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Tool der Woche So riestern Sie richtig

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Vier Varianten, viele Produkte

Sich der Mehrheit anzuschließen und ebenfalls auf einen Versicherungsvertrag zu setzen, ist aber keine gute Idee. Kerstin Becker-Eiselen, Altersvorsorge-Expertin der Verbraucherzentrale Hamburg, kritisiert die „hohen Abschlusskosten und die zumeist geringe Rendite“ dieser Policen. Die Abzüge für die jährliche Verwaltung seien höher als bei Alternativprodukten und könnten teilweise sogar die Grundzulage von 154 Euro im Jahr übersteigen – das drückt massiv auf die Rendite.

Nötig sei eine Reglementierung der Kosten. „Wir raten deshalb vom Abschluss solcher Verträge ab“, sagt die Verbraucherschützerin. Stattdessen empfiehlt sie einen Riester-Banksparplan. „Für viele Sparer ist das eine gute Wahl, denn die Verträge sind flexibel und transparent.“

Selbst im aktuellen Niedrigzinsumfeld seien die Banksparpläne interessant. „Allein schon die staatliche Zulage bringt bei vielen Sparern eine enorme Rendite“, so die Verbraucherschützerin. Zudem könne die Verzinsung steigen, wenn sich das allgemeine Zinsniveau wieder erhöhe. Trotz der Empfehlung: Nicht alle Sparpläne sind gleichermaßen geeignet. So unterscheidet sich etwa der Referenzwert für den Zinssatz, manche Sparpläne enthalten Bonuszahlungen. Einige dieser Verträge enthalten auch Verwaltungskosten in geringer Höhe, viele enthalten keine laufenden Kosten.

Die dritte Variante ist ein Riester-Fondssparplan. Hier bestehen die höchsten Renditechancen, allerdings wird oftmals in relativ teure Fonds investiert. Auch Depotgebühren, Abschlusskosten oder Ausgabeaufschläge sowie Verwaltungskosten können fällig werden. „Um reine Aktienfonds handelt es sich dabei nicht, häufig fließt ein relativ hoher Anlageteil in Anleihen“, so Verbraucherschützerin Becker-Eiselen. Wer auf eine renditestarke Aktienanlage hofft, kann also enttäuscht werden.

Variante vier eignet sich für Verbraucher, die eine eigene Immobilie als Altersvorsorge erwerben oder bauen wollen. Bei Wohn-Riester kann zwischen einem Barsparvertrag, einem Darlehen und einer Kombination aus beidem gewählt werden. Die Produkte kommen allerdings nur dann in Frage, wenn man tatsächlich in absehbarer Zeit eine Immobilie kaufen oder bauen will. Ob sich Wohn-Riester gegenüber einer herkömmlichen Finanzierung tatsächlich lohnt, können Vergleichsrechner wie der Wohn-Riester-Vergleich auf Handelsblatt Online zeigen.

Bei allen Riester-Produkten müssen die Anbieter garantieren, dass zu Rentenbeginn mindestens die Summe aller Einzahlungen zur Verfügung steht. Der Sparer kann bei allen Varianten erst bei Renteneintritt über sein Geld verfügen. Maximal 30 Prozent können dann als Kapitalsumme auf einmal ausgezahlt werden. Die restlichen 70 Prozent fließen als monatliche Rente. Wer sein Geld vorzeitig zurückhaben möchte, muss die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen.

Einmaliger Antrag auf Zulage nötig
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6 Kommentare zu "Tool der Woche: So riestern Sie richtig"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Zudem steigt mit dem Bruttojahreseinkommen, auch der staatliche Förderbeitrag!
    Das heisst, wer mehr Brutto verdient, erhält auch einen prozentual höheren staatlichen Zuschuß, obwohl er diesen Mehrzuschuß eigentlich überhaupt nicht benötigt.

    Z. Bsp. Männlicher Single, Arbeitnehmer, kinderlos.

    Bei 20.000 € Bruttojahresverdienst erhalte ich eine staatliche Förderung von 27% = 572 € von 2100 €.
    Bei 60.000 € Bruttojahresverdienst erhalte ich eine staatliche Förderung von 42% = 872 € von 2100 €.

  •  
    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • @Herr Alexandros Kitsikoudis, 16.12.2016, 17:00 Uhr

    "Das Problem bei der Riester-Rente ist die Laufzeit. Die meisten abgeschlossenen Verträge gehen dabei von einer Laufzeit von 35-45 Jahren aus."

    Eben. Wir wissen in diesen geradezu irrwitzigen Zeiten des gesellschaftlichen und technologischen Wandels, in denen "alte Gewissheiten" in immer atemberaubenderem Tempo gleich reihenweise über den Haufen geworfen werden doch nicht mal, was in 2 oder 5 Jahren sein wird.

    Und: "(...) da das Angesparte sowie vorhandene Vermögenswerte auf die Sozialhilfe angerechnet wird. Es gibt zwar Freibeträge (...)": Das ist echt das "Sahnehäubchen".

    Leute...

  • Wer sein Geld anderen Leuten überläßt ,ist ein Idiot , wer dazu noch den Staat braucht, für den gibt es keinen Titel.

  • Beachten > WICHTIG:

    Der Sparer kann bei allen Varianten erst bei Renteneintritt über sein Geld verfügen. Maximal 30 Prozent können dann als Kapitalsumme auf einmal ausgezahlt werden. Die restlichen 70 Prozent fließen als monatliche Rente. Wer sein Geld vorzeitig zurückhaben möchte, muss die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen.

    Erst bei Renteneintritt, so sieht es aus.
    Brauche ich dringend Geld, komme ich an den Riester-Vertrag nicht ran.
    Sterbe ich vor Vertragsablauf, war das jahrzenhntelange Ansparen komplett für die Katz.
    Gerade für einkommensschwächere, öfter von Jobverlusten bedrohte Bevölkerungsschichten taugt diese private Vorsorge nichts.
    Dort sollte man wieder auf die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung setzen, an der sich alle beteiligen und auch alle anhand ihrer Leistungsfähigkeit und ihren angehäuften Vermögenswerten einbezahlen.
    Zudem können Bevölkerungsschichten mit hohen Einkommens- und Sparquoten diese staatliche Riester-Förderung mitnehmen, obwohl sie diese nicht benötigen, da sie auch ohne diese Förderungen selbst ausreichend privat vorsorgen könnten.



  • Das Problem bei der Riester-Rente ist die Laufzeit.
    Die meisten abgeschlossenen Verträge gehen dabei von einer Laufzeit von 35-45 Jahren aus.
    Für einen z. Bsp. ledigen Ü50 Jährigen ohne Kinder, macht Riestern keinen Sinn mehr.
    Wenn der Sparer 25 Jahre alt ist und das Berufsleben noch vor sich hat, dann lohnt sich Riestern möglicherweise, wenn kein Jobverlust droht, aber für Ältere ist der Zug definitiv abgefahren.
    Rein rechnerisch bringt es nichts mehr, da durch die kurze Restvertragslaufzeit von 10-15 Jahren, kaum noch Sparvermögen aufgebaut werden kann.
    Zudem muß im Alter jederzeit mit Jobverlust gerechnet werden, was dann den Riester-Vertrag in Bezug auf Arbeitslosigkeit und Hartz IV in Frage stellt, da das Angesparte sowie vorhandene Vermögenswerte auf die Sozialhilfe angerechnet wird.
    Es gibt zwar Freibeträge, diese liegen aber sehr niedrig.
    Zudem werden anzunehmenderweise viele Sparer vor Eintritt der Rentenzahlung sterben, somit wurde umsonst angespart.
    Die sich beschleunigende Geldentwertung und Teuerungsrate, sowie die Zinsentwicklungen kann auch niemand seriös voraussagen.
    Es sieht für die Zukunft eher düster aus.


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