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Gut betreut im Alter

Pflegeheim kosten: Eigenanteil & Zuschüsse - wer zahlt was?

(Foto: Maskot/Getty Images)

Pflegeheim-Kosten Wie viel ein Pflegeheim kostet und was der Staat zahlt

Wenn das Alleinleben im Alter nicht mehr funktioniert, ist ein Pflegeheim meist die einzige Lösung. Dabei fallen aber hohe Kosten an. Doch der Staat zahlt auch Zuschüsse. Ein Überblick.
09.07.2021 - 17:44 Uhr Kommentieren

Reicht die Pflege daheim durch Angehörige oder einen ambulanten Pflegedienst nicht mehr aus, müssen pflegebedürftige Personen oftmals in ein Pflegeheim ziehen. Ist die passende Einrichtung gefunden, stellt sich für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen die Frage: Wer zahlt was? Wir zeigen einen aktuellen Überblick und die wichtigsten Fragen rund um die Zuschüsse der Pflegeversicherung und den Eigenanteil der Pflegekosten.

Wie viel kostet ein Pflegeheim?

Die Kosten für die Unterbringung in einem Pflegeheim hängen von verschiedenen Faktoren ab. So unterscheiden sich die Pflegekosten je nach Pflegeheim, der Zimmerausstattung sowie dem Ort und Bundesland. Einen Pauschalpreis für Pflegeheime gibt es also nicht. Viele Faktoren sind für die Kosten verantwortlich. Ein frühzeitiger Vergleich der jeweiligen Kostenfaktoren ist daher lohnenswert.

Wie setzen sich die Pflegekosten zusammen?

Die Heimkosten setzen sich aus mehreren Posten zusammen. Heimbetreiber können die Leistungen teilweise oder gesamt in die Pflegekosten einbeziehen. Die Verbraucherzentrale unterscheidet folgende Punkte für die Pflegekosten: 

  • Pflege und Betreuung
  • Unterkunft und Verpflegung
  • Investitionskosten
  • gegebenenfalls Ausbildungsumlage 
  • gegebenenfalls Kosten für Zusatzleistungen

Wer bezahlt die Kosten für eine Pflegeeinrichtung?

Anders als bei der Krankenversicherung, die im Normalfall für alle notwendigen Kosten zur ärztlichen Versorgung aufkommt, übernimmt eine Pflegeversicherung nur einen Teil der Pflegekosten. Alles, was nicht durch den Zuschlag der Pflegeversicherung bezahlt werden kann, muss von den Pflegebedürftigen selbst oder ihren Angehörigen bezahlt werden. Die Pflegeversicherung wird deshalb auch als „Teilkostenversicherung“ bezeichnet.

Wie hoch ist der Eigenanteil an den Pflegekosten?

Reicht der Zuschuss der Pflegekasse nicht aus, um die Pflegekosten zu decken, wird ein Eigenanteil fällig. Der Grundbetrag des Eigenanteils ist für die Pflegegrade zwei bis fünf einheitlich und beträgt nach dem Verband der Ersatzkassen (vdek) im Bundesdurchschnitt 831 Euro. 

Zu diesem Eigenanteil kommen noch die Kosten für die Unterkunft, Verpflegung und weitere individuelle Leistungen hinzu. Die Kosten hierfür sind je nach Pflegeheim unterschiedlich.

Aus Berechnungen des vdek geht hervor, dass die Bewohner einer Pflegeeinrichtung im Bundesdurchschnitt insgesamt einen Eigenanteil von etwa 2.068 Euro pro Monat zahlen müssen.
(Stand 1. Januar 2021)

Reicht der Zuschuss der Pflegekasse nicht aus, um die Pflegekosten zu decken, wird ein Eigenanteil fällig. (Foto: vdek)
Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil an Pflegekosten

Reicht der Zuschuss der Pflegekasse nicht aus, um die Pflegekosten zu decken, wird ein Eigenanteil fällig.
(Foto: vdek)

Übernimmt die Pflegeversicherung bei einem höheren Pflegegrad auch mehr Kosten?

Ja. Egal, ob gesetzlich oder privat pflegeversichert: Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, wird automatisch in die soziale Pflegeversicherung einbezogen. Wer privat krankenversichert ist, muss hier seine Versicherungspflicht erfüllen. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, nach dem Ausscheiden aus der Versicherung, etwa durch einen Umzug ins Ausland, wieder aufgenommen zu werden.

Wie hoch die Kostenübernahme durch die Versicherung letztlich ist, hängt allerdings vom Pflegegrad ab. Die verbleibenden Pflegekosten müssen über den Eigenanteil bezahlt werden.

Die Zuschüsse der Pflegeversicherung je Pflegegrad in der Tabelle

PflegegradZuschuss durch Pflegeversicherung
1125 Euro
2770 Euro
31262 Euro
41775 Euro
52005 Euro

Was zahlt die Pflegeversicherung für häusliche Pflegehilfe?

Wird die pflegebedürftige Person ambulant gepflegt, ist ein Anspruch auf häusliche Pflegehilfe möglich. Pro Monat zahlt die Versicherung für eine häusliche Pflegehilfe:

  • bis zu 689 Euro bei Pflegegrad 2
  • bis zu 1298 Euro bei Pflegegrad 3
  • bis zu 1612 Euro bei Pflegegrad 4
  • bis zu 1995 Euro bei Pflegegrad 5

Quelle: § 36 SGB XI Pflegesachleistung 

Was passiert, wenn die Rente der pflegebedürftigen Person nicht reicht?

Können die notwendigen Pflegekosten nicht von der Rente und dem Ersparten der pflegebedürftigen Person bezahlt werden, so werden die Angehörigen zur Kasse gebeten. Die Kinder der pflegebedürftigen Person können aber durch das Angehörigen-Entlastungsgesetz vom sogenannten Elternunterhalt befreit werden. Haben die Kinder der zu pflegenden Person ein Jahresbruttoeinkommen von weniger als 100.000 Euro, übernimmt das Sozialamt die Zuzahlung der Pflegekosten. Auf das Einkommen wird somit erst ab diesem Jahresbetrag zurückgegriffen. 

Das Einkommen des Ehepartners der Kinder wird hierbei nicht eingerechnet. Bevor die Sozialhilfe zugesprochen wird, kann es allerdings vorkommen, dass die Angehörigen ihr Einkommen und Vermögen dem Sozialamt gegenüber offenlegen müssen.

Können Angehörige die Pflegekosten für ihre Eltern steuerlich absetzen?

Nein. Pflegekosten für die Unterbringung eines oder beider Elternteile in einem Pflegeheim können von den Kindern nicht von der Steuer abgesetzt werden. Das entschied der Bundesfinanzhof mit seinem Urteil am 3. April 2019. Somit können nur Pflegekosten von der Steuer abgesetzt werden, die der eigenen Pflege dienen.

Mehr: Spahn schärft Pläne für Pflegereform nach – doch die Umsetzung steht weiter auf der Kippe

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