oder nicht liegt allein beim Direktorium der EZB“, resümierte die Expertin.

Guillaume Lepecq, der Organisator der Konferenz „The future of cash“, erinnerte sarkastisch an die Aussage von Deutsche Bank-Chef Cryan, in zehn Jahren werde es keine Bargeld mehr geben: „Ich frage mich, ob wir in ein paar Jahren Cryan auf Schadensersatz verklagen können, wenn seine Prophezeiung nicht in Erfüllung geht.“

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6 Kommentare zu "500-Euro-Schein: EZB-Expertin steht zum Cash"

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  • Fortsetzung meines Beitrags: Ein weiterer Grund für die Bargeldabschaffung dürfte die gewünschte totale Kontrolle der Bürger sein.

    Wenn man nur noch unbar zahlen könnte, würde jede Transaktion in den zentralen Datenbanken des Überwachungsstaates gespeichert werden könnte. Was gäbe es da nicht alles für Möglichkeiten für die Überwacher!

    Übergewichtige könnte man an der Supermarktkasse daran hindern, fette und kalorienreiche Nahrung zu kaufen, Alkoholikern könnte man den Kauf von Schnaps unmöglich machen. Politisch mißliebige Personen könnte man gar auf Sparflamme setzen und ihnen nur noch 1000 Kalorien am Tag zugestehen. Was wäre das für eine "schöne neue Welt"!

  • Man sollte sich hüten, die Debatte als eine bloße Scheindebatte zu unterschätzen.

    Es steht ganz handfeste finanzpolitische und gesellschaftspolitische Interessen hinter dem von der Politik losgetretenen Kampf gegen das Bargeld.

    Der naheliegendste und kurzfristige Grund für die Bargeldabschaffung ist natürlich, daß die Flucht vor den Negativzinsen verhindern will. Schon die Abschaffung des 500-Euroscheins zielt in diese Richtung:

    Für die großen Finanzinstitute wie z.B. Versicherungen ist die Haltung von Bargeld in eigenen Tresoren natürlich auch mit Kosten verbunden. Und es ist völlig klar, daß diese Kosten höher sind, je kleiner die Geldscheine sind. Eine Million etwa in 500-Euronoten verursacht nur ein Zehntel der Kosten einer Tresorlagerung desselben Betrags in 50-Euronoten. Die Zentralbank kann also mit ihrem Negativzins tiefer gehen, wenn es die großen Banknoten nicht mehr gibt, ohne daß die Versicherungen ihre Konten leeräumen und ihre Tresore füllen.

    Ein weiterer

  • Es verblüfft immer wieder, mit welcher Leichtigkeit solche Scheindebatten losgetreten werden können, und wieviel Aufwand es kostet, sie zu beenden. Wer sind eigentlich die Schwachköpfe, die sich in solche Aktionen engagieren?

  • Frau Schneeberger hat Recht. Was ist das denn für eine Notenbank, die die ausgegeben Bargeldnoten abschaffen will? Das einzige GESETZLICHE Zahlungsmittel? Vertrauensbildend ist das jedenfalls nicht und kriminelle Subjekte werden sich jedenfalls nicht an irgendein gesetzliches Bargeldlimit halten und weichen dann auf andere Währungen bbzw. Vermögensgegenstände aus. Aber mit der Bargeldabschaffung zielt man ja auch nicht auf Kriminelle ab, sondern auf unbescholtene Bürger.

  • Ohhhh.... die Dame kommt mit Argumenten!!!!?????!!!! Dann sehen wir mal wie lange es dauert bis sie aus persönlichen Gründen zurücktritt. Und wenn das nicht erfolgen sollte, lernt man ja an der Schule für den Wirtschaftskrieg wie man jemand diskreditiert....

  • Dämliche Phantomdiskussion. Genauso wenig wie ich mir jemals darüber Gedanken machen muss, wie ich an Eintracht Tickets für Champions League Heimspiele gegen Barcelona oder Real Madrid herankomme wenn sie Deutscher Meister werden, muss man sich auch niemals Gedanken über ein komplettes Bargeldverbot machen.

    Nur, wenn es den " 500er " aber nicht mehr gibt, wie bezahlt man(n) dann o.g. Ticket auf dem Schwarzmarkt ......

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