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Bundesbank-Studie „Vermögen sind weiterhin relativ ungleich verteilt“

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Nur zehn Prozent der Haushalte besitzen Aktien
„Die Sparer haben es selbst in der Hand“
„Die Sparer haben es mit ihren Anlage-Entscheidungen auch selbst in der Hand, wie hoch ihre Erträge ausfallen, auch in Zeiten niedriger Zinsen. Die Sparer müssen ihr Geld nicht nur auf dem Sparbuch anlegen, sondern haben auch andere Möglichkeiten.“
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Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, lässt Kritik an sich abperlen. In einem Interview mit der „Bild”-Zeitung sagt er am 28. April 2016, der Wirkungsnachweis seiner Politik benötige Zeit und Geduld. Sparer legt der EZB-Präsident nahe, mehr Risiken am Kapitalmarkt einzugehen.

(Foto: dpa)
„Mittlerweile geht die expansive Geldpolitik in ein expansives Versagen über. Aus 'Quantitativer Lockerung' wird 'Quantitatives Scheitern'.“
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Nigel Wilson, Chef des britischen Versicherers Legal & General, im Handelsblatt-Interview am 28 April 2016.

„3 Prozent Zins bei 3 Prozent Inflation ist nicht dasselbe wie 0 Prozent Zins bei 0 Prozent Inflation.“
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am 8. April 2016 auf einer Veranstaltung in Kronberg über die unterschiedliche Wahrnehmung einer realen Verzinsung in Höhe von null Prozent. Er sagte zudem laut „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, dass die Zeit der extrem lockeren Geldpolitik enden müsse.

(Foto: AP)
„[Negative Zinsen] bestrafen die Sparer auf der Welt ganz erheblich.“
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Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, am 10. April 2016 in seinem Brief an die Aktionäre.

(Foto: Reuters)
„Wir wären besser dran, wenn wir das Geld unter eine Matratze stecken würden.“
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Das Problem: Er bräuchte nur eine vertrauenswürdige Person, die dann darauf schlafen würde. Der US-Investor Warren Buffett klagt im Programm des US-Wirtschaftssenders CNBC am 29. Februar 2016 über die notorische niedrigen Zinsen in Europa. Die Zinspolitik „verzerrt alles“.

(Foto: Reuters)
„Das wird eine Reihe ungewollter Konsequenzen nach sich ziehen, die wir nicht verstehen.“
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Der CEO der Investmentbank JP Morgan, Jamie Dimon, kann sich negative Zinsen in den USA nicht vorstellen. Über den Minuszins in Europa sagt er dem US-Wirtschaftssender CNBC am 3. März: „In fünfzig Jahren werden darüber Bücher geschrieben, was wir hätten tun sollen, was wir getan haben, hätten tun können – und was wir daraus lernen können.“

(Foto: dpa)
„Die aktuellen Bedingungen könnten das Potenzial für künftige Systemrisiken schaffen.“
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Der Vorstandsvorsitzende der schweizerischen UBS, Sergio Ermotti, mahnt am 2. März 2016 in einem Interview mit Bloomberg vor den niedrigen Zinsen. „Manche Banken übernehmen sich bei der Kreditvergabe“, gibt er zu Bedenken.

(Foto: AFP)

Für die Erhebung hat die Bundesbank 4.500 Haushalte im Zeitraum von April bis November 2014 befragt. Die sehr lange zeitliche Lücke zwischen Erhebung und Veröffentlichung der Studie begründet Tobias Schmidt vom Forschungszentrum der Bundesbank mit der teilweise sehr aufwendigen Aufbereitung der Daten. Es ist das zweite Mal nach 2010, dass die Bundesbank die Daten erhoben hat. An der Umfrage beteiligen sich alle Euro-Notenbanken. Bis Jahresende sollen die Ergebnisse nach und nach veröffentlicht werden. Deutschland gehört mit Italien zu den Vorreitern bei der Veröffentlichung.

Die Ergebnisse zeigen: Die Zusammensetzung des Vermögens in Deutschland hat sich kaum geändert. Obwohl die Zinsen in den Keller rauschten und Aktien und Immobilien kräftig an Wert zugelegt haben, blieb das Anlageverhalten der deutschen Haushalte nach wie vor eher konservativ. Ihre Lieblingsanlage war das Sparbuch: Fast drei Viertel besaßen 2014 eines (72 Prozent der Haushalte). Der Anteil schrumpfte aber um 6 Prozentpunkte gegenüber 2010. Fast die Hälfte der Haushalte verfügte außerdem über eine private Rentenversicherung oder kapitalbildende Lebensversicherung. Der Anteil derer, die Fonds besitzen, ging hingegen von 17 auf 13 Prozent zurück.

An riskantere Anlageformen wie Immobilien und Aktien wagten sich hingegen  vor allem vermögende Haushalte. Das heißt: Sie waren auch die Nutznießer der stark steigenden Kurse im Untersuchungszeitraum. Der Aktienbesitz ging allerdings leicht von elf auf zehn Prozent zurück.

Aus den Daten erhofft sich die Bundesbank langfristig auch Rückschlüsse darüber, wie sich die Geldpolitik auf die Verteilung auswirkt. Viele Ökonomen führen den Anstieg der Aktien- und Immobilienpreise auf die Niedrigzinspolitik der EZB zurück. Möglicherweise könnte dadurch die Ungleichheit zunehmen. Vor allem wer Häuser, Wohnungen und Aktien besitzt, konnte sein Vermögen in den vergangenen Jahren tatsächlich mehren, so ein Ergebnis der Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“. Allerdings: So kräftig, wie es boomende Börsen und explodierende Immobilienpreise vermuten ließen, legten die Nettovermögen der Bundesbürger im Vergleich der Jahre 2010 und 2014 nicht zu.

„Ob die Reichen mehr Immobilien kaufen oder die Immobilie die Reichen reicher macht“, sei anhand der Daten nicht auszumachen, erklärt Schmidt. Es gebe jedoch „einen starken Zusammenhang zwischen Immobilienbesitz und Vermögen“, heißt es in der Studie. Wer in deutsche Bundesanleihen investiert hat, bekam dafür Anfang 2010 noch 3,4 Prozent Zinsen pro Jahr. Ende 2014 waren es nur noch 0,5 Prozent. Aktien- und Immobilienpreise dagegen legten im selben Zeitraum kräftig zu.

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30 Kommentare zu "Bundesbank-Studie: „Vermögen sind weiterhin relativ ungleich verteilt“"

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  • Es gibt keine gerechte Verteilung. Wenn z.B. einige Mulitmilliardäre ihren Wohnsitz von den USA nach Deutschland verlegen würden, würde sich der Meridian verschieben und mehr Bundesbürger hätten weniger als 60 % davon. Sind sie dadurch ärmer geworden? Die Mehrheit der Bundesbürger kann oder will kein Vermögen bilden. Schon seit Jahrzehnten gab und gibt es eine Förderung sog. vermögenswirksamer Leistungen. Vermögen wurde damit kaum gebildet. Nach Ablauf der Bindungsfristen wurde das Geld verkonsumiert. Das soll auch jeder halten, wie er will, aber diese sinnlose Diskussion wer arm oder reich ist, sollte eingestellt werden. Ich z.B. bin nicht reich, gehöre wohl zu denen unter 60 %, aber möchte nicht mit einem z.B. Trump tauschen.

  • Ja, erstaunlich was der Artikel zu Tage fördert. Die Deutschen haben keine Lust auf Risikokapital, und nur weil die Zinsen sinken, gehen sie immer noch nicht ALLE auf Häuslebau. Warum bloss? Wenn ich mal von mir auf andere schließen sollte, dann würde ich sagen: Die - wie soll ich es höflich ausdrücken? - "volatilen" Aktienmärkte sind vielleicht für viele Haushalte nicht attraktiv, die kein Geld übrig haben, um es notfalls "abschreiben" zu können (gedanklich und/oder von ihrer Steuerlast). Der Immobilienkauf ist so eine Sache für kleinere Einkommen und Leute, die keine 25 mehr sind und/oder sich einen guten Teil der Last über ihre Steuererklärung von unser aller Steuergeld wiederholen können. Wo die Häuser billig genug sind, (Ruhrgebiet!) bringt das eingesetzte Kapital so wenig Rendite, wie auf dem Sparbuch. In berlin o. München steigen die Preise (noch) schneller, als die Zinsen sinken, und wer mit 45 oder später sein Sparbuch auflöst, um sich ein Haus als Altersvorsorge zu kaufen, sucht sich nach was Bezahlbarem so dumm und blöd wie eine nach einer (halbwegs seriösen) Bank, die ihm in dem Alter einen 20Jahresvertrqag gibt. Übrigens steht in diesem selben Handelsblatt, dass selbst unseren Banken der Immobilienmarkt zu heiß wird. Mancher, der jetzt seine gesamten Spargroschen in eine Immobilie steckt, wird also beim nächsten Crash erwischt. Aber dann kann das HB ja wieder über die böse private Überschuldung, die leichtsinnige, schreiben. Geht wenigstens der Stoff nicht aus.

  • Herr Michael Müller,
    die ständige subtile Forderung nach (noch) mehr Verteilung von "Faulpelzen" zu "Leistungsstarken" ist unerträglich. 1. Das Vermögen und "Leistung" immer zusammenkommen, ist Blödsinn, und nicht erst seit gestern. Krankenschwestern, Nacht- und Schichtarbeiter "leisten" eine Menge, im Sinne harter Arbeit. Bildet sich das in der Einkommens- und Vermögensstatistik etwa ab? 2. Eine demokratische Gesellschaft in einem sozialen Staat (s. Artikel 1 GG) ist u. a. eine Solidargemeinschaft. Der Stärkere kann durchaus verpflichtet werden, dem Schwächeren zu helfen (Art. 14 GG). 3. Deutschland war mal reich, mal arm früher. Das wechselte, wie bei jeder anderen der größeren europäischen Nationen. 4. Die Deutschen waren Viehtreiber und Bauern, da hatten die Mittelmeerländer ihre 3. oder 4. kulturelle Hochblüte. Nahezu der gesamte Kernbestand der dt. "Leitkultur", der vielzitierten, stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. 5. Es ist ein Porsche CAYENNE. Lt. WiWo waren in 01/2014 "neben dem Nahen Osten die USA und China die größten Märkte" für teure Autos. 6. Die Immobilienwerte, die in die ital. o. griech. Vermögenstatistik zählen, stehen mangels Kaufkraft nur auf dem PAPIER. Muss einer dort wg. Einkommensausfall verkaufen, erhält er nur einen Bruchteil dieser "Werte" für sein Haus. Die Bundesbank selbst hat öfter auf diese Verzerrung der Statistik hingewiesen. 7. Haben Sie mal versucht, mit Hartz IV eine Lebemenschenexistenz zu finanzieren? Wäre für Erfolgsbericht dankbar. Meine Mutter (81) hat das 3-Fache an Rente und kommt gerade so eben klar (ist weder faul noch Lebemensch). 8. Am Mittelmeer ist man so reich, dass Tausende sich keine Krankversicherung leisten können. 9. In D. warten Privatpatienten wie ich 1 Tag, Kassenpatienten 2 Wochen auf einen Arzttermin. obwohl die meisten Kassenbeitragszahler arbeiten gehen. Also Menschen, die sich mit ihrer Arbeit was aufbauen, in Ihren Worten. Ist das alles gerecht, ja?

  • Diese ständige subtile Forderung nach mehr "gerechter Verteilung von Vermögen" ist unerträglich!

    Ist es denn gerecht, von den Wohlhabenden zu nehmen? Menschen, die mit viel Arbeit etwas aufgebaut haben, zu bestehlen um es dann den "faulen Hunden" und Lebemenschen zu geben? Das ist nur im Märchen (Robin Hood) gerecht, alles andere ist Bestrafung von Leistung!

    Einfach mal den Reichtum in Europa vergleichen. Deutschland war einmal die reichste Nation in Europa, und jetzt?! Staaten die früher von "Eseltreibern" bevölkert waren, haben nun eine höhere Porsche-Chayenne-Dichte als Deutschland. Ist das gerecht?

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