Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Tool der Woche Die Masche mit dem Sofortkredit

Schnelles Geld, günstige Konditionen und das alles ohne Schufa-Prüfung? Nur zu gern werben Online-Kreditvermittler so für den Sofortkredit per Mausklick. Doch nicht selten ziehen sie ihre Kunden über den Tisch.
Kommentieren
Kreditvermittler locken gerne finanziell angeschlagene Kunden. Doch kommt es nur selten zu einem Kreditvertrag - oft knöpfen Maxda, Bonkredit und co. den Kunden nur noch mehr Geld ab. Quelle: dpa

Kreditvermittler locken gerne finanziell angeschlagene Kunden. Doch kommt es nur selten zu einem Kreditvertrag - oft knöpfen Maxda, Bonkredit und co. den Kunden nur noch mehr Geld ab.

(Foto: dpa)

DüsseldorfHaben Sie Ihr Girokonto überzogen und müssen Rechnungen und Raten zahlen? Haben Sie kein Geld für private Anschaffungen und Investitionen? Möchten Sie Ihre laufenden Kredite zusammenfassen und nur noch eine niedrige Rate zahlen? So oder ähnlich werben Online-Kreditvermittler wie Maxda, Bonkredit oder Kreditstar24 gerne um „günstige Sofortkredite“ – und sie tun es in letzter Zeit immer massiver. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht mindestens eine E-Mail „auch in schwierigen Fällen“ Geld verspricht.

Dabei ist bei solchen Kreditangeboten höchste Vorsicht geboten. Denn „oft scheinen die Anbieter gar nicht die Absicht zu verfolgen, einen Kreditvertrag zu vermitteln“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Stattdessen würden die Kreditvermittler die Not der geldknappen Verbraucher ausnutzen – und sie erst einmal richtig zur Kasse bitten.

Dank diverser Gebühren kann die effektive Jahresverzinsung auch mal bei 20 Prozent liegen. Die Kosten regulärer Bank-Ratenkredite rangieren dagegen deutlich darunter: Von Ausreißern abgesehen, zahlen Kreditnehmer laut der Frankfurter Finanzberatung FMH im Schnitt um die sechs Prozent Zinsen. Einen Überblick über die Konditionen von 51 seriösen Geschäfts- und Direktbanken gibt der FMH-Ratenkreditvergleich.

Wie einfallsreich sich die Vermittler von Online-Krediten zeigen, hat sich die Stiftung Warentest einmal genauer angeschaut: Demnach sind teure Vorabgebühren ebenso die Regel wie kostenpflichtige Beratungshotlines. Auch würden die Kreditvermittler versuchen, zusätzliche Verträge, etwa diverse Versicherungen oder eine Baufinanzierung, an den Mann zu bringen. Ebenfalls beliebt: Rabattkarten auf besondere Einkäufe, deren Versand sich Kreditvermittler aber erst einmal bezahlen lassen. Die nach wie vor gängigste Masche sei aber, Vertragsunterlagen gegen Nachnahme zuzustellen. Der Kunde zahlt, wenn er die Sendung entgegennimmt.

Trotz der zweifelhaften Praxis nehmen „die Verbraucherbeschwerden über unseriöse Kreditvermittler und Finanzsanierer zu“, sagt Nauhauser. Gegenwärtig geht die Verbraucherzentrale gegen diverse Kreditvermittler rechtlich vor, darunter die Cervia Finanz GmbH und die Lugano Finanz GmbH. Der Vorwurf, den die Anwälte den Anbietern gegenüber erheben, ist dabei meist derselbe: Kunden seien getäuscht worden. Im Glauben, einen Kreditvertrag zu unterschreiben, zeichneten die Kunden lediglich einen Vertrag über die Vermittlung des Kreditvertrags gegen – Anbieter nennen den auch gern Finanzsanierungsvertrag. Das Problem: Diese „Dienstleistung“ ist in der Regel nicht kostenlos. Die Cervia und Lugano Finanz GmbH etwa hatten im Anschluss an den Finanzsanierungsvertrag weitere Unterlagen per Post versandt – ein Kläger hätte dafür 347,50 Euro bezahlen sollen.

Auch gegen die Maxda GmbH, einen der bekanntesten Kreditvermittler, ist die Verbraucherzentrale schon vorgegangen. So hatte ein Maxda-Versicherungsvertreter einer Frau für einen Hausbesuch 199 Euro Fahrtkosten in Rechnung gestellt. Jedoch dürften Kreditvermittler Nebenentgelte nicht vereinbaren, beruft sich das Anwaltsschreiben auf die ständige Rechtsprechung. „Es dürfen keine Kosten für Fahrten zum Kunden verlangt werden, insbesondere wenn der Vermittlungsvertrag noch nicht abgeschlossen ist.“

Vorsicht bei Krediten ohne Schufa-Prüfung

Goldene Regeln für den Vermögensaufbau
realistische ziele definieren
1 von 10

1. Realistische Ziele definieren

Wozu soll das Vermögen dienen? Wollen Sie sich Wünsche wie die das schicke Auto oder teure Reisen erfüllen, oder geht es eher um die eigene Immobilie oder Altersvorsorge? Von der Antwort auf diese Fragen hängt ab, wie viel Vermögen sie brauchen und welche Anlageform sich letztlich anbietet.

(Foto: dpa)
sparbudget erfassen
2 von 10

2. Sparbudget erfassen

Zunächst gilt es, das Budget für die Geldanlage realistisch einzuschätzen. Ist schon Geld verfügbar, sollten Sparer prüfen, ob und wie lange sie gegebenenfalls darauf verzichten können. Denn je länger das Geld ungestört Rendite abwerfen kann, umso besser klappt der Vermögensaufbau. Sollten etwa Neuanschaffungen oder größere Ausgaben in absehbarer Zeit anstehen, sollten Sie dafür schon mal Geld zurücklegen oder zumindest schnell verfügbar halten. Ist keine Grundstock vorhanden, gilt es zunächst monatliche Einnahmen und Ausgaben in einer Übersicht zu erfassen und so das für den Vermögensaufbau zur Verfügung stehende Budget zu ermitteln.

(Foto: Fotolia.com)
3
3 von 10

3. Risikoschutz und eiserne Reserven

Bevor jeder freie Euro in die Sparpläne gesteckt wird, sollten Anleger prüfen, ob ausreichend Liquiditätsreserve für unvorhergesehene Ausgaben vorhanden ist. Allgemein sind mindestens drei Nettoeinkommen auf dem Tagesgeldkonto empfehlenswert. Zudem sollten wesentliche existenzielle Risiken wie Haftpflicht, Hausrat oder Arbeitslosigkeit, Unfall, und Todesfall abgesichert sein. Das ist insbesondere für die Hauptverdiener von Familien wichtig.

(Foto: Fotolia.com)
4
4 von 10

4. Risikoneigung hinterfragen

Steht fest, welche Beträge angelegt werden können, ist die eigene Risikoneigung einzuschätzen. Generell sind höhere Renditechancen mit größeren Risiken verbunden. Die zentrale Frage lautet, welche Verluste Sie bereit sind hinzunehmen, wenn sich dadurch die Chance auf eine höhere Rendite eröffnet. Dabei spielt der Anlagehorizont eine wesentliche Rolle.

(Foto: dpa)
5
5 von 10

5. Anlagehorizont im Blick behalten

Wer sein Vermögensaufbauziel erst in vielen Jahren erreichen will und Verluste aussitzen kann, kann auch höhere Risiken eingehen. Dann können etwa Verluste an den Börsen über die Jahre mit der Erholung der Märkte wieder ausgeglichen werden. Je näher der Zeitpunkt der Zielerreichung rückt, umso konservativer und damit risikofreier sollte das Vermögen angelegt sein. Wer etwa für die Altersvorsorge spart, kann zunächst noch einen großen Anteil in riskantere Anlagen wie Aktien stecken und diesen Anteil im Laufe der Jahre allmählich in Rentenpapiere umschichten, bei denen das Verlustrisiko geringer ist.

(Foto: Fotolia.com)
6
6 von 10

6. Anlageinstrumente clever auswählen

Sicher und kurzfristig verfügbar ist etwa das Tagesgeldkonto, dafür liegt die Rendite oft unterhalb der Inflationsrate. Fonds und Rentenpapiere bieten bessere Chancen, aber auch Verlustrisiken. Bei Aktien können Kurse stark schwanken, bei Unternehmenspleiten droht Totalverlust. Und mit einigen hochspekulativen Finanzinstrumenten wie bestimmten Zertifikaten können die Verluste sogar den Kapitaleinsatz übersteigen. Dafür winken hohe Gewinne, wenn es gut läuft. Wer monatlich Geld in den Vermögensaufbau stecken will, ist in aller Regel mit Renten-, Fonds- oder Aktiensparplänen gut beraten. Generell gilt: Informieren Sie sich gründlich, lesen Sie das Kleingedruckte und kaufen Sie nur, was sie auch verstehen.

(Foto: dpa)
nicht alle eier in einen korb legen
7 von 10

Die alte Börsenweisheit "Nicht alle Eier in einen Korb legen" stösst derzeit an Grenzen.

Bild: Marcel Stahn für Wirtschaftswoche

Tatsächlich sprechen derartige Sofortkredit-Angebote vor allem solche Kunden an, die finanziell bereits angeschlagen sind. „Viele erkennen nicht, dass sie sich an die Schuldnerberatung wenden sollten, anstatt zu versuchen, über Kreditvermittler an vermeintlich billiges Geld zu kommen“, sagt die unabhängige Finanzberaterin Stefanie Kühn. „Es handelt sich eindeutig um ein Lockangebot“, sagt auch Max Herbst, Chef der Frankfurter Finanzberatung FMH. „Sofortkredit gibt einem das Gefühl, ich melde mich dort per E-Mail, Telefon oder Post und am nächsten Tag habe ich meinen gewünschten Geldbetrag zur Verfügung.“

Umso vorsichtiger sollten Verbraucher bei Kreditangeboten sein, die keiner Schufa-Prüfung bedürfen. Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung ist eine privatwirtschaftliche geführte Wirtschaftsauskunftei, die etwa darüber Auskunft gibt, ob eine Privatperson Verbindlichkeiten offen hat. „Eine deutsche Bank vergibt wohl keinen Kredit ohne Schufa-Prüfung“, so Kühn. Kreditvermittler müssten da schon mit ausländischen Banken über die Konditionen verhandeln. „Eine Bonitätsprüfung machen jedoch alle – und so erhält man auch von einer ausländischen Bank nur Geld, wenn die Vermögensverhältnisse passen.“

Glaubt man einer Studie, die die Schufa selbst Ende vergangenen Jahres durchgeführt hat, käme es bei den allerwenigsten Fällen überhaupt zu einer Kreditvermittlung: Von 177 Testanfragen an 69 Kreditanbieter hätte es demnach nur zweimal Geld gegeben – im Einzelfall zu Wucherzinsen von mehr als 25 Prozent. Schätzungen zufolge würden jedes Jahr fast 400.000 Menschen Opfer eines Kreditvermittlers. Durchschnittlich entstünde jedem Betroffenem ein Schaden von 380 Euro.

Doch wo können sich Verbraucher einen Überblick verschaffen, welche Kreditangebote seriös sind und welche nicht? „Das ist schwierig, zumal in diesem Markt immer wieder neue Anbieter entstehen“, sagt Verbraucherschützer Nauhauser. Abhilfe könnte die „Initiative Finanzmarktwächter“ schaffen, die von dem Verbraucherzentrale Bundesverband bereist 2011 ins Leben gerufen wurde. 

Die Verbraucherschützer setzen sich dafür ein, dass – die entsprechende Förderung vom Bund vorausgesetzt – jede einzelne Verbraucherzentrale bald bundesweit umfangreiche Marktdaten sammeln und abrufen kann „genau zu solchen Fragen: Wie viele Beschwerden zu welchem Kreditvermittler sind bei uns eingegangen? Wie hoch ist der Schaden für Betroffene und wie haben sich die Anfragen über die Zeit entwickelt?“ Mit diesen Daten wollen die Verbraucherschützer die Öffentlichkeit künftig früher vor unseriösen Angeboten warnen und den Gesetzgeber auf Regelungslücken, die Anbieter zu ihren Gunsten ausnutzen, hinweisen. Bis es soweit ist, bietet der Ratenkredit-Vergleich des Frankfurter Finanzdienstleisters FMH eine gute Übersicht über seriöse Kreditangebote.

Startseite

Mehr zu: Tool der Woche - Die Masche mit dem Sofortkredit

0 Kommentare zu "Tool der Woche : Die Masche mit dem Sofortkredit "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote