Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Schuldneratlas 2018 Immer mehr Bürger sind überschuldet – Welche Gruppen besonders betroffen sind

Die Zahl überschuldeter Verbraucher ist im vergangenen Jahr erneut angestiegen. Es ist bereits der fünfte Anstieg in Folge. Die wichtigsten Erkenntnisse.
4 Kommentare
Schuldneratlas 2018: Immer mehr Bundesbürger sind überschuldet Quelle: dpa
Mahnungsschreiben

Nach der Diktion von Creditreform liegt eine Überschuldung dann vor, wenn ein Schuldner seine fälligen Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum nicht begleichen kann.

(Foto: dpa)

BerlinDie Zahl überschuldeter Verbraucher ist in Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten erneut angestiegen – um 19.000 auf rund 6,93 Millionen Fälle. Es ist der fünfte Anstieg in Folge – wenn auch moderat. Das besagt der „Schuldneratlas Deutschland 2018“, den die Auskunftei Creditreform am Dienstag vorgestellt hat.

Dass die Überschuldungsquote mit 10,04 Prozent konstant blieb, hängt mit der wachsenden Bevölkerung zusammen. Für bedenklich hält Creditreform vor allem die steigende Verschuldung älterer Menschen.

Auf den ersten Blick wollen die Zahlen nicht mit dem Status der deutschen Wirtschaft zusammenpassen: Die Arbeitslosenquote ist hierzulande auf ein Rekordtief gesunken, die Konjunktur brummt nach wie vor. „Ein fester Arbeitsplatz bildet die wichtigste Grundlage, um das Überschuldungsrisiko bei den meisten Verbrauchern gering zu halten“, heißt es denn auch im Schuldneratlas.

Gleichwohl gehen die Autoren auch in Zukunft von einer steigenden Zahl an Überschuldungsfällen aus. Verschiedene Faktoren sprechen für diese Prognose.

Laut dem Schuldneratlas ist das Wohnen in deutschen Großstädten in vielen Fällen zu einem Überschuldungsrisiko geworden. Dies falle oft deshalb nicht auf, da Mieten selbst bei knapper werdenden finanziellen Ressourcen zuerst beglichen werden. Die Konsequenz, die eigene Wohnung zu verlieren, ist schließlich drastischer, als es die Folgen sind, wenn andere Rechnungen nicht beglichen werden.

Nach der Diktion von Creditreform liegt eine Überschuldung dann vor, wenn ein Schuldner seine fälligen Zahlungsverpflichtungen mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen längeren Zeitraum nicht begleichen kann.

Hinter der nicht stringent scheinenden deutschen Überschuldungsquote von zehn Prozent verbirgt sich viel Bewegung: So hat sich die Zahl junger überschuldeter Personen um 73.000 deutlich verringert. Das liegt nach Auffassung von Creditreform daran, dass junge Menschen verstärkt Arbeit gefunden haben. Die Jugenderwerbslosenquote sank denn auch im jüngsten Beobachtungszeitraum.

Umgekehrt macht die Auskunftei neue „bedenkliche Trends“ aus: So gewinne das Phänomen der Altersüberschuldung an Bedeutung. Die Zahl überschuldeter Personen ab 70 Jahren stieg um 69.000 auf 263.000.

Zwar bleibt die Überschuldungsquote in dieser Altersriege mit gut zwei Prozent deutlich unter den Vergleichswerten anderer Altersgruppen, doch der weit überdurchschnittliche Zuwachs macht den Analysten Sorgen. Zumal Menschen im fortgeschrittenen Alter kaum die Möglichkeit haben, ihre finanzielle Situation zu verbessern.

Bei der Verschuldung privater Haushalte fällt die geografische Spreizung auf: Um das Vier- bis Fünffache liegen die Werte in den Regionen auseinander, konstatiert der Schuldneratlas. Sind in Eichstädt 3,85 Prozent der Einwohner über 18 Jahre überschuldet, liegt dieser Anteil in Bremerhaven bei mehr als 21 Prozent.

Und noch eine weitere Erkenntnis hat der Schuldneratlas destilliert: Die Überschuldung steht demnach in einem engen Zusammenhang mit der Schulbildung. Während 12,3 Prozent der Verbraucher ohne Schulabschluss überschuldet sind, liegt der Anteil derjenigen mit Fachhochschulreife bei 8,3 Prozent.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Schuldneratlas 2018 - Immer mehr Bürger sind überschuldet – Welche Gruppen besonders betroffen sind

4 Kommentare zu "Schuldneratlas 2018: Immer mehr Bürger sind überschuldet – Welche Gruppen besonders betroffen sind"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Auswertung und Entwicklung ist interessant. Das aber die statistisch hohe Beschäftigungszahl nicht zu einer monetären Sicherheit führt ist schon anhand der Beschäftigungsverhältnisse (Befristung, Mindestlohn etc.) nicht weiter verwunderlich. Das die Dunkelziffer der sich selbst finanzierenden Haushalte wesentlich geringer ist, lernt man nicht bloß im Studium sonder das sollte man abschätzen können wenn man durch eine Stadt mit offenen Augen geht oder sich mit der eigenen Region vielleicht sogar beruflich beschäftigt.

  • Die Kreditvergabe - hauptsächlich bei Konsumkrediten - wird einfach zu leicht gemacht.

  • Die Leute können sich eben nicht mehr selbst disziplinieren und maßregeln in der Verwaltung ihrer eigenen Finanzen.

    Man muss den Gürtel eben enger schnallen !

    Alle anderen haben sich nicht im Griff !

  • schon in den Schulen sollte der Umgang mit Geld gelehrt werden. Länderkultusministerien sind angesprochen!