Staat fördert Aufbau der Betriebsrente Wie Arbeitnehmer geschickt vorsorgen

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Lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge? „Generelle Auskünfte sind kaum möglich“, sagt Bernd Katzenstein vom Deutschen Institut zur Altersvorsorge (DIA), welches zur Deutschen Bank gehört. Dies hänge vor allem von Steuerfragen ab. Bei der Vorsorge über den Betrieb sparen Arbeitnehmer direkt aus dem Bruttoeinkommen. Über die Entgeltumwandlung können sie maximal vier Prozent ihres Bruttoeinkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze (2005: 62 400 Euro) steuer- und bis zum Jahr 2008 auch sozialabgabenfrei einsetzen. „Für Otto-Normalverbraucher lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge, weil er vermutlich im Rentenalter weniger Steuern zahlt, als er heute spart“, sagt Katzenstein. Ein klarer Nachteil sei, dass die Rentner im Alter auf deren Erträge Sozialabgaben zahlen müssen. „Niemand weiß heute, wie hoch die Sozialabgaben künftig sein werden“, bemängelt er (siehe "Die Vielfalt bietet auch Chancen").

Deshalb rät Dorothea Kleine vom Bundesverband der Verbraucherzentralen Beschäftigten zum Abschluss einer Riester-Police, welche nicht sozialabgabenpflichtig ist. „Nur, wenn die Menschen mehr freie Mittel haben, dann sollten sie eine betriebliche Altersvorsorge kaufen“, sagt sie und verweist auf einen weiteren Nachteil bei dem wichtigsten Weg, der Pensionskasse. Viele Anbieter hätten die Rechtsform eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit gegen den einer AG getauscht. Damit fand ein Wechsel zu „gezillmerten Produkten statt“, sagt sie. Demnach zahlt der Kunde mit den ersten Beiträgen vollständig die Provision und andere Abschlusskosten. Dies führe zu hohen Verlusten bei Arbeitnehmern, wenn sie wegen Arbeitslosigkeit oder Arbeitgeberwechsel ihren Vertrag beitragsfrei stellen müssten, kritisiert die Vorsorgeexpertin. Ein weiteres Problem besteht in der Möglichkeit einer Zwangsabfindung bei Nichterreichen bestimmter Mindestrenten.

Anders als die meisten Sparprodukte sind Ansprüche aus der betrieblichen Altersvorsorge bei Arbeitslosigkeit geschützt. Der Staat darf die Zahlung des neuen Arbeitslosengeldes II nicht von einer Verwertung der Anwartschaften abhängig machen.

Für die Vorsorge über die Firma spricht die Bündelung der Nachfrage. „Aufgrund der höheren Marktmacht der Unternehmen erhalten die Vermittler für die Produkte der betrieblichen Altersvorsorge niedrigere Provisionen als bei privaten Policen“, sagt Katzensteiner. Davon profitiert der Kunde. Gleichwohl sollten Verbraucher die Vorsorge über die Firma nicht generell privatem Sparen vorziehen. Als Vorteil ungeförderter Produkte sieht er deren höhere Anlage-Flexibilität, was höhere Renditen bringen könne.

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