Altersvorsorge Auf die gesetzliche Rente gepfiffen

Deutsche Arbeitnehmer halten Zusatzvorsorge fürs Alter für wichtig. Private Vorsorge ist für sei am bedeutendsten, danach die Vorsorge über den Arbeitgeber, so das Ergebnis einer Umfrage. Nur an Fachwissen mangelt es.
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Private Altersvorsorge: Warum der Gang zum Chef lohnt

Private Altersvorsorge: Warum der Gang zum Chef lohnt

FrankfurtDie Menschen haben nun offenbar verstanden: Ihre gesetzliche Rente wird nicht mehr reichen für ein auskömmliches Dasein im Alter. Zusätzliche Vorsorge ist angesagt. Dabei setzen Arbeitnehmer in Deutschland am allerliebsten auf die private Altersvorsorge vor der betrieblichen Variante. Das könnte auch daran liegen, dass die meisten Arbeitnehmer zu wenig über die Vorsorge informiert sind, die ihnen ihr Arbeitgeber anbietet.

Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage unter 1026 deutschen Arbeitnehmern des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag der niederländischen KAS Bank, einem Wertpapierdienstleister für Anbieter betrieblicher Altersvorsorge.

„Das Vertrauen der Menschen in die gesetzliche Rente scheint erschüttert“, resümiert Frank Vogel, Deutschland-Chef der KAS Bank. „Aber sie wollen Geld in Altersvorsorge investieren.“ So halten fast zwei Drittel der befragten Angestellten und Arbeiter private Altersvorsorge für eine geeignete Möglichkeit, ausreichend fürs Alter zurückzulegen. Gut die Hälfte gesteht dies auch der Vorsorge über den Betrieb zu.

Die zehn schlimmsten Fehler bei der Vorsorge
Schlecht informiert
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Die Deutschen kaufen Autos, Computer, Küchengeräte und gehen auf Reisen. Vor dem Kauf lesen sie oft Testbericht um Testbericht. Geht es allerdings um Versicherungen und die eigene Vorsorge, verschlafen sie es, sich zu informieren. Dabei ist ausreichendes Wissen wichtig, um teure Fehlabschlüsse zu vermeiden. Quelle: Institut Generationen Beratung IGB, wiwo.de

Lückenhafte Vorsorge
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Oft werden einzelne, wichtige Teile der Altersvorsorge vergessen. Dazu gehören die individuelle Vorsorgevollmacht, die Patientenverfügung, die Klärung der Finanzen im Pflegefall und das Testament

Die falschen Berater
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„Freunde, Familie und Bekannte in alle Vorsorgefragen einzubeziehen, ist wichtig und stärkt die Bindung zueinander. Doch sich allein auf ihren Rat zu verlassen, wäre fatal“, sagt Margit Winkler vom Institut Generationen Beratung. Denn nur ausgebildete Finanzberater könnten auch in Haftung genommen werden. Sie sind verpflichtet, alle besprochenen Versicherungen und Vorsorgeprodukte zu dokumentieren.

Vorsorge ist nicht gleich Vorsorge
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Jeder sollte seine Altersvorsorge an seine eigenen Bedürfnisse anpassen. Pauschale Tipps von Beratern oder Freunden taugen in der Regel wenig. Je nach Familiensituation können andere Versicherung und Vorsorgeleistungen wichtig sein. „Vor allem in Patchwork-Situationen oder bei angeheirateten Ehepartnern gelten andere Spielregeln in der Vorsorge“, sagt Winkler.

Schwarze Schafe
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Deshalb ist bei der Auswahl des Beraters Vorsicht geboten, in der Branche sind schwarze Schafe unterwegs. Geht ein Berater nicht auf die persönliche Situation ein oder preist ein bestimmtes Produkt besonders an, sollten die Kunden hellhörig werden.

Informiert ins Gespräch
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Wer Fehlern im Zuge von Falschberatung entgehen will, der muss sich vorher selber informieren. Je besser der Kunde im Beratungsgespräch selber informiert ist, desto eher kann er schlechte Berater enttarnen.

Vorsorge-Flickenteppich
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Beraterin Winkler warnt davor, zu viele Verträge bei vielen verschiedenen Beratern abzuschließen. Am Ende drohten Versicherte, den Überblick zu verlieren. Besser sei eine ganzheitliche Lösung, die auf die individuelle Situation abgestimmt ist.

Abgewatscht wurde dagegen die gesetzliche Rente: Nur 15 Prozent der deutschen Arbeitnehmer glauben daran, dass die so genannte erste Säule der Altersvorsorge für sie ausreicht. Dazu passt, dass 60 Prozent der Befragten mehr privat fürs Alter vorsorgen würden, wenn sie heute ihre Altersvorsorge neu ordneten. Knapp die Hälfte würde die betriebliche Vorsorge ausbauen.

„Immenses Potenzial“ spricht Vogel von der KAS Bank der betrieblichen Vorsorge zu – gerade auch, weil Arbeitnehmer diese staatlich und oft vom Arbeitgeber geförderte Form des Alterssparens nur als zweitwichtigste Vorsorgeart nennen. Warum ist das aber so? Wenn Finanzberater über das Sparen fürs Alter sprechen, empfehlen die Experten ihren Kunden stets, zunächst die Fördermöglichkeiten der betrieblichen Vorsorge auszuschöpfen.

Denn der Fiskus fördert das Sparen via Arbeitgeber durchaus gewichtig: So können Arbeitnehmer im diesem Jahr immerhin bis zu 2.904 Euro steuer- und sozialabgabenfrei ansparen, hinzukommen steuerfreie 1.800 Euro für Verträge ab 2005. Und oft zahlt der Arbeitgeber noch einen Teil der Beiträge.

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17 Kommentare zu "Altersvorsorge: Auf die gesetzliche Rente gepfiffen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Auf einen solchen Artikel kann ich pfeiffen, denn die Masse hat nur die gesetzliche Rente und ich hoffe, daß die Propaganda-Medien nicht in der Lage sind die
    "Deutsche Rentenversicherung" weiter zu diskreditieren.

  • VersicherungsJournal,de
    Altersvorsorge: Auf die gesetzliche Rente gepfiffen
    25.6.2015 – Deutsche Arbeitnehmer halten Zusatzvorsorge fürs Alter für wichtig. Private Vorsorge ist für sei am bedeutendsten, danach die Vorsorge über den Arbeitgeber, so das Ergebnis einer Umfrage. Nur an Fachwissen mangelt es.

  • Herr Fred Meisenkaiser@
    So und nicht anders ist das.

  • Die privaten Rentenversicherungen dienen nur den Versicherern (Gewinne) und den Unternehmern (geringere Abführungen). Die arbeitenden Menschen verlieren.
    Die beste rente ist die Umlagefinanzierte.
    Also zurück zum Umlageprinzip: Kinder zahlen für ihre Elterngeneration. Somit bekommen Eltern umlagefinanzierte Rente, egal ob ein Versicherer Pleite ist, oder nicht.
    Kinderlose sorgen selbst füs Alter vor. Dies alles ist der Generationenvertrag! Alles andere ist Betrug und füllt nur die Taschen der Versicherungskonzerne und Unternehmer!

  • Herr J.Schwarz wo nehmen Sie die Zahlen her? Niemand bekommt von 1 Euro später mal 78 Cent Gegenleistung. Das hieße ja, dass das Rentenniveau auf 78% liegt. Soll das ein Scherz sein?

  • Und wenn wir schon gezwungen sind, auf die gesetzliche Rente zu pfeifen (weil zukünftig nichts mehr dabei rumkommen wird), dann ist es doch ein Verbrechen, dass man überhaupt keine Wahl hat, ob man in dieses marode Rentensystem einzahlt oder nicht! Da wird gnadenlos abkassiert und hinterher kommt immer weniger bei raus. Und dann auch noch die Doppelbesteuerung der gesetzlichen Rente. Da zahlt man auf Lohn oder Gehalt Einkommensteuer und somit auch auf die Rentenbeiträge. Und dann wird die gesetzliche Rente bei der Auszahlung später nochmal versteuert. Und das, obwohl zwischendurch keinerlei Rendite entstanden ist. Und die Medien verschweigen seit Jahren diese Verbrechen an die Arbeitnehmer und Rentner!

  • "Deutsche Arbeitnehmer halten Zusatzvorsorge fürs Alter für wichtig"
    "Nur an Fachwissen mangelt es."

    Wie passt das zusammen ? Wenn das Fachwissen mangelhaft sein soll, dann kann die Beurteilung der Zusatzversorgung nicht richtig sein, oder ?

    Man hat die gesetzliche Rente kaputt geredet und "reformiert" zugunsten der Lobby !
    Die Medien machten fleißig mit, bei diesem miesen Spiel !
    Übrigens: Herr Riester wurde dadurch Millionär, unverdient, unser Ex-Arbeitnehmer-"Vertreter" !

    Die Überschrift "Auf die gesetzliche Rente gepfiffen" kann nur jemand schreiben, der irgendwie an diesem Artikel irgendwie profitiert, oder keine Ahnung hat ! Unverantwortlich !!!

    Man kann mittlerweile bei vielen Medien auf verschiedene "Informationen" pfeiffen !!!
    Totale Volksverars..ung !!!

  • @Tim Zenke:
    Ich habe gerade versucht belastbare und veröffentlichte Finanzzahlen über Ihre Genossenschaft zu finden die Ihre Eigenangaben hier belegen.

    Können Sie mir da weiterhelfen? Ihr Impressum ist diesbezüglich wenig aussagekräftig!

  • Da fragt sich der gemeine AN schon warum er eigentlich zwangsweise in eine Rentenversicherung einzahlt; und der AG natürlich auch. Natürlich kann sich der gemeine AN einfach überzeugen lassen von seinen tausenden von Euros die im Monat zum sparen überbleiben, einfach mal so locker 1000-2000 monatlich zu sparen...für´s Alter.

    Manchmal denke ich die Artikel sind für Leute ab 9000€ Monatseinkommen geschrieben; die Masse der Leute die ich kenne haben einfach nichts über am Monatsende zum sparen; es sei denn sie arbeiten und leben lebenslang auf ihr Lebendsende hin. Ein Traum oder?

    Total bescheuert. Ich persönlich finde: scheiss auf´s sparen. Hau die Kohle raus solange man jung ist; wenn man jenseits der 55 ist sollte mal einfach tot umfallen; und bis dahin soll man einfach möglichst prächtig gelebt haben. Als Rentner mit allen möglichen Gebrechen brauch ich keinen Sportwagen mehr; da macht man sich eher lächerlich.

    Merke: die Besten sterben jung; war schon immer so.

  • Liebe Leser und Autoren!
    Steuern auf selbst zurückgelegte Altersvorsorge sind eine Unverschämtheit des Staates! 10 Jahre Minizinsen haben die Rente bis heute quasi aufgefressen! BAV, Riester und Rürup sind Augenwischerei, es reiche für die Zukunft völlig, mit max. 1.500,00 Euro auszukommen. Nicht bei steigenden Energie- und Nebenkosten und Mieten. Die BAV hilft besonders Unternehmern, Steuern zu sparen, und Unternehmen müssen eine BAV anbieten, nur darum werden BAV-Verträge scheinbar angeboten, nicht vorrangig wegen der Mitarbeiterrenten... wer glaubt das denn? BAV, Riester und Rürup sind für Provisionsjäger der Finanzbranche sehr lukrativ, besonders fondsgebundene. Aktien und Immobilien sind ein großer Risikofaktor... Fonds taugen in Krisen meist nicht viel. Was nun?
    (...)

     
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