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Handelsblatt testet Geldanlage mit Disziplin: Das sind die besten Auszahlpläne

Mit Auszahlplänen können sich Sparer zügeln, die ihr Geld schneller ausgeben, als sie eigentlich wollen. Die Sicherheit hat aber ihren Preis.
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Wer in einen Auszahlplan investiert, bekommt dann gestückelt über einen vorher festgelegten Zeitraum monatlich eine bestimmte Summe ausgezahlt. Quelle: picture alliance / dieKLEINERT.d
Illustration Euroscheine

Wer in einen Auszahlplan investiert, bekommt dann gestückelt über einen vorher festgelegten Zeitraum monatlich eine bestimmte Summe ausgezahlt.

(Foto: picture alliance / dieKLEINERT.d)

Köln Eine Erbschaft oder die Auszahlung einer Lebensversicherung kann den Kontostand auf einen Schlag in die Höhe schnellen lassen. Nach der Freude darüber stellt sich aber eine Frage: Wohin mit dem Geld? In Zeiten verschwindend geringer Zinsen eine schwierige Frage. Aktien fallen für diejenigen als Antwort aus, die in naher Zukunft Teile des Geldes verwenden möchten. „In einer Wirtschaftskrise müssen Anleger damit rechnen, Wertpapiere nur mit Kursverlusten verkaufen zu können“, sagt Ralf Scherfling, Finanzexperte der Verbraucherzentrale NRW.

Doch auf dem Konto schmilzt der Wert mit der Inflation. Außerdem kann ein hoher Kontostand dazu verleiten, über die eigenen Verhältnissen zu leben. Passiert das, können Sparer ihr Geld nicht mehr für Dinge verwenden, die ihnen eigentlich wichtig sind: etwa eine Aufstockung der Rente oder die Unterstützung von Enkelkindern in der Ausbildung.

Zumindest das Problem mit der Selbstdisziplin kann ein Finanzprodukt lösen, das viele Banken anbieten und das dennoch relativ unbekannt ist: ein Auszahlplan. In einen solchen Plan investiert der Sparer und bekommt dann gestückelt über einen vorher festgelegten Zeitraum monatlich eine bestimmte Summe ausgezahlt. Menschen, die dazu neigen, ihr Geld schneller auszugeben als sie eigentlich wollen, können sich damit selbst disziplinieren. Ist der Vertrag einmal abgeschlossen, gibt es allerdings keine Möglichkeit, früher an das Geld zu kommen.

Wer einen solchen Plan abschließen will, sollte Angebote unbedingt vergleichen. „Ob man in ein Produkt mit 0,01 Prozent oder 0,6 Prozent Zinsen investiert, kann bei größeren Anlagesummen einen nennenswerten Unterschied machen“, sagt Max Herbst von der Finanzberatung FMH. Er hat einen Überblick über den aktuellen Markt erstellt und für das Handelsblatt die besten Konditionen für eine Anlage über fünf und zehn Jahre herausgesucht. Da es sich bei Auszahlplänen um ein Nischenprodukt handelt, werden sie von Vergleichsportalen meist nicht gelistet.

Sein Vergleich zeigt: Wer 50.000 Euro für fünf Jahre anlegen will, bekommt bei der IKB Deutsche Industriebank 0,6 Prozent Zinsen. Der Anleger bekommt in dem Fall monatlich rund 846 Euro überwiesen. Bei der Stadtsparkasse Düsseldorf wären es etwa zwölf Euro weniger. Für Anlagen über zehn Jahre bietet die GEFA Bank noch bessere Konditionen als die IKB. Sie zahlt in dem Fall 0,8 Prozent Zinsen.

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Sparer sollten jedoch gut prüfen, ob ein Auszahlplan wirklich die richtige Wahl ist. Denn die Zinssätze liegen nicht über dem, was momentan auf kürzer laufendes Festgeld und Tagesgeld gezahlt wird. „Bei solch niedrigen Verzinsungen stellt sich für Anleger die Frage, auf welchem Weg sie real am wenigsten Verlust machen“, sagt Verbraucherschützer Scherfling. „Falls die Zinsen wieder steigen sollten, könnte man sich ärgern, sein Geld für einen derart langen Zeitraum gebunden zu haben.“

Bevor sie einen Vertrag abschließen, sollten Anleger zudem einige Fragen für sich klären, betont Scherfling: „Man sollte genau analysieren, welchen Zeithorizont man abdecken und wofür man sein Geld wann einsetzen möchte.“ Ein Auszahlplan könnte ein Baustein von einer gestreuten Anlage in viele unterschiedliche Werte sein.

Er komme nur in Frage, wenn einige grundlegendere Voraussetzungen erfüllt seien – etwa die eigene Liquidität auch bei unvorhersehbaren Situationen gewährleistet ist. „Jeder sollte mindestens drei Nettomonatsgehälter für unerwartete Notfälle zur Seite gelegt haben, auf die er jederzeit zugreifen kann.“ Zudem sollten mögliche Schulden abbezahlt sein.

Langfristig hilfreich

„Die Auszahlpläne können für Anleger eine Option sein, die keinerlei Risiko eingehen wollen und fest mit ihrem Geld planen – egal was passiert“, sagt Herbst von FMH. In Abgrenzung etwa zu Rentenversicherungen werden verbleibende Vermögen in einem Auszahlplan nämlich vererbt. Für Großeltern, die Enkelkinder bei einem langfristigen Projekt – zum Beispiel einem mehrjährigen Studium – unterstützen möchten, kann ein Auszahlplan daher eine sinnvolle Wahl sein.

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Denn auch im Todesfall der Großeltern stehen die Enkel nicht ohne finanzielle Mittel da. Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: „Ab und zu haben Großeltern Angst, dass ihre Enkel eine größere Summe schnell ausgeben könnten und nicht langfristig für das Studium einsetzen“, sagt Herbst. Ein Auszahlplan kann sicherstellen, dass das Geld nicht auf einen Schlag für ein Auto oder Reisen ausgegeben wird.

Ein fester Auszahlplan ist aber nicht die einzige Möglichkeit, sich selbst oder die Enkel ein bisschen auszutricksen. Wenn das Vermögen nicht auf dem gewöhnlichen Ausgabenkonto liegt, sondern auf einem Zweitkonto, stellt dies für viele schon eine psychologische Hürde dar. „Bei Auszahlplänen verzichten Anleger oft sowohl auf Liquidität als auch auf Rendite“, sagt Verbraucherschützer Scherfling. Damit sich das lohnt, muss die fehlende Ausgabendisziplin also schon groß sein.

Mehr: Welche Lebensversicherer krisenfest sind – und was das für die Kunden bedeutet.

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