Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Altersvorsorge Versicherer legen Riester-Rente auf Eis

Immer mehr Versicherer verabschieden sich von ihren Riester-Rente-Angeboten. Andere suchen ihr Heil in neuen Produkten. Besonders die Zinsflaute setzt den Versicherern zu.
Kommentieren
Schwierige Zeiten für die einst als Ausweg aus dem Renten-Dilemma gefeierte Riester-Altersversorgung. Quelle: dpa
Riester-Rente

Schwierige Zeiten für die einst als Ausweg aus dem Renten-Dilemma gefeierte Riester-Altersversorgung.

(Foto: dpa)

Frankfurt/Main Die einst als Ausweg aus dem Renten-Dilemma gefeierte Riester-Altersversorgung ist in die Jahre gekommen. Die Nachfrage nach dem staatlich geförderten Zusatzplus für den Ruhestand schwächelt, bei Versicherern wächst die Skepsis.

Mehr als 16,5 Millionen Riester-Verträge wurden seit der Einführung vor 15 Jahren geschlossen. Zusammen mit Produkten wie Banksparplänen, Fondssparplänen oder dem 2008 eingeführten „Wohn-Riester“ sind nach einer Untersuchung unter Federführung des Ökonomen Axel Börsch-Supan inzwischen über 5.000 verschiedene Verträge auf dem Markt.

So viel schütten die Dax-Unternehmen aus

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

-7,70 -0,06%
Chart von DAX ®
Dax
1 von 31

Die diesjährigen Hauptversammlungen der 30 Dax-Konzerne versprechen rekordhohe Ausschüttungen – insgesamt knapp 31 Milliarden Euro. Voraussichtlich 21 Konzerne erhöhen ihre Dividende.

Die Rendite im Dax liegt im Mittel seit dem Jahr 2004 bei gut drei Prozent. Sehen Sie die Einschätzung zur Dividende – sortiert nach der (geschätzten) Höhe der Dividendenrendite aller Firmen.

Mehr dazu lesen Sie auch in dieser ausführlichen Handelsblatt-Analyse.

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
FSE

-0,49 -3,51%
+13,55€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Pro Sieben Sat1
2 von 31

Pro Sieben Sat1: Die höchste Dividendenrendite gibt es direkt vom Dax-Aufsteiger 2016. Mit erwarteten 1,91 Euro je Aktie schüttet das Medienunternehmen damit 80 bis 90 Prozent des bereinigten Konzernüberschusses aus. Das ist für Dax-Unternehmen jedoch die absolute Ausnahme.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 1,80 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 1,91 Euro
Dividendenrendite 2017*: 4,9 Prozent

*geschätzt

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
Xetra

-0,83 -1,73%
0,00€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
3 von 31

Daimler: Der Automobilkonzern aus Stuttgart ist auch deswegen interessant, weil die Experten hier in diesem Jahr mit der höchsten Ausschüttungssumme rechnen – nämlich bis zu 3,5 Milliarden Euro.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 3,25 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 3,25 Euro
Dividendenrendite 2017*: 4,6 Prozent

*geschätzt

ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008404005
Börse
Xetra

-0,60 -0,29%
0,00€
Chart von ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Allianz
4 von 31

Allianz: Der Versicherungskonzern aus München glänzt auch in diesem Jahr wieder mit einer stattlichen Dividendenrendite. In den letzten zwölf Monaten konnte der Kurs der Aktie um gut sechs Prozent zulegen.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 7,30 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 7,50 Euro
Dividendenrendite 2017*: 4,82 Prozent

*geschätzt

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
FSE

+0,40 +0,18%
+228,10€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Münchener Rück
5 von 31

Münchener Rück, ein Dividenaristokrat: Seit 1969 hat der Rückversicherer aus München seine Dividende nicht mehr gesenkt und pflegt damit die wohl längste Tradition im Dax. Daher ist es eher unwahrscheinlich, dass sich das im kommenden Jahr ändern wird.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 8,25 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 8,50 Euro
Dividendenrendite 2017*: 4,9 Prozent

*geschätzt

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
Xetra

-0,57 -0,88%
0,00€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN
BMW
6 von 31

BMW: Der Autobauer aus München darf für das abgelaufene Jahr wieder von einem Rekordgewinn ausgehen. Der Grund: Die teure 7er-Reihe verkaufte sich hervorragend. Der Konzern würde damit zum siebten Mal in Folge seine Ausschüttung erhöhen – wenn auch nur leicht.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 3,20 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 3,23 Euro
Dividendenrendite 2017*: 3,7 Prozent

*geschätzt

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
Xetra

+0,00 +0,01%
0,00€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Telekom
7 von 31

Deutsche Telekom: Die Aktie des Telekommunikationsunternehmens aus Bonn hat sich seit Anfang Dezember wieder erholt. Die Aktionäre können sich entscheiden, ob sie die Dividende ausgezahlt oder als neues Aktienpaket bekommen wollen. Im vergangenen Jahr wollten 41 Prozent der Anleger neue Aktien.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 0,55 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 0,60 Euro
Dividendenrendite 2017*: 3,7 Prozent

*geschätzt

Doch seit 2013 stagniert die Verbreitung mehr oder weniger, insbesondere die der klassischen Riester-Rentenversicherung. Auf ihr beruht der Großteil der Verträge und ist damit vom Zinstief betroffen. „Das Modell ist für Kunden wegen sinkender Renditen unattraktiver geworden“, sagt Lars Heermann von der Ratingagentur Assekurata.

Auch bei den Anbietern scheint die Begeisterung zu sinken. So legt beispielsweise die Öffentliche Lebensversicherung Braunschweig ihr Riester-Neugeschäft vorerst auf Eis. Als Grund nennt das Unternehmen sinkende Nachfrage und kostenintensive Regularien zum Jahreswechsel. Einen Wiedereinstieg schließen die Braunschweiger aber nicht aus.

Auch bei den zum Talanx-Konzern gehörenden PB-Versicherungen heißt es, die Nachfrage sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Eine Wiedereinführung des Riester-Lebensversicherungsproduktes sei jedoch denkbar, sollten sich wieder größere Marktchancen abzeichnen.

Kein Überblick im Tarifdschungel

Ein Problem der Branche: Die hohen Garantieversprechen der Vergangenheit lassen sich in der Zinsflaute am Kapitalmarkt kaum noch erwirtschaften. Zugleich muss mindestens der Erhalt der eingezahlten Beiträge fest zusagt werden, sonst bekommen die Versicherten keine staatliche Zulage.

„Den Garantiezins verbunden mit der Pflicht zum Beitragserhalt können die Anbieter nur noch für lange Laufzeiten darstellen“, erklärt Heermann. Hinzu komme der relativ große Verwaltungsaufwand für Riester. „Es ist daher nicht erstaunlich, dass sich Anbieter mit einer hohen Kostenstruktur aus dem Geschäft zurückziehen“.

Die Verbraucherschützerin Dorothea Mohn sieht darin kein Problem: „Es gibt genug Anbieter.“ Für Verbraucher lohne sich Riester dann, „wenn die passende Produktart gewählt wurde und man einen guten Vertrag mit geringen Kosten hat“, argumentiert die Expertin vom Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv).

Den Durchblick im Tarifdschungel zu behalten, ist allerdings nicht einfach. „Durch die Komplexität der Verträge wird ein Kostenvergleich selbst für Fachleute beinahe unmöglich gemacht“, konstatiert Börsch-Supan. Bei weitgehend gleicher Ausgestaltung gebe es sehr teure und sehr günstige Produkte.

„Bei einem Vergleich von 36 repräsentativen klassischen Riester-Rentenversicherungen hatte der günstigste Anbieter eine Kostenquote von 2,5 Prozent und der teuerste von 20 Prozent“, heißt es in der Studie. Seit Jahresanfang soll ein einheitliches Produktinformationsblatt, das Kunden vor Abschluss eines Riester-Vertrages vorgelegt werden muss, für mehr Klarheit sorgen.

Branchenexperte Ulrich Wiesenewsky vom Berater Willis Towers Watson sieht vor allem in dem Aufwand für die Verwaltung der Riester-Zulage den Grund für den Rückzug von Versicherern aus dem Geschäft: „Mit Einführung der Riester-Rente 2002 sind viele Unternehmen eingestiegen, um neue Kunden auch für andere Produkte zu gewinnen.“

Weg von klassischen Verträgen

Viele hätten im Laufe der Zeit jedoch festgestellt, wie aufwendig die Zulagenverwaltung sei. Die ersten hätten sich in den Jahren 2007/2008 von ihrem Riester-Geschäft getrennt. Andere gaben die Zuglagenverwaltung an externe Dienstleister ab. „Es gibt aber immer noch genug Anbieter, für die Riester zum Kerngeschäft gehört, das gilt vor allem für große Versicherer“, sagt der Experte.

„Der Trend geht angesichts der Zinsflaute wie bei der Lebensversicherung insgesamt allerdings weg von klassischen Verträgen mit Garantiezins.“ Angeboten würden inzwischen zunehmend fondsgebundene Riester-Produkte ohne festes Zinsversprechen.

2017 bekommen Sie noch mal weniger
Lebensversicherung
1 von 10

Die schwierigen Zeiten für Kunden von Lebensversicherungen finden kein Ende. Auch im nächsten Jahr bekommen deutsche Sparer für ihr Lieblingsprodukt in Sachen Altersvorsorge geringere Gutschriften als bisher. Nachdem die drei Schwergewichte Allianz, Axa und Ergo ihre laufende Verzinsung für das nächste Jahr bekannt gegeben haben, gilt es als ausgemachte Sache, dass die Kleineren der Branche nachziehen und bis Jahresende ebenfalls gesunkene Renditen für 2017 präsentieren.

(Foto: dpa)
Rendite im Abwärtssog
2 von 10

Die Gesamtrendite der klassischen Lebensversicherung ergibt sich aus mehreren Komponenten. Zum einen aus dem Garantiezins, dessen Höhe bei Abschluss der Versicherung für die gesamte Laufzeit festgelegt wird. Gerade hier mussten Sparer in der andauernden Niedrigzinsdürre Abschläge hinnehmen. Zum anderen aus dem Überschuss, der aus den angelegten Geldern erwirtschaftet wird. Garantiezins und Überschussbeteiligung bilden zusammen die laufende Verzinsung. Hinzu kommen noch Schlussüberschuss, Sockelbetrag und der Anteil an den Bewertungsreserven.

(Foto: dpa)
Allianz
3 von 10

Die beste Verzinsung bietet derzeit die Allianz mit ihren neuaufgelegten Policen. Mit einer laufenden Verzinsung von 2,9 Prozent und 0,8 Prozent aus Schlussüberschuss und Bewertungsreserven ergibt sich eine Gesamtrendite von 3,7 Prozent. Der Trend geht weg von den klassischen Kapitallebensversicherungen. Die neuartigen Policen sind eine Reaktion der Versicherer auf die schwierigen Niedrigzinsen. Sie zeichnen sich durch einen geringeren Garantiezins aus, weisen aber eine höhere Flexibilität auf, was den Spielraum in der Geldanlage geht. Gesichert sind sie durch eine Bestandsgarantie auf die Einlagen. Um Kunden zu locken, versprechen sie eine höhere laufende Verzinsung. Denn die Konzerne wissen: Ohne gewisse Garantien und Sicherheiten wird man deutsche Sparer nicht überzeugen.

(Foto: Imago)
R+V
4 von 10

Wie andere große Lebensversicherer zahlt auch die R+V zahlt ihren Kunden im kommenden Jahr eine geringere Überschussbeteiligung. Die Gesamtverzinsung sinkt 2017 um 0,4 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Die laufende Verzinsung liegt dann noch bei 2,7 Prozent und damit wohl immerhin über dem Marktdurchschnitt.

(Foto: R+V)
Allianz Klassik
5 von 10

Auch wenn die Versicherer angesichts der niedrigen Zinsaussichten nicht mehr zu den klassischen Kapitallebensversicherungen raten, sind sie immer noch die beliebteste Vorsorgeklasse. Hier verwaltet Marktführer Allianz ganze zehn Millionen Verträge, was den Münchenern eine Kapitalstärke verschafft, mit der sie die Konkurrenz überbieten können. Von 3,1 Prozent fällt die laufende Verzinsung für 2017 auf 2,8 Prozent. Mit Schlussüberschuss und Sockelbetrag ergibt sich eine Gesamtrendite von 3,4 Prozent für das kommende Jahr.

(Foto: Reuters)
Axa Leben
6 von 10

Der weltgrößte Erstversicherer Axa aus Frankreich bietet für seine deutsche Lebensversicherungstochter 3,4 Prozent an Gesamtrendite an. Sie setzt sich aus aus 2,9 Prozent laufender Verzinsung und 0,5 Prozent an Sockelbetrag zusammen. Experten der Ratingagentur Assekurata rechnen nach den neuen Zahlen der großen Versicherer, dass sich das Niveau der laufenden Verzinsung 2017 im Schnitt bei rund 2,6 Prozent einpendeln wird.

(Foto: Reuters)
Alte Leipziger
7 von 10

Die Lebensmittelsparte des Versicherungskonzerns Alte Leipziger-Hallesche bietet ihren Besitzern 2017 ein Rendite von insgesamt 3,15 Prozent, von denen 2,65 Prozent die laufende Verzinsung ausmachen. Sparer müssen branchenweit vor allem beim Garantiezins Abstriche hinnehmen. Betrug dieser vor einigen Jahren noch vier Prozent, kommt er aktuell auf 1,25 Prozent und 2017 lediglich 0,9 Prozent.

(Foto: Imago)

Aus Sicht von Verbraucherschützerin Mohn ist das problematisch: „Fondsgebundene Rentenversicherungen sind teuer. Hier kommen Kosten aus der Versicherung und des aktiv gemanagten Fonds zusammen, kombiniert mit mangelnder Flexibilität.“ Verbraucher seien mit einem Riester-Banksparplan oder einem Fondssparplan grundsätzlich besser dran. Aus diesen könne man flexibel und vorzeitig aussteigen.

Börsch-Supan kommt zu dem Schluss: „Weder kann von einem Scheitern noch von einem universellen Erfolg geredet werden. Eine Abschaffung der Riester-Rente würde die partiellen Erfolge zunichtemachen.“ Notwendig seien allerdings Reformen.

Finance Briefing
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Altersvorsorge - Versicherer legen Riester-Rente auf Eis

0 Kommentare zu "Altersvorsorge: Versicherer legen Riester-Rente auf Eis"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote