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Falsches Sparen Sie haben schon 1.300 Euro verloren!

Die Nullzinspolitik der EZB trifft Sparer besonders hart. Das ist bekannt. Wie hart aber, das dürfte vielen konservativen Anlegern nicht bewusst sein. Die Experten der Comdirect kommen zu einem erschreckenden Ergebnis.
23.05.2017 - 13:11 Uhr 5 Kommentare
Die Deutschen bunkern ihr Geld in schlecht oder gar nicht verzinsten Sparformen. Quelle: dpa
Sparschwein

Die Deutschen bunkern ihr Geld in schlecht oder gar nicht verzinsten Sparformen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Falsches Sparen kostet viel Geld. Wie viel, haben jetzt die Experten der Comdirect ausgerechnet. Das erschreckende Ergebnis: Jeder Haushalt hat seit Oktober 2010 bereits 1.300 Euro verloren. Das sind insgesamt 51 Milliarden Euro. Doch richtig spüren tun die Sparer das nicht. Denn ihnen wird natürlich kein Geld vom Konto abgebucht, aber trotzdem schwindet die Kaufkraft des Ersparten. Der Realzins-Radar der Direktbank zeigt, dass die Verzinsung von Spareinlagen in den vergangenen Jahren zum Teil deutlich unter der Inflationsrate lag. Unterm Strich verloren Sparer deshalb Geld. „Nie war der Wertverlust festverzinslicher Anlagen höher als aktuell“, sagt Arno Walter, Vorstandsvorsitzender der Comdirect.

Noch dramatischer wird die Lage, wenn man sich eine aktuelle Studie der DZ Bank anschaut. „Im Vergleich zum ‚Normalzinsniveau‘ summieren sich die Zinseinbußen der Bürger durch niedrige Zinsen von 2010 bis 2016 auf 344 Milliarden Euro“, schreibt Volkswirt Michael Stappel. Der Normalzins misst sich an der historischen Entwicklung der durchschnittlichen Umlaufrendite inländischer Schuldverschreibungen.

Während sein Niveau in den 70er-, 80er- und 90-Jahren mit 7,3 Prozent relativ hoch lag – zurückzuführen auf die relativ hohen Inflationsraten – lag der Normalzins in den zehn Jahren vor Ausbruch der Finanzkrise im Schnitt bei 4,2 Prozent. Ab Mitte 2009 ging es dann runter auf durchschnittlich 1,4 Prozent, allerdings bei zeitweise sehr niedrigen Inflationsraten. „2012, 2013 und im letzten Jahr fiel die durchschnittliche inflationsbereinigte Umlaufrendite sogar negativ aus“, so Stappel. Für Sparer ist das fatal.

Besserung ist nicht in Sicht. Denn mit der zuletzt wieder ansteigenden Inflation liegt der Realzins bei Tages- und Festgeld mittlerweile schon bei minus 1,6 Prozent. Die Prognose der Comdirect sieht den Realzins in den kommenden Jahren sogar auf unter minus zwei Prozent absinken, bevor er langsam wieder steigt. Setzt sich diese Entwicklung wirklich fort, so verlieren Sparer in den kommenden 20 Jahren mehr als 550 Milliarden Euro. Das sind 14.000 Euro im Schnitt pro Haushalt. Laut der Experten ist das in etwa die durchschnittliche Sparleistung von drei Jahren.

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    5 Kommentare zu "Falsches Sparen: Sie haben schon 1.300 Euro verloren!"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Champagnerlaune für Schäuble: Die öffentlichen Finanzen quellen geradezu über. Zeit also, dem Bürger wieder etwas zurück zu geben. Ihn wollen die Parteien deshalb um 15 bis 40 Milliarden Euro entlasten. Bei den Sparern, die maßgeblichen Anteil an Schäubles guter Laune haben, kommt gleichwohl keine Freude auf. Von 2010 bis 2017 hat ihnen die Nullzinspolitik weit über 400 Milliarden Euro gekostet. Wenn das Maximalversprechen von 40 Milliarden Euro Steuerentlastungen ausschließlich den Sparern zugutekäme, dann würden diese in etwa für ihre Verluste entschädigt. Doch davon ist keine Rede. Die Politik will alle Steuerzahler entlasten, also etwa auch die Schuldner. So leiden die Sparer weiterhin, still und leise.
      Was aber wäre, wenn Sparer ihre Stimme lautstark erheben und das Politikversagen anprangern würden? Ganz einfach: Sie bekämen endlich die ihnen zustehende politische Beachtung! Und das wäre der entscheidende Schritt auf dem Weg zur wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich dringend gebotenen Kurskorrektur in der Geld-, Euro- und Europapolitik! Der Finanzminister kann aber beruhigt sein: Das Leiden der Sparer wird wohl weiterhin unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

    • Geben ist seliger als Nehmen, man muß sich dem Projekt Europa auch finanziel hingeben. Nur so bleibt der Friede erhalten.

    • @Edelgard Kah 23.05.2017, 15:00 Uhr

      Das ist die freundlich formulierte Variante meines Kommentars ...;-)

    • Eigentlich ist es eine Banalität: Wenn die EZB die Zinsen abschafft, dann gibt es keine Zinsen mehr. Dann gehen die Sparer leer aus. Aber Staat und Unternehmen sparen hohe Milliardenbeträge an Zinsen. Des einen Leid ist des anderen Freud.

      Eine andere Frage ist, ob die Sparer ihre unverzinsten Guthaben in andere Anlageformen umschichten sollen. Das würde bedeuten, dass unvorstellbar hohe Beträge in den Aktien- und Immobilienmarkt fließen. Aber auf diesen Märkten gibt es wegen der Null-Zins-Politik der EZB schon heute Preisblasen, die ohnehin irgendwann platzen müssen. Werden die Preisblasen durch Zufluß weiterer gigantischer Beträge noch mehr überdehnt, brauchen wir auf ihr platzen nicht lange zu warten.

    • Wieder ein tendenziöser "Kauft Aktien um jeden Preis"- Artikel, diesmal etwas subtiler verpackt und mit einer Prise Panikmache gewürzt.

      Das HB ist zur Drückerkolonne der Banken-Lobby verkommen.

      Ich habe meine Aktien verkauft, denn ich meine, daß die Party bald vorbei ist.

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