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Global Wealth Report Darum sind die meisten Milliardäre männlich

Das globale Vermögen wächst und wächst – doch Frauen besitzen weniger als Männer. Die Begründung dazu überrascht.
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Die reichsten Menschen der Welt zu ermitteln ist auf Grund der sehr dünnen Datenlage alles andere als einfach. Quelle: dpa
Reichtum

Die reichsten Menschen der Welt zu ermitteln ist auf Grund der sehr dünnen Datenlage alles andere als einfach.

(Foto: dpa)

Zürich Die schweizerische Credit Suisse versucht sich alljährlich an der Vermessung des Reichtums. Auch in diesem Jahr haben die globalen Vermögen zugelegt: Sie wuchsen um vier Prozent auf 317 Billionen US-Dollar. Doch davon haben wohl in erster Linie die Männer profitiert – denn sie besitzen mehr.

In ihrem „Global Wealth Report“ schätzen die Experten des Credit Suisse Research Institute, dass nur knapp 40 Prozent des weltweiten Gesamtvermögens auf Frauen entfallen. Ihr Anteil sei im 20. Jahrhundert zwar erheblich gewachsen, scheint jedoch seit der Jahrtausendwende zu stagnieren. Und auch die Listen der Superreichen werden von Männern dominiert.

Für die ungleiche Geschlechterverteilung der Vermögen präsentieren die Credit-Suisse-Analysten mehrere mögliche Erklärungen, beispielsweise die ungerechte Bezahlung. Weil Frauen im Durchschnitt noch immer weniger Geld verdienen als Männer, können sie demnach auch weniger beiseitelegen.

Zudem seien Frauen wohl vorsichtiger bei der Geldanlage. „Es gibt viele Belege dafür, dass Frauen risikoaverser investieren als Männer“, heißt es. Von den satten Kurszuwächsen der vergangenen Jahre an den Aktienmärkten dürften Frauen deshalb weniger profitiert haben. Bei ihrer Recherche standen die Analysten der Bank vor einem doppelten Problem: Millionäre sind eine scheue Spezies, verlässliche Daten zum Reichtum sind Mangelware.

Noch dünner wird die Datenlage, wenn es um Geschlechterunterschiede bei der Vermögensverteilung geht. Wenn Haushalte nach ihrem Vermögen befragt werden, wird selten erfasst, welchem Familienmitglied welcher Vermögenswert gehört. Angesichts der mauen Datenlage untermauern die Credit-Suisse-Leute ihre These deshalb mit Indizien – etwa mit Studien aus einzelnen Ländern oder den „Reichenlisten“ von Wirtschaftsmagazinen.

Demnach schätzt die Credit Suisse, dass zwischen 40 und 45 Prozent des globalen Reichtums auf Frauen entfallen. Demnach haben sich die gesellschaftlichen Veränderungen in den Industrieländern für Frauen buchstäblich ausgezahlt. Sie gehen häufiger einer Arbeit nach und verdienen mehr. „Statt früh zu heiraten und Kinder zu bekommen, heiraten Frauen später und warten länger mit dem Kinderkriegen“, schreibt die Bank.

Doch bei der Aufholjagd der Frauen gab es auch Rückschläge. So sei ihr Anteil am Reichtum in Deutschland und Spanien zwischen 2000 und 2013 sogar zurückgegangen, in Großbritannien stagnierte er.

Auch beim Blick auf die Superreichen ergibt sich ein gemischtes Bild. In der Liste der 400 Amerikanerinnen und Amerikaner, die das Magazin „Forbes“ erstellt, verloren die Frauen an Boden. Zählte das Forbes Magazine 1995 noch 74 Frauen auf der Liste, waren es 2010 nur noch 41.

Deutschland liegt weit über dem Durchschnitt

Dennoch: Zuletzt nahm der Anteil der superreichen Amerikanerinnen wieder zu. Zugleich entstand in Asien eine Reihe von neuen Milliardärinnen. Allerdings sind derartige Rankings nur mit großer Vorsicht zu genießen: Der Reichtum wird dabei nur geschätzt, zudem dürfte das gemeinsame Vermögen von Ehepaaren oft den Männern zugeschlagen werden.

„Weltweit bleibt eine Wohlstandskluft zwischen Männern und Frauen bestehen, wobei diese an einigen Orten wesentlich ausgeprägter ist als an anderen“, sagt Nannette Hechler-Fayd’herbe, die bei der Credit Suisse die globale Anlagestrategie verantwortet. „Die Kluft ist jedoch im Verlauf der Zeit erheblich kleiner geworden“. Aber: „Selbst in Ländern, in denen der Fortschritt am stärksten ist, bleiben Herausforderungen bestehen.“

In Deutschland verfügt laut der Credit Suisse jeder Mensch im Durchschnitt über ein Vermögen von 214.000 Dollar. Damit liegt die Bundesrepublik weit über dem globalen Schnitt von 63.000 US-Dollar pro Kopf, aber hinter den USA, dem reichsten Land der Welt. Doch die Durchschnittswerte sind trügerisch, denn die globalen Vermögen sind extrem ungleich verteilt.

Weltweit besitzt die Hälfte der Erwachsenen der Credit Suisse zufolge weniger als ein Prozent des Reichtums. Zugleich verfügen die reichsten zehn Prozent der Menschen über 85 Prozent des Vermögens.

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