Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Altersvorsorge Stiftung Warentest: Schlechte Note für Rentenberater der Deutschen Rentenversicherung

Den Beratern der Deutschen Rentenversicherung fällt besonders die Rentenlücke zu wenig auf. „Ernüchternd“ nennt Stiftung Warentest die Qualität.
2 Kommentare
Deutsche Rentenversicherung: Schlechte Note für Rentenberater Quelle: dpa
Deutsche Rentenversicherung

Auch bei der zusätzlichen Altersvorsorge konnten die Berater nicht ausreichend weiterhelfen.

(Foto: dpa)

Berlin Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung allein reichen mittlerweile nicht mehr aus, um den erarbeiteten Lebensstandard im Alter zu halten. Umso wichtiger ist eine Beratung, die auf mögliche Lücken hinweist und bestenfalls Tipps gibt, wie man diese schließen könnte.

80 Tester haben im Auftrag von Stiftung Warentest jeweils eine der 163 Beratungsstellen der Rentenversicherung aufgesucht, die seit Anfang 2018 die Aufgabe haben, allen Versicherten eine kostenlose und unabhängige Beratung über alle Vorsorgeformen hinweg anzubieten. „Das Ergebnis ist ernüchternd“, bilanzierte Hubertus Primus, Vorstand der Stiftung, an diesem Dienstag in Berlin.

Lesen Sie auch:

Vor allem bei Fragen jenseits der gesetzlichen Rente und beim Ausbau der Altersvorsorge „patzten viele Berater und konnten überhaupt nicht helfen“. Die Altersvorsorgeberatung der Rentenversicherung erhielt daher lediglich das Finanztest-Urteil „ausreichend“. „Das muss im Interesse der 55 Millionen gesetzlich Rentenversicherten besser werden“, fordert Primus.

„Noch akzeptabel“ waren die Informationen zum eigenen gesetzlichen Rentenanspruch der Testpersonen. Doch darüber werden die Versicherten ohnehin regelmäßig im Rahmen der Renteninformationen aufgeklärt. In 80 Beratungen bezogen allerdings nur 15 Berater die Ansprüche aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge mit ein.

Nur mithilfe einer Gesamtschau der Ansprüche auf Renteneinkommen kann man eine mögliche Rentenlücke erkennen. Dass nur 15 Berater das Thema Rentenlücke ansprachen, passt ins Bild: Die meisten Berater scheiterten bereits daran, alle Alterseinkünfte und die mögliche Rentenlücke überhaupt zu ermitteln.

Beratung trotzdem nutzen

Stiftung Warentest vermisste auch weitere Auskünfte zu der zusätzlichen Altersvorsorge. Mangelware waren Hinweise darauf, ob der Verbraucher eine steuerliche Förderung nutzen kann. Aufgeklärt wurde er auch nicht darüber, mit welchen Abgaben er später beim Bezug einer Betriebsrente rechnen muss.

Trotz der schlechten Beratungsqualität rät Stiftung Warentest dennoch allen Versicherten, die Beratung zu nutzen. Angesichts der zahlreichen Vorsorgemöglichkeiten und der unterschiedlichen Sozialabgaben und Besteuerung „ist es für jeden schwer, einen guten Gesamtüberblick über seine Vorsorge zu gewinnen“. Alternativen gebe es kaum: Banken und Versicherer seien nicht unabhängig, und für unabhängige Finanzberater müsse man häufig tief in die Tasche greifen.

Stiftung Warentest empfiehlt, gut vorbereitet in die Beratung zu gehen. So sollte das Rentenkonto auf den neuesten Stand gebracht werden, und Versicherte sollten alle Rentenmitteilungen und Standmitteilungen ihrer Verträge parat haben.

Aus eigener Initiative sollte das Thema mögliche Rentenlücke angesprochen werden. Eine wirkliche Hilfe wäre aus Primus’ Sicht die von Rentenexperten geforderte Onlineplattform, auf der Versicherte ihre Ansprüche abrufen könnten.

Mehr: Wer seine gesetzliche Rente aufbessern will, braucht Kapital – und eine Strategie. Welche Möglichkeiten es gibt, aus dem Ersparten eine zusätzliche Rente zu erhalten.

Startseite

Mehr zu: Altersvorsorge - Stiftung Warentest: Schlechte Note für Rentenberater der Deutschen Rentenversicherung

2 Kommentare zu "Altersvorsorge: Stiftung Warentest: Schlechte Note für Rentenberater der Deutschen Rentenversicherung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hat jemals ein Beamter, der bei der deutschen Rentenversicherung beschäftig ist, auch nur einen Pfennig bzw. Cent in die Rentenkasse eingezahlt???
    Dies sind wohl die besten Rentenberater, oder?

  • Ich hatte das Vergnügen bereits vor 5 bzw.8 Jahren, von der Deutschen Rentenversicherung beraten zu werden. Hilfestellung: gleich Null. Meine Problemstellung war, dass mein Arbeitgeber mich mit 61 Jahren bzw. 63 Jahren (flapsig ausgedrückt) los werden wollte. Da kam nichts Brauchbares bei raus. Mein Tip: das Geld in einen unabhängigen Rentensachverständigen investieren: Dort erhielt ich sämtliche Auskünfte, die relevant waren, auch z.B. zu steuerlichen Angelegenheiten.

Serviceangebote