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Milliardärs-Report von UBS und PwC 3 Gründe, warum die Superreichen immer reicher werden

Das Vermögen der Milliardäre ist auf einen Rekordwert gestiegen. Das hat einen besonderen Grund: In China ist das Vermögenswachstum besonders ausgeprägt.
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Deutschlands Milliardäre besaßen 2017 zusammen 579 Milliarden US-Dollar, das sind 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Quelle: dpa
Geldscheine

Deutschlands Milliardäre besaßen 2017 zusammen 579 Milliarden US-Dollar, das sind 22 Prozent mehr als im Vorjahr.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Zahl der Milliardäre steigt rasant – und ihr Vermögen ebenso. 2158 Milliardäre gab es im vergangenen Jahr weltweit und damit 179 mehr als 2016. Zusammen besaßen sie 8,9 Billionen US-Dollar. Das ist so viel wie noch nie.

Das haben die schweizerische Großbank UBS und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC in ihrer Milliardärs-Studie ausgerechnet. UBS und PwC stützen sich für den Bericht auf Daten aus ihren Kundennetzwerken.

Der Umfang, in dem die Superreichen noch reicher wurden, ist beeindruckend. Die Milliardäre steigerten ihr Vermögen um 19 Prozent und damit so deutlich wie noch nie. Ein Grund dafür dürfte der im vergangenen Jahr noch ordentliche Anstieg der weltweiten Aktienmärkte sein.

Der globale Aktienindex MSCI World legte 2017 inklusive Dividendenausschüttungen um ein Viertel zu. In diesem Jahr mit einem bisherigen MSCI-Verlust von fünf Prozent dürften auch die Vermögen der Milliardäre nicht mehr ganz so deutlich steigen.

Dass ihr Vermögen schrumpft, ist aber unwahrscheinlich. Das hat drei Gründe.

Erstens: Die Superreichen managen ihr Vermögen professionell.

Zweitens: Sie investieren in allen möglichen Märkten und das auch so, dass sie von fallenden Kursen profitieren oder sich zumindest dagegen absichern. Noch wichtiger ist aber der dritte Punkt.

Drittens: Die Superreichen mehren ihr Vermögen nicht allein durch die Geldanlage, sondern durch die Erfolge der eigenen Unternehmen. Tatsächlich sind viele der besonders Wohlhabenden Selfmade-Milliardäre: Allein 2017 wurden 199 Unternehmer zu neuen Milliardären, darunter gab es Pioniere in Bereichen wie Blockchain, Finanztechnologie und grüne Energie.

Porsche, Otto & Co. – Die zehn reichsten Deutschen
Platz 10: Klaus-Michael Kühne
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Als Investor beim HSV blieb Klaus-Michael Kühne (Bild) glücklos. Als Enkel des Firmenmitbegründers und Mehrheitsaktionär des Logistikunternehmens Kühne + Nagel ist er zwar der zehntreichste Deutsche, wie ein Ranking des „Manager-Magazins“ zeigt. Doch auch hier musste er Verluste in Höhe von einer halben Milliarde Euro hinnehmen. Sein Gesamtvermögen beträgt 10,5 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)
Platz 9: Familie Porsche
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Der Dieselskandal scheint der Familie Porsche zumindest finanziell nicht viel auszumachen. Im Vergleich zu 2017 ist das Vermögen der Nachfahren des Porsche-Gründers (im Bild: Wolfgang Porsche) um 3,5 Milliarden auf zwölf Milliarden Euro gestiegen.

(Foto: dpa)
Platz 8: Familie Otto
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Frank Otto (Foto) machte zuletzt vor allem in der Klatschpresse Schlagzeilen – dank seiner viel jüngerer Freundin. Die Familie besitzt 13,5 Milliarden Euro und konnte somit von 2017 bis 2018 eine halbe Milliarde Euro an Vermögen dazugewinnen. Verantwortlich sind dafür vor allem die Otto Gruppe und der Einkaufszentrumsentwickler ECE. Frank Ottos Radiobeteiligungen sind dagegen klein.

(Foto: dpa)
Platz 7: Familie Heinz Hermann Thiele
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Mit einem Vermögen von 15 Milliarden Euro steigt die Familie Thiele auf den siebten Platz. Das ist eine Steigerung von 5,4 Milliarden Euro zum Vorjahr. An der Spitze der Familie steht Heinz Hermann Thiele (Archivbild), der die Mehrheit an Knorr-Bremse hält.

(Foto: dpa)
Platz 6: Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler
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Den sechsten Platz teilen sich zwei Unternehmerdynastien – an Georg und Maria-Elisabeth (Bild) Schaeffler, die den gleichnamigen Autozulieferer zu einer festen Größe in der Branche gemacht haben. So kommt die Familie auf ein Vermögen von 17 Milliarden Euro. Das sind allerdings rund fünf Milliarden Euro weniger als im Jahr 2017.

(Foto: picture alliance)
Platz 5: Familien Theo Albrecht Junior und Babette Albrecht
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Die eine Hälfte des Aldi-Clans ist gleichzeitig die lautstärkere. Die Erben von Theo Albrecht (Aldi Nord) um Babette Albrecht machten vor allem mit Familienstreitigkeiten auf sich aufmerksam. Ihr Vermögen sank um 0,5 Milliarden Euro. Das Gesamtvermögen beträgt 17,5 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)
Platz 4: Familien Albrecht und Hester
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Noch reicher ist der zweite Teil des Familienclans, dem der Discounter Aldi Süd gehört – die Familien Albrecht und Hester. Sie besitzen 21,8 Milliarden Euro und konnten ihr Vermögen um 0,3 Milliarden Euro steigern.

(Foto: AFP)

Der Selfmade-Boom ist besonders auffällig in China. „In den letzten zehn Jahren haben chinesische Milliardäre einige der größten und erfolgreichsten Unternehmen der Welt gegründet“, sagt Caroline Kunert, die bei der UBS das Geschäft Ultra-High Networth (UHNW) und Family Offices für Europa und Lateinamerika leitet. Ultra High Networth sind bei der UBS Kunden mit einem Vermögen von mindestens 100 Millionen Dollar.

Der Aufstieg der chinesischen Milliardäre dürfte noch weitergehen. Die UBS und PwC sprechen bereits von einem „chinesischen Jahrhundert“: „Chinas rasante Verstädterung und Produktivitätssteigerungen bieten Einzelpersonen beispiellose Möglichkeiten“, meint Kuhnert.

Insgesamt gab es in der Volksrepublik im vergangenen Jahr 373 Milliardäre, die zusammen 1,1 Billionen Dollar besaßen und ihr Vermögen binnen Jahresfrist um 39 Prozent steigerten. 2006 gab es in China gerade mal 16 Milliardäre, im Jahr 2016 waren es 318.

Doch auch Deutschland braucht sich nicht zu verstecken. Hierzulande stieg die Zahl der Milliardäre im vergangenen Jahr auf 123 Personen, damit gab es sechs neue Milliardäre. Der Zuwachs um fünf Prozent ist im europäischen Vergleich der größte. Deutschland Milliardäre besaßen 2017 zusammen 579 Milliarden Dollar, das sind 22 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die meisten deutschen Milliardäre kommen aus den Geschäftsbereichen Technologie, Konsumgüter und Einzelhandel sowie Immobilien. „Im internationalen Vergleich stehen deutsche Milliardäre mit ihrem Vermögensanstieg gut da – vor allem, wenn das mit dem vergleichsweise geringen Anstieg von zwölf Prozent in den USA vergleicht“, sagt Maximilian Kunkel, Chefanlagestratege für UBS Global Wealth Management in Deutschland.

In den nächsten 20 Jahren wird nach Schätzungen von UBS und PwC weltweit mehr als ein Drittel des weltweiten Milliardenvermögens an eine jüngere Generation vererbt. Das dürfte auch die Geldanlage und die Investitionen der Milliardäre verändern.

„Bei den Geldanlageentscheidungen der jungen Generation sehen wir einen Umbruch“, sagt Kunkel: „Soziale und ökologische Aspekte spielen eine immer größere Rolle“.

Schon jetzt engagieren sich laut einer Umfrage der UBS mehr als zwei Drittel der Family Offices der reichen Familien für nachhaltige Investitionen und fast die Hälfte plant, die nachhaltigen Investitionen in den nächsten zwölf Monaten zu erhöhen.

Die Reichen werden immer reicher

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