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Credit-Suisse-Studie Ein Prozent der Deutschen besitzt rund 30 Prozent der Vermögen

Dem „Global Wealth Report“ zufolge leben in Deutschland über zwei Millionen Millionäre. Das treibt jedoch die Vermögensungleichheit in die Höhe.
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Ein Prozent der Deutschen besitzen rund 30 Prozent der Vermögen Quelle: dpa
Geldvermögen

Der Vermögensanteil des obersten Prozents in Deutschland ist höher als in anderen westeuropäischen Nationen.

(Foto: dpa)

Zürich Der Veranstaltungsort war treffend gewählt: Ihre neueste Studie zum globalen Vermögen präsentierte die Credit Suisse in einem Fünf-Sterne-Hotel am Zürcher Paradeplatz – wer hier logiert, braucht das nötige Kleingeld. Dass es an Letzterem auf der Welt nicht mangelt, zeigt der „Global Wealth Report“ der Schweizer Großbank. Demnach kletterten die globalen Vermögen im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent auf 360 Billionen US-Dollar. Doch der Wohlstand ist sehr ungleich verteilt.

Das gilt besonders für Deutschland, wo die Studie 2,2 Millionen Millionäre zählt. „Die Vermögensungleichheit ist in Deutschland höher als in anderen westeuropäischen Nationen“, heißt es in dem Bericht. Ausgerechnet die Schweizer Großbank, die wohlhabende Kunden umgarnt, dürfte Befürwortern der Umverteilung damit neue Argumente liefern.

So schätzen die Studienmacher, dass ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland rund 30 Prozent der Vermögen besitzt. Damit ist der Vermögensanteil des obersten Prozents in Deutschland höher als in Italien und Frankreich (22 Prozent) und Großbritannien (24 Prozent). Rund 41 Prozent der Deutschen besitzen dagegen weniger als 10.000 US-Dollar, rechnet die Credit Suisse vor. Eingerechnet sind dabei sowohl Finanzwerte als auch materielle Vermögenswerte, also etwa Immobilienbesitz.

Weltweit betrachtet hat die Vermögensungleichheit laut Studienautor Anthony Shorrocks zuletzt abgenommen. Dem Ökonomen zufolge besitzen die unteren 90 Prozent der Bevölkerung heute 18 Prozent des Vermögens – im Jahr 2000 waren es lediglich elf Prozent. „Es scheint, als habe das Jahr 2016 den Höhepunkt der Ungleichheit markiert“, sagt Shorrocks.

Dem Ökonom zufolge begann das Jahrhundert mit einem „goldenen Zeitalter“ für den Vermögensaufbau. „Doch während der Finanzkrise brach das Vermögenswachstum ein und erreichte nie mehr das Niveau vor den globalen Verwerfungen im Finanzsystem.“

In der Finanzkrise seien China und andere Schwellenländer zu Motoren des globalen Vermögensaufbaus geworden. Die meisten Reichen gibt es aber weiter in den USA, wo die Studie allein im letzten Jahr rund 675.000 neue Millionäre zählt.

Im Nachteil sehen die Studienmacher die Millennials. Wer nach 1980 geboren wurde, sei nicht nur von der Finanzkrise kalt erwischt worden, sondern muss nun mit hohen Hauspreisen und niedrigem Einkommen kämpfen. Immerhin, einen Trost haben die Autoren für die Jungen: „Finanzielle Unterstützung durch die Eltern und Erbschaften könnten ihnen helfen.“

Mehr: Spitzenverdiener profitieren von Kapital- oder Betriebseinkünften. Dagegen frisst die Inflation Einkommenszuwächse der ärmsten Haushalte auf, zeigt eine neue Studie.

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4 Kommentare zu "Credit-Suisse-Studie: Ein Prozent der Deutschen besitzt rund 30 Prozent der Vermögen"

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  • Im Vergleich leben in Deutschland weniger Menschen in den eigenen vier Wänden als in anderen Ländern. In das Vermögen gehen auch Immobilien mit ein!
    Wenn ich mit meinem sauer verdientem Geld (was noch übrig bleibt nach all den Abzügen und Steuern) ein Eigenheim und/oder zusätzlich eine Mietwohnung "geschaffen" habe, bin ich plötzlich "reich".
    Ich habe zusätzlich Wohnraum geschaffen, von dem es ja zu wenig gibt.
    Ich hoffe, dass dieses Thema nicht wieder in eine Neiddiskussion abrutscht in der man überlegt, wie man denen, die etwas geschaffen haben, wieder etwas wegnehmen kann. Es muss die Diskussion sein, wie es möglich ist, dass es für 70-99% es einfacher wird auch Vermögen aufzubauen.

  • Nicht die Ungleichheit ist das Problem, sondern die jahrzentelangen politischen Fehlentscheidungen das die 90% der Bevölkerung keine finanziellen Möglichkeiten/gesetzl. Rahmenbedingungen bekommen mehr Vermögen anzusparen um wenigstens für eigene Verhältnisse aufzuschliessen.
    Wer bei Renten, Grundsteuern, Versicherungen, GKV, Löhnen, Steuerverschwendungen und Leitzinsen desaströse Entscheidungen trifft, und dabei Dekadenz, Maßlosigkeit und endloses Wachstum in der Wirtschaft hofiert, hat primär ganz andere Versäumnisse für die Sicherheiten seiner Bürger vor Verelendung einzuräumen.
    Ungleichheit wird es immer auf der Welt geben, und es ist nicht Aufgabe von gewählt. Volksvertretern ihren eigenen Wählern die kollektive, globale Armut zu bringen, sondern sie fernzuhalten und zu überwinden.
    Wozu betreibt man dedizierte Wirtschafts- , Außen- und Entwicklungspolitik? Vielleicht einfach mal das unfähige Personal austauschen, wie in der freien Wirtschaft üblich, damit Effizienz abgebildet wird.

  • Besser eine ungerechte Verteilung des Wohlstandes als eine gerechte Verteilung der Armut! Wohin führt uns wohl eine GRR-Politik?

  • Wirklich? 1% der Deutschen müssen sich nur 30% der Vermögen teilen?