IW-Studie Niedrige Zinsen bremsen Vermögensungleichheit

Die anhaltenden Niedrigzinsen sorgen für eine Umverteilung der Vermögen in Deutschland: Schuldner profitieren, vor allem jüngere Menschen. Sparer dagegen, meist ältere Menschen, bekommen weniger Zinsen auf ihr Vermögen.
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Vor allem der Staat profitiere von den Niedrigzinsen, betont der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Quelle: dpa
Michael Hüther

Vor allem der Staat profitiere von den Niedrigzinsen, betont der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.

(Foto: dpa)

BerlinDie niedrigen Zinsen bremsen einer IW-Studie zufolge die ungleiche Verteilung von Vermögen in Deutschland. „Es findet eine Umverteilung statt – aber nicht zwischen Arm und Reich, sondern zwischen Verschuldeten und Sparern“, teilten die Forscher des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) am Montag mit.

Denn von der extrem lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) profitierten besonders Schuldner. Vor allem jüngere Menschen, die gerade eine Immobile erworben hätten und diese mit einer Hypothek finanzierten, müssten weniger Zinsen zahlen als noch vor einigen Jahren.

Ältere hingegen, die meist mehr Ersparnisse als Schulden hätten, bekämen dafür weniger Zinsen. „Da Ältere im Durchschnitt wohlhabender sind als Jüngere, begünstigt die Niedrigzinsphase eher einen Rückgang der Vermögensungleichheit in Deutschland“, argumentieren die IW-Experten.

Vor allem der Staat profitiere, da er für seine Schulden deutlich weniger Zinsen zahlen müssen, betonte IW-Direktor Michael Hüther. Tendenziell steigt laut IW mit dem Vermögen zwar auch der Anteil an Aktien und Immobilien. „Allerdings spielen Aktien hierzulande generell keine große Rolle, selbst die Reichsten halten nur 2,6 Prozent ihres Vermögens in Unternehmensanteilen.“

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