Altersvorsorgeplanung Wie man berechnen kann, wie alt man wird

Wie berechnet man seine Lebenserwartung? Fest steht: Frauen werden älter als Männer, aber der Abstand wird kleiner.
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Sich nur am Alter der Eltern und Großeltern bei der Berechnung des Alters zu orientieren, reicht nicht. Quelle: dpa
Mutter mit ihrem Kind

Sich nur am Alter der Eltern und Großeltern bei der Berechnung des Alters zu orientieren, reicht nicht.

(Foto: dpa)

FrankfurtWer seine Altersvorsorgeplanung selbst in die Hand nimmt, muss möglichst gut abschätzen, wie viele Jahre das Geld denn noch reichen muss. Und hier lauern einige Tücken. Schon die Ergebnisse verschiedener Onlinerechner weisen unterschiedliche Zahlen aus. Für eine 37-jährige Frau gibt das Statistische Bundesamt 87,9 Jahre an. Beim Rechner des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind es 89,7 Jahre, und die Allianz rechnet sogar mit 93,3 Jahren.

Woher kommen die Unterschiede? Der GDV nutzt die Daten des Statistischen Bundesamts und ergänzt sie noch mit eigenen Daten der Versicherer. Lebensversicherer rechnen besonders konservativ und schlagen noch mal ein paar Jahre drauf, weil die Lebenserwartung ja nur einen Mittelwert ausdrückt und die Person durchaus noch älter werden kann.

„Als Verbraucher hat man immer einen Informationsvorsprung, kann anhand der eigenen Familiengeschichte und der Lebensweise also besser abschätzen, ob man tendenziell eher näher am statistischen Durchschnitt oder der Schätzung der Versicherer liegt“, meint Eberhard Gensch, Experte für Altersvorsorge bei der Unternehmensberatung Mercer.

Sich nur am Alter der Eltern und Großeltern zu orientieren, reicht dabei allerdings nicht. „Aufgrund des medizinischen Fortschritts und der gesünderen Lebensweise steigt die Lebenserwartung“, weiß Christian Bökenheide, Versicherungsmathematiker beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Doch zuletzt hat sich der Anstieg verlangsamt. „Während die Lebenserwartung im Alter von 60 Jahren zwischen den Volkszählungen 1987 und 2011 für Männer im Durchschnitt jedes Jahr um knapp zwei Monate und für Frauen um gut eineinhalb Monate zugenommen hat, ist der Zuwachs in den vergangenen vier Jahren für beide Geschlechter einheitlich auf durchschnittlich weniger als einen Monat pro Jahr geschrumpft“, beobachtet Friedemann Lucius, Geschäftsführer der Heubeck-Richttafeln. Sein Unternehmen erstellt die allgemein anerkannten Rechnungsgrundlagen zur bilanziellen Bewertung von Pensionsverpflichtungen in Deutschland.

Männer holen auf

Dass Frauen älter werden als Männer gilt zwar weiterhin, aber der Abstand wird kleiner. „Noch 1987 überlebten Frauen im Alter von 60 die Männer um durchschnittlich 4,4 Jahre. Dieser Vorsprung ist bis zum Jahr 2011 auf 3,7 Jahre zurückgegangen“, so Lucius.

Egal, welcher Schätzung man vertraut, über eines sollte sich jeder klar sein: „Die Lebenserwartung ist nur ein Mittelwert. Ein Teil der Menschen stirbt vorher, ein Teil nachher“, betont Versicherungsmathematiker Bökenheide. Hinzu kommt: „Mit steigendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit, noch älter zu werden“, so der Experte.

Die 37-jährige Frau hatte laut Statistischem Bundesamt bei ihrer Geburt eine Lebenserwartung von 86,3 Jahren. Wenn sie die tatsächlich erreicht, hat sie wahrscheinlich noch 7,4 weitere Jahre vor sich. Erreicht sie 100, könnten es auch noch 102 werden.

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