Schuldenstatistik In Rheinland-Pfalz drücken die Schulden besonders schwer

Die Situation der Schuldner in Deutschland hat sich insgesamt verbessert. Doch die Unterschiede zwischen den Regionen sind groß. Vor allem im Westen drückt die Schuldenlast.
Update: 27.06.2018 - 11:44 Uhr Kommentieren
In Rheinland-Pfalz waren die durchschnittlichen Schulden am höchsten. Quelle: dpa
Regenschauer in Mainz

In Rheinland-Pfalz waren die durchschnittlichen Schulden am höchsten.

(Foto: dpa)

DüsseldorfRund 30.170 Euro Schulden hatten Deutsche im Jahr 2017, die Hilfe bei einer Schuldenberatung suchten. Das meldet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Die Daten stützen sich auf freiwillige Angaben von 528 von insgesamt 1400 Beratungsstellen und umfassen 127.000 Personen.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Situation der Schuldner – zumindest statistisch gesehen – verbessert. Denn nicht nur ist der Schuldenumfang gesunken – damals betrug er im Schnitt 31.613 Euro. Auch das durchschnittliche monatliche Einkommen der Schuldner ist gestiegen – von 1053 Euro 2016 auf 1072 Euro im Jahr 2017.

Somit ist die Überschuldungsintensität gesunken. Betrugen die Schulden im Vorjahr noch das 30-Fache des monatlichen Einkommens, war es 2017 nur noch das 28-Fache.

Die Überschuldungsintensität macht deutlich, wie schwer jemand durch seine Schulden belastet ist; je höher der Wert, desto höher die finanziellen Schwierigkeiten, in denen die Person steckt.

Arbeitslosigkeit und Scheidung sind die Hauptgründe für Überschuldung

Dem Statistischen Bundesamt zufolge gibt es aber recht große regionale Unterschiede. So waren die Schuldner in Rheinland-Pfalz am stärksten belastet: Deren Schulden betrugen dort im Durchschnitt das 35-Fache des durchschnittlichen monatlichen Einkommens. Darüber hinaus wiesen das Saarland (34) und Nordrhein-Westfalen (32) besonders hohe Überschuldungsintensitäten auf.

Die niedrigsten Werte dagegen hatten Schuldner in Mecklenburg-Vorpommern (23) sowie in Bremen und Brandenburg, wo der Schuldenumfang der Überschuldeten im Schnitt das 23-Fache ihres Monatseinkommens betrug.

Die durchschnittlichen Schulden waren mit Werten zwischen 22.025 Euro und 37.518 Euro weit gestreut. In Rheinland-Pfalz waren auch die durchschnittlichen Schulden am höchsten, das durchschnittliche Monatseinkommen lag bei 1073 Euro. In Mecklenburg-Vorpommern, dem Bundesland mit der niedrigsten Überschuldungsintensität, lagen die Schulden bei 22.025 Euro und das Einkommen bei 956 Euro.

Die Hauptgründe für die Überschuldung haben sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert: Mit weitem Abstand (20,6 Prozent aller Schuldner) führt die Arbeitslosigkeit die Statistik an, gefolgt von Krankheit (15,1 Prozent) und Scheidung (13,3 Prozent).

Wegen unwirtschaftlicher Haushalsführung haben sich 2017 12,3 Prozent der erfassten Menschen überschuldet; im Vorjahr war dieser Wert mit 10,9 Prozent deutlich niedriger. Gestiegen ist zudem der Anteil jener Personen, die sich überschulden mussten, weil sie längerfristig zu wenig verdienen – von 5,6 Prozent im Jahr 2016 auf 7,2 Prozent im Jahr 2017.

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