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Sparen Warum Rentner bei der Geldanlage nicht nur auf Nummer sicher gehen sollten

Immer noch wird empfohlen, mit zunehmendem Alter auf Rendite zu verzichten und auf Sicherheit zu setzen. Das kann sich jedoch als Fehler erweisen, warnen Experten.
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Ältere Sparer sollten nicht nur auf Sicherheit setzen. Quelle: dpa
Geldbeutel

Ältere Sparer sollten nicht nur auf Sicherheit setzen.

(Foto: dpa)

FrankfurtEin 65-jähriger Mann hat in Deutschland heute eine Lebenserwartung von knapp 18 Jahren. Bei einer Frau sind es sogar 21 Jahre. Das ist nur der Durchschnitt, im Einzelfall ist es nicht mehr ungewöhnlich, weit über 90 Jahre alt zu werden, also auch 30 Jahre im Ruhestand zu verbringen. Vor dem Hintergrund warnen Experten davor, im Alter auf Rendite bei der Geldanlage zu verzichten und nur auf Sicherheit zu setzen.

„Der Fokus der Finanzberatung liegt meist auf der Ansparphase, doch die Auszahlungsphase ist mindestens ebenso wichtig“, sagt Rolf Tilmes, Chef des Financial Planning Standard Boards Deutschland (FPSB), einer Berufsorganisation privater Finanzplaner.

Wolfram Erling, der das Vorsorgegeschäft bei Union Investment leitet, betont: „Die Welt der Kapitalanlage dreht sich nicht neu im Rentenalter.“ Alles andere sei „eine Mär“. Angehende Rentner sollten sich zwei Kernfragen stellen: „Wie viel Geld brauche ich, um mich selbst zu versorgen? Und welches Vermögen möchte ich an die nächste Generation übertragen?“ Um den eigenen Bedarf zu sichern, empfiehlt Erling ein Staffelmodell für das Vermögen.

Dazu gehören die klassischen drei Netto-Monatsgehälter als Reserve für unvorhergesehene Ausgaben. „Wer besonders ruhig schlafen will, kann auch etwas mehr zurücklegen“, sagt Erling. Geld, das in den kommenden fünf Jahren gebraucht wird, sollte so angelegt werden, dass es im Wert nicht stark schwankt, rät er. Alles, was länger als 15 Jahre angelegt werden kann, sollte voll in Aktien fließen – also in die Anlageklasse mit den historisch betrachtet höchsten Renditechancen.

Die 30 Aktien aus dem deutschen Leitindex Dax haben in den vergangenen 50 Jahren rollierend über 15 Jahre im Durchschnitt eine Rendite von 8,8 Prozent jährlich gebracht. Die Rendite schwankte nach Angabe des Deutschen Aktieninstituts zwischen 2,3 und 15,4 Prozent pro Jahr. Für Rentner werden häufig Auszahlpläne empfohlen, bei denen eine bestimmte monatliche Summe aus einem Fondsvermögen aufs Konto überwiesen wird.

Wenn die Auszahlungen so gestaltet sind, dass neben den Erträgen auch das Kapital zurückgezahlt wird, dann bleibt nichts für die Erben übrig. Außerdem besteht das Risiko, im hohen Alter ohne dieses zusätzliche „Einkommen“ dazustehen. Wer sichergehen will, kann auch eine Leibrente beim Versicherer abschließen. Da sind die Renditen nach Kosten oft bescheiden. Dafür wird sie garantiert bis ans Lebensende bezahlt. Auch hier gilt natürlich: Das Kapital ist weg, es bleibt nichts übrig.

Nach einer Umfrage unter mehr als 3.000 Erwachsenen durch Kantar Emnid im Auftrag von Union Investment legen zwei Drittel der über 65-Jährigen Geld zurück. Das ist der höchste Wert aller Altersgruppen, im Durchschnitt machen das 54 Prozent. Für Reisen spart knapp die Hälfte der Rentner Geld, 37 Prozent tun es für Kinder und Enkel.

Laut einer neuen Studie der Deutschen Bank sparen 45 Prozent der über 75 Jahre alten Deutschen weiter für mögliche Notsituationen. Im gesamten Lebenszyklus wird im Alter um die 40 am meisten gespart.

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