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Bausparen Auch Schwäbisch Hall will Bausparverträge loswerden

Die Kündigungswelle der Bausparkassen rollt auch auf die Kunden des Marktführers Schwäbisch Hall zu: Rund 50.000 attraktiv verzinste Bausparverträge sind betroffen. Die Minizinsen lasten auf der Branche.
Update: 07.05.2015 - 16:39 Uhr 2 Kommentare
Sieht niedlich aus, ist er aber nicht. Der Bausparfüchse bei Schwäbisch Hall wollen sich aus ihren unrentablen Altverträgen rausstehlen. Quelle: dpa

Sieht niedlich aus, ist er aber nicht. Der Bausparfüchse bei Schwäbisch Hall wollen sich aus ihren unrentablen Altverträgen rausstehlen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Schwäbisch Hall werde in den nächsten Wochen Kündigungen verschicken, sie würden zum 31. Dezember dieses Jahres wirksam, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Er bestätigte damit einen Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“.

Die Zahl der Vertragskündigungen dürfte bei 50 000 liegen. Die Verträge sind meist 20 Jahre und älter. Die Kunden haben das Bauspardarlehen nicht in Anspruch genommen. Es gebe noch einzelne Verträge aus den 40er Jahren, so der Schwäbisch-Hall-Sprecher.

Ende vergangenen Jahres hatte Schwäbisch Hall, die Bausparkasse der Genossenschaftsbanken, noch keine Pläne, voll besparte Bausparverträge zu kündigen. Der Anbieter hatte dieses Vorgehen allerdings nicht ausgeschlossen – und folgt nun dem Großteil der Bausparkassen. Fast alle der 21 Unternehmen haben inzwischen bestimmte Bausparverträge gekündigt, insgesamt dürfte es um rund 200 000 Fälle gehen.

So haben etliche Landesbausparkassen Verträge gekündigt, vor allem die LBS West und die LBS Bayern. Vor kurzem zogen auch die privaten Konkurrenten Wüstenrot und BHW nach und verschickten Kündigungen von tausenden Verträgen.  

Das Problem für die Branche: die Minizinsen in der Euro-Zone. Hohe Zinsen, mit denen Bausparkassen einst die Sparer lockten, werden für die Unternehmen nun zur Belastung. Zudem können Kunden heute auch bei Banken Immobilien zu relativ niedrigen Zinsen finanzieren. Das Modell der Bausparkassen funktioniert so nicht mehr.

Gängige Praxis ist es daher, übersparte Verträge zu kündigen. „Überspart“ heißt, dass das Guthaben die Bausparsumme überschritten hat. Zudem kündigen einige Anbieter, etwa die LBS Bayern, auch dann Verträge, wenn sie noch nicht überspart sind. Und zwar dann, wenn ein Vertrag reif für die Zuteilung eines Darlehens war, der Kunde aber zehn Jahre oder länger darauf verzichtet hat.

Das Vorgehen der Bausparkassen ist allerdings umstritten. Während die Branche die Kündigungen verteidigt, meinen Verbraucherschützer, dass Verträge nicht gekündigt werden dürfen, solange die Bausparsumme nicht erreicht ist. Die Unternehmen argumentieren damit, dass ihre Erträge angesichts der Minizinsen in der Euro-Zone unter Druck geraten.

„Deswegen kommen sie um unpopuläre Maßnahmen nicht herum“, sagt Andreas Zehnder Chef des Verbandes der Privaten Bausparkassen. Dazu gehöre die Kündigung voll besparter Verträge. Um die Bauspargemeinschaft als Ganzes zu schützen, sähen sich viele Bausparkassen mittlerweile aber auch gezwungen, Verträge zehn Jahre nach Zuteilung eines Bauspardarlehens zu kündigen, weil hier das Erreichen eines Bauspardarlehens erkennbar nicht mehr im Vordergrund stehe, so Zehnder.

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2 Kommentare zu "Bausparen: Auch Schwäbisch Hall will Bausparverträge loswerden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • auch logisch, wo soll das Unternehmen die Rendite hernehmen bei dem Zinstief? Oder es geht zu Lasten der Neuabschlüße und das wäre nicht im Sinne der Versicherungsgemeinschaft.

  • Ist ja auch richtig so, damit die Schafe endlich aufwachen. In jeder AGB steht der Bank ein Kündigungsrecht "aus wichtigem Grund" zu. Was dieser wichtige Grund ist kann aber nicht mal ein Bankdirektor erklären.

    Irgendwann erwachen die Sparer und Anleger aber ich fürchte dass es dann zu spät sein wird wenn die ersten Versicherer und Banken vom Staat übernommen werden und ihre Anlagen "verstaatlicht" werden.