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Tool der Woche Auf dem Land ist der Strom teurer

Gleicher Stromanbieter, aber unterschiedliche Preise? Das ist möglich. Vor allem auf dem Land ist Strom besonders teuer. Ein Wechsel zu einem neuen Anbieter lohnt sich dort besonders. Was Verbraucher tun können.
26.05.2017 - 16:41 Uhr Kommentieren
Der Ausbau der erneuerbaren Energien findet vor allem in ländlichen Gebieten statt - dort steigen die Netzentgelte und damit der Strompreis besonders stark. Quelle: dpa
Windräder in der Eifel

Der Ausbau der erneuerbaren Energien findet vor allem in ländlichen Gebieten statt - dort steigen die Netzentgelte und damit der Strompreis besonders stark.

(Foto: dpa)

Frankfurt Für Millionen deutscher Haushalte ist es ein alljährliches Ärgernis: die Endabrechnung des lokalen Energieversorgers. Zwischen 2006 und 2016 ist der Strompreis, den ein Privathaushalt im Durchschnitt zahlen muss, nach Daten des Bundeswirtschaftsministeriums um 57 Prozent gestiegen. Konkret: Vor elf Jahren musste ein Vier-Personen-Haushalt für die Stromrechnung im Schnitt knapp 760 Euro berappen. 2016 waren es schon fast 1200 Euro.

Dabei sind die Kosten für die Stromherstellung seit 2009 fast unverändert – sie machen mittlerweile nur noch ein Viertel des Gesamtpreises aus. Der Rest entfällt auf Netzentgelte, Steuern, Abgaben und die EEG-Umlage, mit der Stromkunden an den Kosten für die Energiewende beteiligt werden. Diese Posten treiben den Strompreis seit Jahren nach oben.

Nun zeigt eine aktuelle Studie des Vergleichsportals Verivox: Diese Lasten werden in der Bevölkerung bei Weitem nicht gleich verteilt. In vielen ländlichen Gebieten müssen Verbraucher für Strom deutlich mehr zahlen als in der Stadt – selbst wenn sie Kunden beim gleichen Anbieter sind. Besonders groß sind die Preisunterschiede in Mecklenburg-Vorpommern: Ein Haushalt mit 4000 Kilowattstunden Stromverbrauch pro Jahr zahlt auf dem Land im Schnitt 177 Euro jährlich mehr als Stromkunden in der Stadt.

Auch in Brandenburg und im Saarland ist das Stadt-Land-Gefälle besonders ausgeprägt. Hier müssen Haushalte auf dem Land durchschnittlich 65 Euro jährlich mehr bezahlen. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein macht sich ein Wohnsitz im Grünen dagegen kaum auf der Stromrechnung bemerkbar. In Hessen ist der Strom in der Stadt mit einem Plus von 46 Euro sogar deutlich teurer.

Ein Grund für dieses Stadt-Land-Gefälle seien unterschiedliche Netzentgelte, sagt Mathias Köster-Niechziol, Energieexperte bei Verivox. Diese werden von den Stromnetzbetreibern erhoben und machen rund ein Viertel des Strompreises aus. Da auf dem Land, besonders in den neuen Bundesländern, die Einwohnerdichte gering ist, verteilen sich die Netzkosten auf weniger Einwohner, sagt Köster-Niechziol. Auch für die Energiewende werden Verbraucher in vielen ländlichen Region überproportional stark zur Kasse gebeten: „Windräder oder Solaranlagen werden besonders oft in ländlichen Gebieten gebaut. Die Netzkosten werden von den Verbrauchern des örtlichen Verteilnetzes getragen“, sagt Köster-Niechziol.

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