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Vorsorgevollmacht Nicht sexy, aber wichtig

Keine Top-Models, keine Katzenbilder und keine Anlagetipps – trotzdem sollten Sie diesen Artikel lesen. Es geht um Ausnahmesituationen, die jeden treffen können, wie etwa der Unfall von Michael Schumacher zeigte.
17.10.2014 - 14:47 Uhr Kommentieren
Wer selbst keine Entscheidungen über seine medizinische Behandlung treffen kann, braucht einen Bevollmächtigten. Quelle: Imago

Wer selbst keine Entscheidungen über seine medizinische Behandlung treffen kann, braucht einen Bevollmächtigten.

(Foto: Imago)

Düsseldorf Eigentlich müsste man ja mal. Überlegungen, die so anfangen, haben gute Chancen, sogleich auf später verschoben zu werden. Auch in diesem Fall ist die Versuchung groß. Schon dieses Wort. „Vorsorge“. Das verheißt nichts Gutes. Im Gegenteil, es ruft dutzende negative Assoziationen hervor. Vorsorgen, das tut man nicht für Situationen, in denen man gesund und munter und finanziell unabhängig ist. Beim Thema Vorsorge geht es um Notfälle, Krankheiten, Alter und Armut. Sich mit solchen Dingen zu beschäftigen, macht keinen Spaß.

Und dennoch, wer sich nicht darum kümmert, könnte das irgendwann einmal bitterlich bereuen. Wann dieses „irgendwann“ allerdings eintritt, weiß niemand. Wohl auch deshalb ist es so schwierig, sich selbst zum Handeln zu bewegen. Wenn alles gut läuft, tritt dieses „irgendwann“ nämlich niemals ein. Wir bleiben gesund, erleiden keinen schweren Unfall, können uns bis ans Ende unserer Tage selbst versorgen und im hohen Alter sterben wir schließlich friedlich im heimischen Bett. Doch die Realität sieht häufig anders aus. Deshalb ist es wichtig, vorzusorgen.

Was passieren kann, wenn man nicht vorgesorgt hat, zeigt der Fall einer Komapatientin, der aktuell die Gerichte beschäftigt. Die Frau war 2009 nach einem Schlaganfall ins Wachkoma gefallen. Die Ärzte haben kaum Hoffnung auf Besserung, die Familie möchte die Schwerkranke sterben lassen und kämpft seit vier Jahren darum, die künstliche Ernährung einzustellen. Sie ist der Meinung, die Frau hätte das so gewollt. Doch die Gerichte verweigern die Erlaubnis dazu. Auch ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) hat an diesem Donnerstag noch nicht zu einer Entscheidung geführt (Az.: XII ZB 202/13).

Zwar haben die obersten Richter bestätigt, dass ein Betreuungsgericht den Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen genehmigen muss, wenn dies „dem Willen des betroffenen Patienten entspricht“. Das Landgericht muss den Fall nun aber erneut prüfen. „Die Probleme des Falles liegen nicht im Rechtlichen, sondern auf der Beweis-Ebene: Was war denn der Wille der Person, die man heute nicht mehr dazu befragen kann?“, sagt Martina Mainz-Kwasniok, Fachanwältin für Familienrecht. „Eine Patientenverfügung, in der die Betroffene in gesunden Zeiten selbst niedergeschrieben hätte, was sie sich für den Wachkoma-Fall wünscht, wäre die Lösung gewesen.“

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    Eine solche Patientenverfügung gehört ebenso zu den wichtigen Unterlagen wie eine Vorsorgevollmacht und eine Betreuungsverfügung. Und für den Todesfall außerdem ein Testament oder ein Erbvertrag und gegebenenfalls eine Bestattungsverfügung. Wer diese Dokumente hat, ist auch in einer Notfallsituation nicht vom Wohlwollen fremder Menschen abhängig. Unternehmer sollten zudem noch regeln, wer sie bei einem längeren Ausfall in der Firma vertreten soll. Und Eltern minderjähriger Kinder sollten eine Sorgerechtsverfügung verfassen.

    Solcher „Papierkram“ ist lästig, aber ohne ihn geht es nicht. Handelsblatt Online zeigt in einer mehrteiligen Serie, worauf es bei diesen Schriftstücken ankommt. Die gute Nachricht: Wer die Unterlagen einmal ordentlich erstellt hat, kann sie vorerst getrost abheften und muss erst einmal nicht darüber nachdenken – es sei denn, es gibt wichtige Veränderungen in der persönlichen Situation. Los geht es mit der Vorsorgevollmacht.

    Prominentes Beispiel: Michael Schumacher
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