Nachgerechnet Ältere Rentenpolicen können Goldgruben sein

Rentenversicherung fortführen oder ruhen lassen? Vom Vertreter bekommen Sparer oft nur dürftige Auskünfte. Gerade Policen, die schon eine Weile laufen, sind für die Anbieter nicht mehr interessant - aber für den Kunden.
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Fortzahlung mit Sinn - nachgerechnet

Fortzahlung mit Sinn - nachgerechnet

DüsseldorfDass sie in eine längere Babypause geht, ist sicher. Doch soll sie auch bei ihrer Privatrente eine Pause einlegen? Das fragt sich jetzt eine junge Kollegin, die gerade Mutter geworden ist. Ihr Arbeitgeber hat für sie einen Vertrag mit dem Versorgungswerk der Presse abgeschlossen, das indirekt zur Allianz gehört. 300 Euro hat sie dort monatlich eingezahlt, der Verlag hat die Hälfte dazu beigesteuert. Wenn sie nun zu Hause bleibt, müsste sie die Beiträge alleine aufbringen.

Manche Rentenversicherungen sind teuer und bringen kaum Zinsen, andere wiederum bieten eine Leistung, wie sie bei einem Neuabschluss heute nicht mehr zu bekommen ist. Die Kollegin hat sich in einem ersten Schritt erst mal eine ausführliche Standmitteilung schicken lassen.

Sie erfährt, dass der Rückkaufswert der Police im Moment 13.723 Euro beträgt. Sollte sie weiter einzahlen wie bislang, bekäme sie zu Rentenbeginn im Jahr 2044 inklusive Überschüsse 209.906 Euro. Es könnte weniger werden, sollte das Marktzinsniveau noch weiter sinken, es könnte mehr werden, sollten die Zinsen allgemein wieder steigen.

Sie ist zudem mit den 300 Euro monatlich noch sehr gut versichert. 125.000 Euro gehen an die Angehörigen, sollte ihr etwas zustoßen. Das ist wichtig, sie hat ja jetzt Familie. Sollte sie berufsunfähig werden, bekommt sie monatlich knapp 900 Euro und die Versicherung stellt sie beitragsfrei. Ihr Guthaben wächst dann, als würde sie die 300 Euro monatlich weiter einzahlen.

Leider verrät der Versicherer nicht, was der Schutz, der in den Beiträgen von 300 Euro monatlich enthalten ist, anteilmäßig kostet. Da muss sie sich in einem zweiten Schritt am Markt schlaumachen. Beim Bund der Versicherten schätzt man, dass sie für den Risikoschutz und die Berufsunfähigkeitsversicherung allein 80 bis 100 Euro im Monat aufbringen müsste. Beides braucht sie, auch den Berufsunfähigkeitsschutz. Würde sie sich beitragsfrei stellen lassen, würden beide Versicherungen auf ein lächerlich niedriges Niveau sinken. Blieben also - vorsichtig gerechnet - 220 Euro, die als Sparanteil von ihren 300 Euro monatlich in die Altersvorsorge gehen.

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4 Kommentare zu "Nachgerechnet: Ältere Rentenpolicen können Goldgruben sein"

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  • Lieber “Anleihenspezialist”,

    Dein Posting ist ein Internet-Hoax (eine Internettypische Falschinformation). Das VAG ist in § 89 VAG nicht 2011 oder 2010 geändert worden. Tatsächlich ist diese Vorschrift seit Erlass des VAG im Jahr 1901 im Wesentlichen unverändert. Dies zeigt z.B. auch der Versionsvergleich mit 1994: http://tinyurl.com/kgurjuz bzw. http://www.recht-in.de/gesetz/_paragraph_89_vag_versicherungsaufsichtsgesetzes_gegenueberstellung_29-07-1994_317608.html

    Es besteht auch kein Grund zur Aufregung. Für jeden privatwirtschaftlichen Wirtschaftszweig gibt es insolvenzrechtliche Vorschriften, weil theoretisch Insolvenzen nicht ausschließbar sind. Im Bereich Lebensversicherung gibt es jedoch zu Gunsten der Verbraucher eine spezielle Regelung mit § 89 VAG, die bezweckt, dass im Falle des Falles alle Verbraucher gleich behandelt werden. Nur deshalb enthält sie ein vorläufiges (!) Auszahlungsverbot, damit niemand begünstigt und niemand benachteiligt wird (kein first come first served).

  • An Wolfhase:
    Lieber Leser, Sie haben das nicht vollständig zitiert. Komplett hieß der Satz: "Wer noch zwanzig Jahre arbeiten muss, kann die staatliche Rente vergessen, glauben viele. Weit gefehlt: Die gesetzliche Rente wurde zwar kräftig gekürzt, doch sie schlägt Privatrenten um Längen." Und gemeint waren im damaligen Beitrag Neuabschlüsse. Schönen Gruß, G. Hussla

  • Liebe Leser,
    es geht hier ausdrücklich um ältere Policen, die ja noch höhere Garantiezinsen versprechen. Dort sind meist auch die Provisionskosten schon abbezahlt. Und häufig sind die Erträge bei älteren Verträgen auch noch steuerfrei.
    Die Versicherungswirtschaft verkauft gerne neue Verträge, aber von denen ist hier ja nicht die Rede.
    In dem Beitrag "Staatliche Rente schlägt Allianz &co" ging es um ein neues Angebot.
    Schönen Gruß, Gertrud Hussla

  • Liebe Frau Gertrud Hussla,

    hoffentlich hat sich Ihre junge Kollegin auch das VAG §89, dass in 2011 zu ungunsten der Anleger geändert wurde (http://dejure.org/gesetze/VAG/89.html) durchgelesen und informiert das die Versicherer in Deutschland gezwungen werden Staatsanleihen bei Anlagen für kapitalgedeckte Versicherungen zu kaufen. Wie hoch meinen Sie den ist der Prozentanteil der Anleihen bei den kapitalgedeckte Versicherungen? Um wieviele hunderte von Milliarden geht es?

    Warum wohl preisen alle Chefvolkswirte der deutschen Versicherungen die Rettungsschirme und den ESM?

    Prof. Dr. Michael Heise ist Chefvolkswirt der Allianz und rührt im schön die die Werbetrommel für den ESM und seine Notwendigkeit.

    Hat Prof. Sinn doch Recht?
    Ifo-Chef Sinn sieht Rente der Deutschen in Gefahr

    http://www.welt.de/wirtschaft/article13104474/Ifo-Chef-Sinn-sieht-Rente-der-Deutschen-in-Gefahr.html

    Fazit toller Artikel für die Versicherungswirtschaft.

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