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Handelsblatt testet: Rahmenkredite Raus aus dem Dispo

Ein Rahmenkredit kann eine günstige Alternative zu Dispokrediten sein. Auch dort können die Zinsen aber schnell steigen. Eine exklusive Auswertung zeigt die Konditionen von zehn führenden Anbietern im Vergleich.
10.11.2016 - 12:27 Uhr Kommentieren
Es gibt günstigere Möglichkeiten, sich Geld zu leihen, als das Konto ins Minus rutschen zu lassen. Quelle: dpa
Kontoauszug

Es gibt günstigere Möglichkeiten, sich Geld zu leihen, als das Konto ins Minus rutschen zu lassen.

(Foto: dpa)

Köln Die Leitzinsen sind so niedrig wie nie. Davon sollten vor allem jene profitieren, die einen Kredit von der Bank brauchen: zum Beispiel Haus- und Wohnungskäufer. Tatsächlich könnten die Konditionen für Baudarlehen kaum besser sein. Anders bei Dispokrediten. Dort ist vom Niedrigzinsumfeld weniger merken. Viele Banken verlangen nach wie vor Zinsen in zweistelliger Höhe, wenn Kunden mit ihrem Konto ins Minus rutschen und einen Dispokredit in Anspruch nehmen. Der durchschnittliche Dispozins liegt bei rund zehn Prozent, zeigt eine Auswertung der Stiftung Warentest. Noch teurer wird es, wenn Verbraucher ihren Dispokredit überziehen. Viele Banken dulden das in einem gewissen Rahmen – kassieren bei sogenannten geduldeten Überziehungen noch kräftiger als beim Dispokredit.

Verbraucherschützer kritisieren diese hohen Zinsen schon seit Jahren. Im vergangenen Monat erzielten sie einen Erfolg: Banken dürfen Kontoinhabern künftig für eine geduldete Dispo-Überziehung kein pauschales Mindestentgelt mehr berechnen. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) im Oktober nach einer Klage von Verbraucherschützern. Bislang konnte es im Extremfall passieren, dass Kunden ihren Dispokredit um wenige Cents überzogen und dafür Zinsen in Höhe von mehreren Euro zahlen mussten. Dieser Praxis hat der BGH einen Riegel vorgeschoben.

Trotz des BGH-Urteils: Dispokredite und geduldete Überziehungen gehören nach wie vor zu den teuersten Varianten, sich kurzfristig Geld von der Bank zu leihen.

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    Günstiger sind sogenannte Rahmenkredite. Dabei nehmen Bankkunden keine bestimmte Summe als Kredit auf, sondern bekommen einen Verfügungsrahmen eingeräumt. Sie können den gesamten Rahmen ausschöpfen oder auch nur einen Teil davon. Zinsen zahlen sie nur auf die Summe, die sie tatsächlich in Anspruch nehmen. Die Rückzahlungsbedingungen sind bei Rahmenkrediten in der Regel flexibel. Kreditnehmer entscheiden zudem weitgehend selbst, wie sie den Kreditbetrag zurückzahlen. Banken verlangen oft lediglich eine Mindestsumme pro Rate, zum Beispiel mindestens ein Prozent der in Anspruch genommenen Kreditsumme.

    Die Zinsen für Rahmenkredite sind im Schnitt deutlich günstiger als jene für Dispokredite. Eine Auswertung der FMH-Finanzberatung für das Handelsblatt zeigt aber: Es lohnt sich, genau hinzuschauen. FMH hat die Konditionen für Rahmenkredite bei zehn Banken, Volksbanken und Sparkassen verglichen. Dank Werbeaktionen einiger Institute können Kreditnehmer regelrechte Schnäppchen machen. Wer bei Vertragsabschluss nicht aufpasst, zahlt allerdings nach einer gewissen Zeit drauf.

    Bonitätsabhängige Angebote können teuer werden
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