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Kommentar Die Reform der Riester-Rente nimmt endlich Fahrt auf

Die Neugestaltung könnte einen Paradigmenwechsel bei der geförderten Vorsorge bedeuten – und eine Chance für die privaten Anbieter.
24.09.2020 - 20:57 Uhr 2 Kommentare
Die Bundesregierung könnte noch ihr Versprechen halten, die Förderrente fürs Alter zu verbessern. Quelle: dpa
Gefülltes Sparschwein

Die Bundesregierung könnte noch ihr Versprechen halten, die Förderrente fürs Alter zu verbessern.

(Foto: dpa)

Frankfurt Na, endlich! Jetzt will die Bundesregierung offenbar doch bis zum Ende ihrer Legislaturperiode eine Reform der Riester-Rente hinbekommen. Immerhin arbeitet das Bundesfinanzministerium (BMF) mit Hochdruck an einem Referentenentwurf, wie nun aus Regierungskreisen zu hören ist. In Berlin führt man das auf den Kuhhandel der Großen Koalition vor der Sommerpause zurück: Die CDU stimmte der Grundrente zu, die SPD lässt sich dafür jetzt auf eine Reform der vor sich hin dümpelnden Riester-Rente ein.

In der Finanzbranche hoffen die Anbieter der aktuell 16,5 Millionen Riester-Versicherungen, -Fonds-, -Bauspar- und -Banksparpläne nun darauf, dass bis Oktober Eckpunkte zur Reform der komplizierten Förderrente für die private Altersvorsorge feststehen. Wenn dann nach weiterer Diskussion bis zum Jahresende ein Referentenentwurf der BMF-Politiker zur Abstimmung in der Regierung fertig wird, könnte diese Bundesregierung noch ein Reformgesetz schaffen. Damit könnte sie ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag halten, die Förderrente fürs Alter zu verbessern, die als zu unübersichtlich, vielfach zu teuer und zu renditeschwach kritisiert wird.

Das BMF bestätigt, dabei die Ergebnisse des bisherigen Dialogprozesses mit der Versicherungswirtschaft zu berücksichtigen, um ein standardisiertes Riester-Produkt zu entwickeln. Daraus zieht die Finanzbranche die Hoffnung, dass ihre Verbesserungsvorschläge einfließen – und sie weiter im Geschäft bleiben. Branchenvertreter wollen vor allem die gesetzlich vorgeschriebene Garantie der eingezahlten Beiträge loswerden, damit sie mehr Kapital am Aktienmarkt mit langfristigen Chancen auf Rendite anlegen können. Und sie schlagen ein einfacheres Fördersystem mit Zulagen vor, statt dem aktuellen, komplizierten Mix aus Steuer- und Zulagenförderung. Letzteres gefällt in der SPD.

Wenn sich die Bundesregierung zu einer solchen subventionierten, privaten Vorsorge ohne Kapitalgarantie durchränge, förderte sie damit privates, langfristiges Sparen in Aktien, wie es in angelsächsischen Ländern längst üblich ist. Das käme erstens einem Paradigmenwechsel gleich und gäbe zweitens den privaten Anbietern noch eine Chance, sich mit einem einfachen Produkt mit Renditechancen zu bewähren.

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    Und das müssen sie auch: Die CDU hat bereits beschlossen, dass sie der Branche noch drei Jahre Zeit geben will, mit einem neuen Produkt die Altersvorsorge zu stärken. Wenn das misslingt, drohen die Politiker mit einer staatlich organisierten, verpflichtenden Zusatzrente.

    Mehr: Was vor dem Eintritt in den Ruhestand finanziell zu klären ist.

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Die Reform der Riester-Rente nimmt endlich Fahrt auf"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Warum sollte man den Anbietern noch eine Chance geben? Die hatten ihre Chance und haben sie genutzt, um sich die Taschen zu füllen. Jetzt soll auch noch die Kapitalgarantie fallen, so dass eine mögliche Option auch der Totalverlust ist. Smarte Manager hätten es z.B. gewiss als Riesenchance gesehen, bei einer solchen DAX-Rakete wie Wirecard einzusteigen. Die kapitalgedeckte private Altersvorsorge ist einfach eine gigantische Fehlkonstruktion.

    • Das ist alles Schönfärberei.
      Wenn die Garantie für das eingesetzte Kapital fällt, dann ist das Risiko für den Kunden maximal, es kann bis zum Totalverlust führen.
      Derartige Fälle hat es in den USA in Kriesenzeiten schon in großem Umfang gegeben.
      Derartige Ansätze minimieren nur das Risko der Versicherungswirtschaft, da es leichter wird das Risko auf die Kunden abzuwälzen und machen die Riesterrente noch unattraktiver.
      Es besteht im erhöhten Maße die Gefahr, dass man nach 30-40 Jahren Sparen wahrscheinlich weniger herausbekommt als man eingezahlt hat und die Alterssicherung dahin ist.
      Denn die Versicherungen werden den Wegfall der Kapitalsicherung nur dazu nutzen ihren Aktionären saftige Dividenten zu zahlen.
      Dies gilt zumindest in Niedrigzinsphasen so wie heute, aber auch in Zeiten wirtschaftlicher Instabilität.
      Dann sollte man doch besser gleich an die Börse gehen und sich dort nach und nach eine Alterssicherung aufbauen.
      Dort kann man auch einmal aussetzen, verstärkt investieren, oder Beträge entnehmen. ganz wie die eigene Situation es erfordert.
      Anstatt der Versicherungswirtschaft weitere Pfründe zu eröffnen sollte man dann doch besser eine staatliche Zusatzversicherung schaffen, die reguliert ist und der sich alle, Versicherungen, Banken,... , aber auch Privatanleger unter festen Bedingungen beteiligen können.
      Es sollte in diesem Fall endlich einmal der Bürger im Mittelpunkt stehen, nicht die Finanzwirtschaft.
      Das in diesem Artikel so hochgepriesenen angelsächsiche Modell mag für einzelne Personen gut sein, für die Mehrheit der Bevölkerung taugt es nicht, das kann man in den USA sehr gut sehen.
      Wenige haben ein sehr gutes Auskommen, der Rest versinkt im Alter in Armut.

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