Georg Fahrenschon Sparkassen-Präsident erwartet Rente ab 70

Rente ab 65? Für Georg Fahrenschon eine „illusorische“ Forderung. Der Sparkassen-Präsident rechnet mit einer Anhebung des Renteneintrittsalters – und warnt vor einer dramatischen Versorgungslücke für Millionen Rentner.
Die Niedrigzinsen der EZB drücken auch auf die private Altersvorsorge. Sparkassen-Präsident Fahrenschon warnt: „Millionen Rentnern fehlt am Ende bares Geld.“ Quelle: dpa
EZB-Politik

Die Niedrigzinsen der EZB drücken auch auf die private Altersvorsorge. Sparkassen-Präsident Fahrenschon warnt: „Millionen Rentnern fehlt am Ende bares Geld.“

(Foto: dpa)

BerlinAngesichts der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank rechnet Sparkassen-Chef Georg Fahrenschon mit einem Anstieg des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre und darüber hinaus. Beschäftigte müssten entweder mehr in die private Vorsorge einzahlen oder „mehrere Jahre länger arbeiten“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands der „Bild“-Zeitung vom Donnerstag. „Sonst droht vielen Altersarmut.“

Als Ursache für den deutlich über 67 Jahre hinausgehenden Renteneintritt nannte Fahrenschon den Wegfall von Zinsen und Zinseszinsen. Dadurch entstehe bei der privaten Altersvorsorge bei vielen Arbeitnehmern eine große Lücke, die „krass unterschätzt“ werde. Viele Beschäftigte bekämen im Alter deutlich weniger als ursprünglich erwartet. „Millionen Rentnern fehlt am Ende bares Geld“, warnte er.

Was man als Rentner im Ausland beachten muss
Rente im Ausland
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Etwa zwei Drittel der Befragten im Alter von 16 bis 70 können sich vorstellen, im Rentenalter im Ausland zu leben, besagt eine Umfrage von Ipsos im Auftrag von Ergo. Einfach ins Ausland ziehen und Rente beziehen, geht allerdings nicht. Man muss sich rechtzeitig vorbereiten, das Steuerrecht beachten und die Folgen eines Umzugs kennen. Was für Rentner wichtig ist, die ihren Lebensabend im Ausland verbringen wollen:

Kann man im Ausland die volle Rente beziehen?
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In der EU: ja. Außerhalb der EU kommt es darauf an. Wer innerhalb der Europäischen Union lebt, bekommt die volle gesetzliche Rente aus sämtlichen beitragspflichtigen und beitragsfreien Zeiten. Die gesetzliche Rente gibt es auch außerhalb der EU – derzeit zahlt die Rentenversicherung in rund 150 Länder.

Wo drohen Rentenkürzungen?
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Mit Rentenkürzungen muss rechnen, wer außerhalb der EU lebt und kein Staatsangehöriger eines EU-Staats ist. Man sollte vor allem beachten, dass für bestimme Länder individuelle Regelungen gelten.

Wer zahlt die Überweisung der Rente?
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Die Kosten für die Überweisung der Rente ins Ausland trägt der Rentner selbst. Vor allem sollte man sich rechtzeitig und vor dem Umzug eine Bankverbindung in dem jeweiligen Land einrichten, damit die Rente auch ankommt. Zudem sollte man die Deutsche Rentenversicherung bereits mehrere Monate vor dem Umzug informieren und sich auch beraten lassen.

Wie wird die Rente versteuert, wenn man im Ausland lebt?
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Deutsche Renten werden besteuert, egal ob der Empfänger im In- oder im Ausland lebt. Die Steuerpflicht richtet sich in dem Fall immer nach dem Einkommenssteuergesetz. Es ist also egal, ob der Rentner, der im Ausland lebt, bereits im Ausland eine Steuererklärung abgegeben und Steuern gezahlt hat. Damit allerdings keine Doppelbesteuerung stattfindet, gibt es entsprechende Abkommen mit einzelnen Ländern. Diese Abkommen sollte man sich deshalb genau anschauen.

An wen muss ich mich wenden, wenn ich Rente im Ausland beziehe?
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Die zentrale Anlaufstelle für alle, die im Ausland leben und aus Deutschland ihre Rente beziehen, ist das Finanzamt Neubrandenburg. Fragen zu Abkommen, Steuern und Freibeträgen sollte man im Zweifel mit der Behörde klären.

Was passiert mit der Riester-Rente?
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Die Riester-Rente (inklusive Zulagen) bekommt man voll ausgezahlt, wenn man innerhalb der EU seinen Lebensabend verbringt. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass EU-Ausländer die staatliche Förderung behalten dürfen (Az. C-269/07). Das gilt auch für Mitgliedsländer des Europäischen Wirtschaftsraums wie Island, Norwegen und Liechtenstein.

Wer allerdings außerhalb der EU seine Rente bezieht, muss die bis zum Zeitpunkt der Auswanderung erhaltenen Zulagen zurückzahlen.

Der Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, Alexander Erdland, erklärte, dass schon wegen der steigenden Lebenserwartung über eine Ausdehnung der durchschnittlichen Lebensarbeitszeit gesprochen werden müsse. Die Folgen der längeren Lebenserwartung müssten „frühzeitig“ diskutiert werden, da die Altersabsicherung eine „Angelegenheiten von Jahrzehnten“ sei.

Eine Rückkehr zur Rente mit 65 bezeichnete Erdland als „illusorisch“. „Wer so etwas fordert, weckt falsche Hoffnungen bei den Menschen.“

  • afp
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