Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Flossbach von Storch-Umfrage Die Deutschen parken ihr Geld weiterhin am liebsten auf Sparbüchern

Mehr als zwei Billionen Euro halten die Deutschen in Sparanlagen. Laut einer Umfrage haben sogar die niedrigen Zinsen daran nur wenig geändert.
Kommentieren
Die meisten deutschen Haushalte sparen nicht auf effiziente Art und Weise. Quelle: dpa
Spardose

Die meisten deutschen Haushalte sparen nicht auf effiziente Art und Weise.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Deutschen machen zu wenig aus ihrem Geld. Sie sparen falsch. Das ist unter Finanzexperten kein Geheimnis. Die Marktforscher von GfK liefern in Zusammenarbeit mit dem Flossbach von Storch Research Institute aktuelle Belege.

„Mehr als zehn Jahre dauert das historische Zinstief in Europa – und die Deutschen investieren nach wie vor einen Großteil des Geldes in nominale Zinsanlagen“, bündelt Thomas Mayer, Leiter des Research-Instituts beim Kölner Vermögensverwalter, die Ergebnisse einer im Oktober durchgeführten Umfrage unter 10.000 Verbrauchern.

Stein des Anstoßes sind die über zwei Billionen Euro, die deutsche Haushalte laut Bundesbank-Statistik weiterhin auf Sparbüchern, anderen Konten, in Festgeld oder Anleihen halten. Diese Anlagen bringen schon lange keinen Ertrag mehr. Nur jeder dritte Befragte jedoch gab an, sein Sparverhalten wegen der niedrigen Zinsen geändert zu haben.

Eindrucksvoll belegt ist das Beharrungsvermögen mit den Antworten auf die Frage: „Angenommen, Sie legen zur Geburt Ihres Kindes oder Enkelkindes für mindestens 18 Jahre monatlich jeweils 100 Euro als Ausbildungssumme zurück. Wie würden Sie das Geld bevorzugt anlegen?“ Nur knapp jeder Vierte wählte die nach Vergangenheitsdaten auf lange Sicht ertragreichste Vermögensform, die Aktie.

Weit über die Hälfte der Befragten entschied sich für eine Zinsanlage in der Spanne von Sparbuch über Festgeld bis zur Lebensversicherung, die ihrerseits größtenteils in Anleihen investiert.

Grafik

Ähnliche Studien stützen die Ergebnisse. Im Sommer legte der Fondsverwalter Union Investment Ergebnisse einer eigenen Anlegerbefragung vor. Nicht einmal jeder Zehnte wollte wegen der Tiefzinsen Geld aus Anlagen in Investmentfonds verlagern. Die Aktie als langfristig rentable Vermögensform kommt in der Popularitätsrangliste lediglich auf den vierten Platz.

Viele haben ein Verständnisproblem

Viele Deutsche haben laut den Ergebnissen der Flossbach-Umfrage ein Verständnisproblem. Drei von vier erwarten eine jährliche Rendite von über zwei Prozent. Das ist allerdings fern der Realität. Eine zehnjährige Bundesanleihe als Maßstab für eine risikolose Anlage wirft heute weniger als ein halbes Prozent ab. So passen Renditevorstellung und Anlagevorliebe nicht zusammen. Auch aus einem anderen Betrachtungswinkel fällen viele Deutsche eine falsche Entscheidung.

Laut Umfrage ist das wichtigste Sparmotiv die Altersvorsorge. Demnach müsste bei der Geldanlage der langfristige Vermögensaufbau für ein auskömmliches Zubrot im Lebensalter im Vordergrund stehen. Bei diesem Ziel wären Realwerte wie Aktien erste Wahl.

Diese Überlegungen werden zusätzlich durch Profischätzungen für die Zukunft gestützt. Längerfristige Ausblicke wie die Vorausschau des niederländischen Geldverwalters Robeco sagen klar, wohin die Reise in den kommenden fünf Jahren gehen dürfte. Die Strategen rechnen bei risikolosen Staatsanleihen mit Verlusten, bei Aktien dagegen immerhin mit jährlichen Erträgen von mindestens vier Prozent. Das sind Prognosen unabhängig von tagesbedingten Schwankungen an den Finanzmärkten.

Interessant sind auch die Teilergebnisse der Flossbach-Umfrage zur Eingangsfrage, unterschieden nach Geschlecht, Einkommen und Bildung. Männer bevorzugen tendenziell Aktien und Aktienfonds für die langfristige Geldanlage, während Frauen lieber auf Sparbuch und Girokonto setzen. Mit wachsendem Einkommen steigt grundsätzlich die Neigung zu Realwerten, sinkt jene zur Zinsanlage. Mit höherer Bildung setzen die Befragten auch immer stärker auf die Aktie als Unternehmensanteil.

Das größte Risiko bei der Geldanlage ist für meisten Deutschen die Wertschwankung. Für jeden dritten ist es die Inflation. Viele Studien zeigen allerdings, dass kurzfristige Wertschwankungen wie die am Aktienmarkt durch langfristig höhere Erträge kompensiert werden.

Geldentwertung ist eher gefährlich für Nominalversprechen wie Zinsanlagen, etwa Anleihen. So sprechen bei der langfristigen Anlage mit Blick auf den zu erwartenden Ertrag insgesamt viele Argumente für Realwerte wie etwa Unternehmensanteile und gegen nominale Zahlungsversprechen.

Die Flossbach-Strategen machen anschaulich, um wie viel Kapital es geht: Wenn die hiesigen Sparer nur die Hälfte ihrer Geldreserven in deutsche Aktien investieren würden, könnten sie den gesamten Aktienbestand aller im Deutschen Aktienindex (Dax) enthaltenen Unternehmen kaufen. Bisher sind die meisten Dax-Aktien in ausländischer Hand.

Startseite

Mehr zu: Flossbach von Storch-Umfrage - Die Deutschen parken ihr Geld weiterhin am liebsten auf Sparbüchern

0 Kommentare zu "Flossbach von Storch-Umfrage: Die Deutschen parken ihr Geld weiterhin am liebsten auf Sparbüchern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote