Verbraucherschützer „Beteiligung der Sparer setzt falsches Signal“

Verbraucherschützer sehen einen großen Vertrauensverlust der Sparer aufgrund des neuen Zypern-Hilfspakets. Derzeit denken die meisten Bankkunden demnach, dass ihr Geld nicht sicher ist. Für Deutschland gibt's Entwarnung.
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Eine zypriotischen Euro-Münze in der Klemme. Bankkunden werden an der Rettung Zyperns beteiligt. Quelle: dpa

Eine zypriotischen Euro-Münze in der Klemme. Bankkunden werden an der Rettung Zyperns beteiligt.

(Foto: dpa)

BerlinDas Zypern-Hilfspaket erschüttert nach Ansicht von Verbraucherschützern das Vertrauen der Bankkunden in die Sicherheit ihrer Ersparnisse. „Die Beteiligung der Sparer setzt ein falsches Signal, denn die Einlagensicherung bis 100.000 Euro kann nur funktionieren, wenn die Verbraucher absolut darauf vertrauen können, dass ihre Gelder sicher sind“, erklärte der Bundesverband der Verbraucherzentralen am Montag. Die Vorstellung, dass Abgaben von den Einlagen abgezogen werden könnten, verstoße gegen diese Idee.

Das Hilfspaket für Zypern sieht Kredite des Euro-Rettungsschirms von zehn Milliarden Euro vor, um Probleme im Bankensektor und im Staatshaushalt zu beheben. Daneben sollen alle Kontoinhaber auf Zypern zur Kasse gebeten werden: Guthaben von unter 100.000 Euro sollen einmalig mit 6,75 Prozent, Beträge darüber mit 9,9 Prozent belastet werden. Die Abgabe soll dem Staat zusätzliche 5,8 Milliarden Euro bringen. Nach Protesten will Zyperns Regierung hier aber nachbessern und Kleinanleger schonen.

Zwar handele es sich bei den in Zypern geplanten Maßnahmen nicht um den Ausfall einer Bank sondern um eine Abgabe, erklärte der Verband. Entscheidend aber sei, dass Verbraucher im Krisenfall nicht um das Geld auf ihren Konten fürchten müssten. Für Deutschland gaben die Verbraucherschützer allerdings Entwarnung: Hierzulande bestehe keine Situation, die einen ähnlichen Schritt wie in Zypern nahelegen könnte. „Heute ist die Einlagensicherung zu 100 Prozent geschützt.“

Grundsätzlich seien Einlagensicherungen nicht nur ein wichtiger Schutz für Verbraucher, sondern auch für Banken, betonten die Verbraucherschützer. Eine schlechte Nachricht könne Kunden veranlassen, in Massen ihre Gelder abzuheben. „Nur die ersten Kunden würden erfolgreich sein, und eine Bank kann nur daran zugrunde gehen.“

Der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Martin Kotthaus wies Darstellungen zurück, mit der Abgabe würde die Europäische Einlagen-Sicherungsrichtlinie gebrochen, nach der für Einlagen bis 100.000 Euro garantiert wird. Diese Richtlinie greife im Falle der Insolvenz einer Bank. „Das ist ein anderer Fall als er hier gegeben ist.“ Der zyprische Bankensektor müsse einen Beitrag zu den Hilfen leisten. Wie diese Hilfen ausgestaltet werden, müsse das zyprische Parlament entscheiden. „Klar ist nur, der Finanzsektor muss einen Beitrag um die 5,8 Milliarden erbringen.“

  • rtr
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18 Kommentare zu "Verbraucherschützer: „Beteiligung der Sparer setzt falsches Signal“"

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  • Die deutschen Bürger werden, bevor die Zahlungsverpflichtungen Realität werden, bereits massiv enteignet: massive Rentennettokürzungen seit Jahren, Nettokürzungen der Löhne, der Niedriglöhne und Zeitarbeiterlöhne, kleine Rücklagen werden durch niedrigste Zinsen ohne Inflationsausgleich demontiert, Kapital-Versicherungen aller Art bringen immer weniger ein, jedoch steigen alle lebenswichtigen Preise rasant an wie Strom, Sprit, Lebensmittel. Dazu höhere kommunale Abgaben wie Grundsteuern, Wasserpreise, Kanalgebühren, Regenwasserabgaben, Müllabfuhr etc. Auch das sind steigende Zwangsabgaben. Millionen deutsche Bürger werden ein böses Erwachen erleben, wenn der deutsche Parteien-Einheitsbrei wiedergewählt wird. Nur die dummen Kälber wählen ihren Metzger selber. Meine Familie sucht die neue Partei, die Alternative für Deutschland. Alles andere sind wir leid.

  • Das ist keine Beteiligung der Sparer, sondern Raub am Eigentum privater Bürger! Und das macht Schule für alle EU-Länder, auch für Deutschland. Die EU hat sich damit einen Bärendienst erwiesen, der das Fass überlaufen lässt. Darum wählt meine Familie die "Alternative für Deutschland". Dem EU-Spuk muss die Grenze aufgezeigt werden.

  • Die deutschen Sparguthaben scheinen zumindest bis zum Regierungswechsel sicher. Unsere Opposition schreibt aktuell ja schon am Rezept zur Enteignung. Die sogenannten Reichen sind dann ganz schnell die kleinen Sparer wenn das Plündern der Großen nicht genug einbringt.

  • @FinanzJesus,
    Sie haben doch ein Rad ab, wo sollten denn die Leute in Zypern ihr Geld anlegen wenn es alle Banken betrifft?
    Wenn das in Deutschland passiert sagen Sie dann auch selbst Schuld, auch die Sparkassen und Volksbanken sind dann dazu verpflichtet die Schalter zu schliesen und dss Onlinesystem abzustellen. Da bleibt nur ein Konto außerhalb des Euroraums zu eröffnen natürlich in Fremdwährung und ob mein Arbeitgeber dorthin überweist muss ich erst noch fragen.

  • Merkwürdiege Lesart. Natürlich sind die Sparer auch an einer Bank beteiligt und zwar in Höhe ihrer Einlage. Jedesmal wenn man einen Kontoauszug aus dem Drucker zieht, sieht man was die Bank einem SCHULDET. Das gleiche gilt für das Sparbuch.

    Das ist kein schlechtes Signal, es ist ein GUTES. Den jetzt werden die Leute ihr Geld lieber zu soliden Banken parken (Sparkassen, Volksbanken, Geno Banken)als irgendeinen Buden die 3% und mehr Rendite versprechen.

    Wir brauchen MEHR solcher SIGNALE, nicht weniger.

    Es lebe die frei Marktwirtschaft, es lebe der Kapitalismus!

  • Ich finde es, dass private Gläubiger mit in die Haftung genommen werden. Dieser Schritt wäre schon bei der Kaupthing-Bank zu Beginn der Finanzkrise angebracht gewesen, damit wir Kunden nicht immer nur nach dem höchsten Zinssatz schielen, sondern auch mal die Solvenz der Bank überprüfen, der wir Geld leihen.

    Allerdings:

    - Wenn pro Privatkunde 100.000 EUR über die Einlagensicherung geschützt sein sollen, dann darf man in Zypern nicht schon unter diesem Betrag eine Zwangsabgabe durchführen. Durch solch eine Maßnahme verliert Europa jegliches Vertrauen. Wenn Vermögen ab 100.000 EUR dadurch mit einem höheren Prozentsatz belastet werden...Shit happens, so sind die Regeln im Kapitalismus.

    - Warum wird eigentlich gleich eine Abgabe erhoben und die Anleger enteignet? Wäre es für den sozialen Frieden nicht viel besser, eine niedrig verzinste Zwangsanleihe mit langer Laufzeit zu machen? Ok, das Geld wäre damit auch erst einmal für den Einzelnen nicht mehr verfügbar, aber man hätte so noch die Chance, es irgendwann wieder zurück zu bekommen.

    Aber wahrscheinlich soll Zypern die Blaupause für ganz Europa werden. Wenn die Aufregung nicht groß genug ist, zieht man das gleiche in den anderen Euro-Staaten auch durch. Da ist Enteignung natürlich die beste Lösung, damit man wieder genug Spielraum hat, neue Schulden auf Kosten des Normalbürgers zu machen und den Vermögendenden neue Bonbons zu geben.

  • "Die zyprische Regierung ist das personifizierte Kasperletheater" - und das geistlose "pappelappap" in seiner behindertengerechten Sprache passt hervorragend dazu!

  • Ich bin kein Professor der Volkswirtschaft, aber mein gesunder Menschverstand sagt mir: „Zypern galt als Steueroase für reiche Russen und Europäer. Diese Nobelkunden müssen die Rechnung bezahlen, nicht der kleine Mann in ganz Europa. Wir haben die Agenda 2010 ertragen, wurden wettbewerbsfähig und sind jetzt stark. Die Südstaaten machten gedankenlos Schulden. Im Fall Zypern zeigt die EU endlich mal Kante. Das wirkt abschreckend für die restlichen Wackelkandidaten, auch auf die Gefahr hin, dass ein paar Banken pleite gehen.“

  • Wie war das?Zuerst waren die Renten sicher,jedenfalls solange bis diese Politiker das System ruiniert haben und zwar bewußt!Man wollte was für die private Versicherungswirtschaft tun!
    Jetzt ist unsert erspartes Geld sicher?
    Wie lange? Es gibt einen Einlagensicherungsfonds der anscheinend nur greift wenn es einzelnen Banken schlecht geht.
    Kollabiert das System,was schrittweise geschiet,ist Feierabend.
    Fröhliche Ostern

  • Den Zyprioten fehlt einfach das Gehorsamsgen der Deutschen das auch diese Regierung mit Hingabe pflegt und fürdert .
    Wir haben immerhin bis jetzt schon 400Mrd EEG-Abgabe Zahlungsverpflichtung, das sind pro 2-Kopf Familie 10.000 Euro die entstehen entweder über den Strompreis oder aber über den Kaufkraftverlust der durch die Umlage der Industrie-EEG auf alle Waren und Dienstleistungen entsteht. Und was tun wir ? Unsere gleichgeschalteten Medien widersprechen sogar einem Politiker der eine EEG-Bremse einführen will und forderen dass wir weiter und mehr zahlen sollen. Wir lieben unsere EEG-Abzocker bei denen die Euros landen , finanzieren damit Arbeitsplätze in China (natürlich nicht in Zypern), freuen uns auch schon darauf dass im nachsten Jahre wieder 100 Mrd. € EEG- Zahlungsverpflichtungen dazu kommen.
    Die Zyprioten sollen sich bei soviel wohlerzogenen Gehorsam doch endlich ein Beispiel nehmen und auch freiwillig mehr zahlen!
    Vielleicht haben die aber auch nicht das ausgeprägte Dummheitsgen das uns eigen ist ?
    Je weniger man besitzt desto einfacher ist ein nachhaltiges Lebenswandel !

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