Gesetzliche Rentenversicherung 280 Millionen Euro Überschuss

Eine positive Entwicklung bei den Beitragseinnahmen hat der gesetzlichen Rentenversicherung im Juni einen Überschuss von 280 Millionen Euro beschert. Nun fordern erste Experten aus der Union eine Beitragssenkung.
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Die Nachricht hat eine neue Debatte um den Rentenbeitrag ausgelöst. Quelle: dpa
Rentenversicherung fährt Überschuss ein

Die Nachricht hat eine neue Debatte um den Rentenbeitrag ausgelöst.

(Foto: dpa)

BerlinDie gesetzliche Rentenversicherung hat den Monat Juni überraschend mit einem Überschuss von 280 Millionen Euro abgeschlossen – nach roten Zahlen in den fünf Monaten zuvor. Das erfuhr das Handelsblatt aus Rentenversicherungskreisen.

Grund für das Plus ist die unerwartet positive Entwicklung bei den Beitragseinnahmen. Sie lagen seit Januar trotz der Beitragssenkung Monat für Monat zwischen 1,8 und 4,2 Prozent über Vorjahresniveau. „Die gute Wirtschaftsentwicklung hat die Einnahmeausfälle wegen der Beitragssenkung überkompensiert“, kommentierte der Rentenexperte der CDU, Peter Weiß, die Entwicklung.

Die Nachricht hat eine neue Debatte um den Rentenbeitrag ausgelöst. Während CDU-Rentenexperte Peter Weiß ähnlich wie die Rentenversicherung auf Anfrage des Handelsblatts vor voreiligen Spekulationen warnte, forderte der Wirtschaftsflügel der Union, jeden Spielraum zur Beitragssenkung zu nutzen. „Die Sozialkassen sind keine Sparkassen. Das Geld gehört den Beitragszahlern und muss zurückgegeben werden“, sagte Carsten Linnemann, Chef der Mittelstandsvereinigung der Union, dem Handelsblatt.

Für die Arbeitgeber wies deren Rentenexperte Alexander Gunkel darauf hin, dass belastbare Aussagen für die weitere Beitragsentwicklung erst möglich seien, „wenn die Ende des Jahres aufbereiteten ökonomischen Daten vorliegen“. Auch Gunkel sprach sich aber dafür aus, den Beitrag zu senken, sollten 2016 die Reserven 1,5 Monatsausgaben übersteigen. Zu viel Geld in den Sozialkassen verleite nur zu Ausgaben, die langfristig nicht zu finanzieren sind, sagte er.

Dagegen warnen die Gewerkschaften vor einer weiteren Beitragssenkung. „Nur weil die Beitragseinnahmen im Augenblick gerade sprudeln, sollten wir sie nicht durch eine Beitragssenkung wieder verpulvern“, sagte Annelie Buntenbach, Mitglied des DGB-Bundesvorstands. Wer die Rente sichern wolle, müsse langfristig denken. „Wir sollten eine Demografiereserve aufbauen, damit wir nicht nackt dastehen, wenn die Baby-Boomer in ein paar Jahren in Rente gehen.“

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6 Kommentare zu "Gesetzliche Rentenversicherung: 280 Millionen Euro Überschuss"

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  • Da kann ich ja nur lachen. Die Rentenversicherung macht einen Überschuß. Das ließt sich so wie: Griechenland schreibt eine schwarze Null, wenn die Schulden halt nicht wären. Ist ja auch egal.
    Hallo lieber Vorstand der DRV. Sie erhalten fast 10 Milliarden Euro an Steuergelder, also auch von Selbständigen und erzählen, Sie haben einen Überschuß. Das grenzt schon an Arroganz pur. Auch ich muß in dieses schwarze Loch einbezahlen, obwohl ich selbständig bin.
    http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/6_Wir_ueber_uns/02_Fakten_und_Zahlen/02_kennzahlen_finanzen_vermoegen/1_kennzahlen_rechengroe%C3%9Fen/entwicklung_bundeszuschuss_node.html
    Würden Sie nicht diese Milliarden und Abermilliarden Euros erhalten, wären Sie als Unternehmen schon lange pleite bzw. die Rentner würden erheblich weniger Rente erhalten. Klären Sie die Leute lieber auf, dass durch den demographischen Faktor und Inflation die Leistungen in ca. 20 Jahren nominal halbiert werden können. Anstatt dessen verschicken Sie Rentenhochrechnungen mit Rentenhöhen, die teilweise höher sind als das, was die Menschen heute verdienen.
    Griechenland ist ein kleiner Vorgeschmack dessen, was der DRV in wenigen Jahrzehnten auch droht, da einfach weggeschaut wird und die Bevolkerung veralbert wird.
    Aber wie sagte Herr Riester: Die Rente ist sicher. Das will das Volk hören. Also weiter so und wegschauen.
    Unsere Kinder werden das schon richten. Ähhhh, welche Kinder?
    Martin Kasten, Prien am Chiemsee
    Fachwirt für Finanzberatung (IHK)

  • Wieso wird nicht die Liste >> Bewertung und Ertrag des Beitrages<< von unserer RentenBehörde veröffentlicht, liebe Medien ?

    Da könnten die betroffenen jungen Arbeitnehmer, die ein Rentenniveau von 43 % ertragen werden müssen feststellen, wie IHRE Lebensleistung und die spätere Lebensqualität "belohnt" wird !

    Es wird ein Schock für viele junge Arbeitnehmer werden und die Abzocker-Riester-LobbyRente ist eine Volks- und Arbeitnehmer-Verars..ung !

    Diese Spielchen wie "...Millionen Euro Überschuss" wird mittlerweile armselig, statt eine seriöse Aufklärung der zukünftigen Rentner beizutragen. Warum wird keine seriöse, schmerzhafte Aufklärung von den Medien gemacht ?

    Kurzum: Arbeit lohnt sich nicht mehr in Deutschland zu diesen miesen Bedingungen !

    Eine seriöse REFORM in Rente und Gesundheit ist seit Jahrzehnten überfällig !!!

  • Beitragssenkung - weiche von mir, Satan!
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    Die Gelder müssen sofort abgegriffen werden.
    Sie gehen dann auf direkten Weg gen Griechenland.
    Oder sie versickern im allgemeinen Haushalt, damit kennt sich die Regierung ja bestens aus.
    Oder sie fließen in die Beamtenpension.

  • Überschuss in der Rentenkasse trotz Mütterrente von über 9,5 Milliarden Euro im Jahr und Rente mit 63. Wer hätte das denn gedacht. Die Befürchtungen des Präsidenten lauteten vor einem Monat noch ganz anders. Die Reserven sind bis 2018 aufgebraucht und der Beitragssatz muss auf 19,1 Prozent angehoben werden. Und jetzt, vier Wochen später das ganze Gegenteil? Wir können ja "Rentenexperten" haben. Gilt die ganze Sinnlosdebatte auch für die Arbeitslosen- und für die gesetzlichen Krankenversicherungen?
    Wie glaubwürdig soll denn jemand sein, die Beitragssteigerungen das Wort reden?
    Woran liegen sämtliche Fehleinschätzungen? Man vergisst einfach die steigende Anzahl der Beitragszahler durch sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Ganz einfach, aber nicht ohne Grund. Die Prognose der Steigerungen oder Senkungen der Beitragssätze hängt folglich direkt und unmittelbar von der steigenden oder sinkenden Zahl der Beitragszahler ab. Wie wird denn diese Prognose bis 2019 ausfallen? Steigt die Anzahl der Beitragszahler auf mehr als 31 Millionen und steigen die Löhne weiter, werden die Beitragssätze eher sinken als steigen. Trotzdem wachsen die Verteilungsspielräume. Werden das die Experten der Sozialversicherungen bald merken oder werden die sich weiter irren?

  • "280 Millionen Euro Überschuss" in den Kassen der Gesetzlichen Rentenversicherung. Wie viel Prozent des jährlichen Beitragssatzes für Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind das denn? Sollten das doch 0,02 Prozent sein? Davon muss sich doch nun endlich der Konsum der Arbeitnehmer und die Investitionsbereitschaft der Unternehmer massiv ausweiten, oder etwa nicht.
    Typisches Ideologengeschrei im Sommerloch., sonst nichts.

  • Entsetzlich, dass immer diejenigen mitreden wollen, die am wenigsten mit dem Erfolg zu tun haben.

    Die Gewerkschaften und die Industrie haben diesen Überschuss aufgebaut. Sollen die doch entscheiden, was für die Rentner am besten ist. Sie haben sich ja schließlich auch um die Menschen gekümmert, als die noch Arbeiter waren.

    Keine Beitragssenkung. Die Gewerkschaften haben schon Recht.

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