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Flatex-CFO Muhamad Chahrour „Dass Billiganbieter auf den Markt drängen, sehen wir gelassen“

Der Onlinebroker Flatex führt jetzt Gebühren für die Depotführung ein. Aktive Traderkunden will Finanzvorstand Muhamad Chahrour dennoch halten.
26.02.2020 - 12:58 Uhr Kommentieren
Obwohl der Online-Broker Flatex jetzt Gebühren einführt, hat Finanzvorstand Chahrour keine Angst vor der Billigkonkurrenz. Quelle: Flatexdegiro
Flatex-Finanzvorstand Muhamad Chahrour

Obwohl der Online-Broker Flatex jetzt Gebühren einführt, hat Finanzvorstand Chahrour keine Angst vor der Billigkonkurrenz.

(Foto: Flatexdegiro)

Frankfurt Herr Chahrour, Sie haben mit Ihrer Ankündigung, ab März Gebühren für die Depotführung zu erheben, bei Anlegern für einigen Wirbel gesorgt. Wie erklären Sie diesen Schritt?
Wir wollen uns klar als Onlinebroker für aktive Trader positionieren, denen wir eine gute Servicequalität und günstige Gebühren bieten können. Zuletzt haben aber viele Kunden größere Positionen im Depot geparkt, ohne eine einzige Kauf- oder Verkaufsorder aufzugeben.

Und die wollen Sie nun zur Kasse bieten?
Die Verwahrung der Wertpapiere kostet uns viel Geld. Anders als Retailbanken, die auch an anderer Stelle Provisionserträge generieren können, sind wir darauf angewiesen, dass wir die Kosten durch Erlöse im Wertpapierhandel decken. Da wir unsere aktiven Traderkunden mit einer Erhöhung der Ordergebühren nicht zu stark belasten wollen, führen wir nun eine vergleichsweise geringe Gebühr für die Depotführung ein.

Die meisten Ihrer Konkurrenten verzichten nach wie vor auf Depotführungsgebühren. Haben Sie keine Bedenken, dass Sie Kunden verlieren werden?
Unsere aktiven Trader haben im Schnitt 20.000 bis 30.000 Euro im Depot. Sie zahlen künftig 20 bis 30 Euro pro Jahr an Depotführungsgebühren. Wer aber beispielsweise drei Millionen Euro in Daimler-Aktien hält und nie damit handelt, zahlt mit 3.000 Euro im Jahr natürlich vergleichsweise viel fürs Depot. Kunden mit einer reinen Buy-and-Hold-Strategie sind wahrscheinlich bei einem anderen Broker besser aufgehoben.

Wie wollen Sie Ihre handelsaktiven Kunden bei der Stange halten?
Für besonders handelsaktive Kunden führen wir den neuen VIP-Club ein. Dieser richtet sich an Trader, die mehr als 500 Transaktionen im Jahr tätigen oder einen Wertpapierkredit von mindestens 75.000 Euro bei uns haben. Clubmitglieder zahlen dann weder Depotgebühren noch Negativzinsen auf dem Verrechnungskonto. Zusätzlich haben wir trading-abhängige Gebühren reduziert, beispielsweise den Auslandshandel von 15,90 Euro auf 5,90 Euro pro Trade und die Gebühr auf ausländische Dividenden von 5,90 Euro auf null.
Eine Ordergebühr von 5,90 Euro ist aber im Vergleich zu den Gebühren mancher neuer Konkurrenten immer noch viel.
Dass mittlerweile auch Billiganbieter mit sehr niedrigen oder keinen Gebühren auf den Markt drängen, sehen wir gelassen. Jeder dieser Broker spricht spezielle Kunden an, die sich nur teilweise mit unseren Kundengruppen überschneiden. Zudem unterbieten uns die Firmen zwar beim Preis, können aber nicht mit unserem Produktangebot oder unserer Servicequalität mithalten.

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    Wird der Wettbewerb durch die neuen Billigbroker aber nicht noch härter?
    Die neue Billigkonkurrenz wird aus meiner Sicht nicht sehr schnell große Marktanteile generieren können. Die Kunden geben einen Großteil der Orders nach wie vor an Flatex, Comdirect, Consorsbank und ING – vermutlich, weil sie diesen etablierten Anbietern sehr stark vertrauen. Es wird dauern, bis junge Anbieter wie Justtrade oder Trade Republic ein solches Vertrauen aufbauen können.

    Sie planen, den niederländischen Konkurrenten Degiro zu übernehmen. Welche Änderungen stehen hieraus für Anleger an?
    Nach der Übernahme werden Degiro und Flatex eigenständige Marken bleiben und wir werden beide Plattformen weiterbetreiben. Für die Kunden ändert sich nichts. Wir sehen stattdessen vom Start weg Synergien unter anderem im Marketing und in der Abwicklung.

    Mehr: Die Gebühren für den Onlinehandel mit Aktien, ETFs und Optionen fallen in den USA. Anleger in Europa dürften davon aber zunächst nicht profitieren.

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