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Regierungsbericht Sparer verlieren die Lust am „Riestern“

Durchschnittlich 843 Euro legen Riester-Sparer im Jahr an. Außerdem bekommen sie mehrere hundert Euro Zulagen, heißt es im Alterssicherungsbericht der Bundesregierung. Jeder Fünfte will gar nicht mehr riestern.
31.10.2012 Update: 31.10.2012 - 15:12 Uhr 21 Kommentare
Die Riester-Rente trifft bei vielen Sparern nicht mehr auf Interesse. Quelle: dpa

Die Riester-Rente trifft bei vielen Sparern nicht mehr auf Interesse.

(Foto: dpa)

Berlin Der Boom bei der staatlich geförderten Riester-Rente ist vorbei. Im gesamten ersten Halbjahr 2012 wurden nur noch 200 000 Neuverträge abgeschlossen. In den Vorjahren waren es regelmäßig eine Millionen Verträge oder mehr pro Jahr. Eine Zulage erhielten Ende 2009 rund 9,6 Millionen Riester-Sparer. Diese Zahlen gehen aus dem bislang unveröffentlichten Altersvorsorgebericht der Bundesregierung hervor, der der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin vorliegt.

Die Gründe für das abgeflaute Interesse an der Riester-Rente vermutet der Bericht in der aktuellen Finanzmarktkrise, „die zu einer zunehmenden, grundsätzlichen Skepsis gegenüber kapitalgedeckten Altersvorsorgesystemen (...) geführt haben dürfte“. Auch die „Negativberichterstattung über die Riester-Rente in vielen Medien“ habe offensichtlich dazu beigetragen.
Der durchschnittliche Riester-Sparbetrag einschließlich Zulagen lag 2009 bei jährlich 843 Euro je Zulagenempfänger. Angespart wurden in jenem Jahr insgesamt rund 8,1 Milliarden Euro. An Zulagen wurden 2,4 Milliarden bezahlt. Fast ein Fünftel der Riester-Sparer zahlte für die Altersvorsorge jedoch nicht mehr ein: Laut Bericht waren im Jahr 2010 schätzungsweise 18,5 Prozent der Riester-Verträge „ruhend gestellt“.

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    • dpa
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    21 Kommentare zu "Regierungsbericht: Sparer verlieren die Lust am „Riestern“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @General-Investigatiion:
      Die Riester-Rente kann eine sehr gute Investitionsmöglichkeit als Geldwertekomponente im persönlichen "Portfolio" sein. Aber nur, wenn man einen kostenfreien Banksparplan - per Auswahl nach Zins- und Bonus-Renditehöhe - nimmt (und kein kostenbelastetes Versicherungs- oder Fondsprodukt).
      Vor der Auszahlung kann man nicht nur zwischen den von Ihnen aufgezeigten Varianten (Rente und 30% Entnahme, die sind definitiv interessant für mittelbar geförderte Personen und Bezieher von Kinderzulagen bei niedrigem Eigenbeitrag)) wählen. Sondern man kann auch eine sogenannte förderschädliche Kündigung vor Rentenbeginn (aber erst nach dem 62. Lebensjahr und min. 12 Jahren Laufzeit) vornehmen (Sie hatten es beschrieben mit: "Alle Zulagen und Vergünstigungen kommen nicht zur Auszahlung wenn die Vorsorge nicht zur Altervorsorge genutzt wird."). In diesem Fall stellt man sich so, als hätte man die ganze Zeit ein zinsloses Darlehen erhalten und angelegt, darf die Zinsen jedoch behalten. Zudem wird nur die Hälfte der angesammelten Zinsen nachversteuert. Steuer- und kostengünstiger kann man verzinste Geldanlagen nicht sparen.
      Das Ganze rundet man noch mit Indexfonds-Sparplänen ab - und fertig ist die transparente Altersvorsorge.
      Pauschale Riester-Kritik bringt nicht viel, dann müsste wegen gleich hoher Provisionen, zu langer Lebenskalkulation usw. wenigstens auch ausdrücklich jeder andere Versicherungsvertrag kritisiert werden, der über eine Vermittlerschiene läuft. Einschließlich betrieblicher Gehaltsumwandlung und Rürup sowieso.

      Wie bei anderen Produkten aller Art gibt es auch im Riesterbereich und selbst bei Versicherungstarifen (über Direktvertrieb oder als Honorartarif) ein paar wenige Perlen. Und die sollte man nutzen!

    • H. Friedrich: Das ist eine gigantische Fehlsubvention von Versicherungen. Die fetten Zulagen werden bei Riester-Rentenversicherungen den Sparern durch immens hohe Kostenbelastung wieder weggenommen und Überschüsse in Milliardenhöhe den Kunden vorenthalten.Die Betrügereien bei Riesterverträgen der ERGO und der Allianz sind nur die Spitze des Eisberges.

    • Bei Staaten die Pleite sind ist nichts sicher und dieser und andere Staaten sind Pleite, denn sonst wäre die Riester und auch Rürup-Rente sowie HartzIV nicht eingeführt.Zudem ist das Bankgeheimnis für das Finanzamt seit 2003 glaube ich abgeschafft.Die vom Finanzamt dürfen also jederzeit bei Verdacht Einsicht in dein Konto nehmen. Sprich: Portmonnaie nehmen.Das Konto bei einer Bank ist ja im eigentlichen Sinne die Aufbewahrung des Portmonnaie bei einem Dritten sozusagen der Bank.

    • Es erstaunt mich tatsächlich und überhaupt, das noch jemand sein Geld in diese doch sehr zweifelhaften Verträge steckt, denn schon seit vielen Jahren ist bekannt, das man mit diesen Verträgen ein gewaltiges Minus macht und bei Geringverdienern sogar hinzukommt, das man das von der Altersrente abzieht, was man durch die Riesterrente angeblich hinzu bekommt.
      Tatsache aber ist, das man damit die gesetzliche Rentenversicherung entlastet; das muß man einfach nur mal durchschauen. Aber wer nicht begreift und nicht lernt, muß eben fühlen, damit man begreift.
      Man kann die Förderung nur bei Zertifizierten und speziell förderfähigen Vorsorgeverträgen in Anspruch nehmen.

      Weitere Nachteile sind:

      Eine Auszahlung der Riesterrente ist nur als Leibrente möglich. Jedoch kann man sich 30% der Sparsumme bei Renntenbeginn auszahlen lassen ohne das Zulagen zurückgezahlt werden müssen.
      Alle Auszahlungen und Rentenbezüge sind voll Steuerpflichtig.
      Alle Zulagen und Vergünstigungen kommen nicht zur Auszahlung wenn die Vorsorge nicht zur Altervorsorge genutzt wird.
      Dieses gilt auch bei Tod der anspruchsberechtigten Person vor Rentenbeginn. Jedoch kann der Ehepartner, wenn dieser auch einen Riestervertrag hat, die Zulagen und die Sparsumme ohne Verluste in seinen Vertrag übernehmen.
      Falls der Wohnsitz im Rentenalter im Ausland sein sollte kommen die Zulagen und Vergünstigungen nicht zur Auszahlung
      Die Beleihung des eingezahlten Kapitals ist nicht bei jeder Gesellschaft möglich

      Fakt ist, das es zwei große Gewinner gibt:
      Die gesetzliche Rentenversicherung und die Versicherungsvermittler (Bank, Versicherung u.ä.).

      Report Mainz und Monitor hatten schon im Mai 2008 darauf hingewiesen, was diese Riesterrente eigentlich für eine Mogelpackung ist und kein Vorteil oder eine wirkliche Rentenaufstockung damit möglich ist.

      Hier Monitor aus 2008:

      http://www.youtube.com/watch?v=9u7lZHNVbEk

    • Ich muss sagen. Mich freut es. Der Kleine Mann scheint aufzuwachen. Wenn eine kritische Masse bemerkt von wem sie wie bestohlen wird, dann wird es hoffentlich noch ein paar mehr Leute auf die Straße treiben. Mal sehen ob dass dann Ausnahmezustand genug ist die Bundeswehr im Inneren einzusetzen. Aber ich glaube, das werden wir in New York vorher schon beobachten können

    • @xyz,
      subventionieren nur dort wo es Sinn macht. Die Riester Versicherung wurde doch nur für die Versicherungen erfunden um diese für die Abschaffung der Steuerfreiheit bei KLV zu etschädigen. Wenn der Staat nur die Leute subventioniert die es nötig hätten währe es für die Versicherungen uninteressant weil diese Leute wenn überhaupt nur den Sockelbeitrag bezahlen können, am Ende würden sie aber trotzdem nicht über die GRUSI liegen. Riestern lohnt sich im übrigen sowieso nur für die Leute welche anständig Geld verdienen und in sehr jungen Jahren damit anfangen. Ich hätte damals mit 45 Jahren beginnen können und dafür hätte ich 20 Jahre lang 154 Euro staatliche Zulagen bekommen, der Riestervertrag hätte sich aber erst gerechnet wenn ich a. 90 Jahre alt werde, das heißt aber auch das der Staat meine Risterrente 25 Jahre besteuern würde. Wenn die Steuer auf meine Rente mehr als 13 Euro monatlich beträgt, würde der Staat mehr Steuern bekommen als er mir Zulagen gezahlt hat. Leider lernt man das nicht in der Schule.

    • Beim Riestervertrag vom Sparen zu sprechen, ist Hohn und Witz zugleich. Der sog. Riestersparer muss in der Auszahlungsphase für seine eigenen Einzahlungen eine Steuerpflicht akzeptieren. Das Zulagen und Kapitalerträge steuerpflichtig sind, kann ich ja noch verstehen, aber die eigenen Einzahlungen? Völlig absurd!

    • @pedrobergerac
      "Doch, man kann Kapital und Wohlstand durch Geldschöpfung aus dem Nichts erschaffen."

      Das ist Unfug. Geldschöpfung aus dem Nichts erzeugt keine Vermehrung von Wohlstand in der Summe. Die Story, die sie hier erzählen, ist aus dem Märchenland.

      Geldschöpfung aus dem Nichts gegen eine Zwangswährung wie dem Euro erzeugt eine Umverteilung vom aktuellen Geldinhaber (Sparer, Rentner) zum Nutzniesser der Geldschöpfung (Banken). Der reale Wohlstand bleibt identisch. Der gemeine Sparer merkt allerdings noch nichtmal, das er enteignet wird.

      "Würde der Staat, das Volk, wie es ihm eigentlich zustände, sein Geld selber aus der Luft schöpfen, und dieses ungerechtfertigte Monopol nicht den Privatbanken überlassen, hätte der Staat keine Schulden."

      Ebenso Unfug. Der Staat kann vielleicht eine Zwangswährung einführen, aber es steht ihm NICHT zu, diese auf Kosten der aktuellen Geldinhaber und Ansprüchen auf Geldwerte in der Zukunft (wie Renten) zu inflationieren.

      Besser wäre eine gedeckte Währung, die vom Staat oder den Banken nicht zu manipulieren ist.

      "Unser Geldsystem ist darauf ausgerichtet, die Menschen zugunsten der Eliten zu versklaven .... Der Euro ist das Instrument dazu."

      Das stimmt wiederum. Das liegt aber am ungedeckten Geldsystem mit dem verfluchten Bank-Privileg der Kreditschöpfung im Teilreservesystem.

      Seit dem Euro steht das Geldsystem im Dienst des Geldadels und ihrer Banken.

    • es ist nicht so, dass ich was persönlich gegen Pensionäre und Beamte habe, aber aus meinem Bekanntenkreis sind mir Riesterfälle bekannt bei Beamten höherer Dienst, die es absolut nicht nötig haben staatlich subventionierte Riesterrenten gefördert zu bekommen und höchster Zulagestufe.

      Riester sollte das Rentenniveau angeblich ja stabiliseren, v.a. bei Geringverdienern, die aber später GRUSI bekommen und wo Riester angerechnet wird.

      ein solches System ist das Letzte. Da macht man Gering- und Mäßigverdiener zu Sozialhilfeempfängern selbst bei lebenslanger Arbeit und Pensionäre bekommen staatliche Zulagen mit Riester zusätzlich zu den Pensionen die eigentlich aber bereits Betriebsrenten enthalten.

      mit solchen Fehlsubventionierungen aus Steuergeldern bin ich nicht einverstanden. Ein Rentensystem muss so konzipiert sein, dass der, der arbeitet nachher nicht der Idiot vom Dienst ist und Hartzer wird.

      Subventionierung von Renten dann doch bitte nur dort, wo es nötig ist und die Renten derer stabilisieren die arbeiten und in Sozialhilfe fallen würden. Nicht an Pensionäre des gehobenen und höheren Dienstes, deren Altersbezüge weit über Renten liegen.

    • Überdurchschnittlich viele Haushalte mit geringem Bildungsniveau habe sich von Provisionsgier motivierten Bankberatern und Versicherungsmaklern eine Riester-(R)ente aufschwatzen lassen. Man möge einmal genau mitteilen, wieviel Versicherungsverträge keinen staatlichen Zuschuss abgerufen haben! Diese Versicherungssubvention ist sowas von Tod - es wird Zeit die nächste Rentensau durchs Dorf und natürlich in die Arme der Versicherungswirtschaft zu treiben.
      Als Abgeordneter möchte man natürlich auch in Zukunft üppige Zuwendungen seitens der dankbaren Versicherungswirtschaft erhalten

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