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Prüfers Kolumne Wenn Amazon den Therapeuten erspart

Ein gerade vorgestelltes Fitnessarmband des Konzerns erkennt die Stimmung des Trägers. Das eröffnet gerade Ehepaaren ganz neue Möglichkeiten.
03.09.2020 - 10:21 Uhr Kommentieren
Handelsblatt: Prüfers Kolumne
Der Autor

Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“.

Amazon hat ein neues Gerät entwickelt. Es heißt Halo, wie „Heiligenschein“. Das Gerät ist eine Art Fitnessarmband, aber kann viel mehr messen als nur den Puls. Es misst Schritte, Temperatur und sogar die Stimmlage. Aus all diesen Informationen will Halo darauf schließen, wie es seinem Besitzer gerade geht. Also nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Ob man etwa gerade gestresst ist, entspannt oder traurig.

Dazu will das Gerät auch noch erkennen, wie hoch der Körperfettanteil ist. Mittels einer App soll sogar gezeigt können, wie der eigene Körper aussähe, wenn man mehr oder weniger Körperfett hätte. In diesem Sinne ist das kleine Fitnessarmband also der ideale Freund. Er weiß immer, wie es einem geht, und ist der Einzige, der sich traut, offen auszusprechen: Du bist zu fett. 

Halo greift sogar direkt ein und empfiehlt, die Stimme zu senken oder ruhiger zu sprechen. Es ist also nicht nur ein Armband am Handgelenk, sondern auch die Hand, die sich beruhigend auf die Schulter des Trägers legt und gut zuredet, sich doch zu beruhigen, bevor man nachher emotional so aufgewühlt ist, dass man wieder viel zu viel Schokolade isst und der Körperfettanteil ins Unschöne steigt.

Ich finde es interessant, dass künftig ein Gerät weiß, wie meine Emotionen sind. Das weiß ich nämlich meist selbst nicht. Im Grunde ist meine Stimmung meistens so lala. Wenn jemand mich fragt „Wie fühlen sie sich?“, muss ich erst einmal nachdenken und wähne mich schon gleich auf der Couch beim Therapeuten. Es wäre viel praktischer, könnte ich einfach auf meine Fitness-App gucken und im ruhigen Tonfall sagen: „Leicht gestresst bis freudig erregt.“

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Standort erkennen

    Wenn man irgendwann genau erkennen kann, wie denn die wahren Gefühle sind, dann könnten auch ganz andere Dinge leichter werden. Etwa, wenn Eheleute beim Paartherapeuten sind. Bislang sitzen die Männer da stumpf herum und haben Probleme, über ihre Gefühle zu reden. Künftig müssen die nur ihre App befragen und können dem Therapeuten ganz genau Auskunft geben, wie sie sich zu welchem Zeitpunkt der Beziehung gefühlt haben.

    Noch genauer wäre es allerdings, wenn beide Partner über solch ein Gerät verfügen würden. Dann könnte man ganz genau abgleichen, wann denn beide sich mal gleichzeitig wohlgefühlt haben. Wenn das immer gerade dann ist, wenn man nicht zusammen ist, kann man sich wahrscheinlich recht aufwendige Therapien sparen.

    Und wozu braucht man eigentlich überhaupt noch einen Therapeuten? Könnten das die beiden Amazon-Geräte der Partner nicht auch untereinander ausmachen? Vielleicht könnten sich die Dinger stellvertretend für ihre Besitzer streiten und sich gegenseitig empfehlen, die Stimme zu senken. Dann wird alles gut.

    Mehr: Angriff auf das Monopol: Streit von Amazon mit Marktplatzhändlern eskaliert

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