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World Wealth Report Die Reichen werden nach Verlusten an den Aktienbörsen vorsichtiger

Erstmals seit langem haben Wohlhabende im vergangenen Jahr Einschnitte beim Vermögen hinnehmen müssen. Jetzt gehen sie bei der Anlage auf Nummer sicher.
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Vermögende legen bei der Geldanlage viel Wert auf Risikostreuung. Quelle: Unsplash
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Vermögende legen bei der Geldanlage viel Wert auf Risikostreuung.

(Foto: Unsplash)

Frankfurt Die Turbulenzen an den Finanzmärkten im vergangenen Jahr haben auch Spuren in den Tresoren der Reichen hinterlassen. Nach rund einer Dekade mit stetigen Wachstumsraten schrumpfte das globale Vermögen der Millionäre auf Basis des US-Dollars um knapp drei Prozent auf 68,1 Billionen. Im Jahr zuvor hatte es noch ein deutliches Plus von 8,2 Prozent gegeben.

Ein Großteil des Vermögensverlustes erlitten 2018 die Chinesen und die Millionäre in Hongkong. Hier kamen die Verluste an den Aktienbörsen, der Druck auf die Landeswährung Yuan sowie die handelspolitischen Spannungen zwischen Peking und Washington zum Tragen.

So erklärt es Klaus-Georg Meyer von der Beratungsgesellschaft Capgemini in Frankfurt bei der Vorstellung des „World Wealth Report 2019“. Nach Zuwachsraten von durchschnittlich 8,7 Prozent zwischen 2011 und 2017 ging die Zahl der Millionäre im vergangenen Jahr weltweit um 0,3 Prozent auf 18 Millionen zurück. In Deutschland war das Bild ähnlich: Mit 1.350.000 Millionären nahm die Zahl der Reichen um 1,1 Prozent ab, das Vermögen sank um 3,9 Prozent.

Angesichts der Verluste an den Aktienbörsen im vergangenen Jahr sind die deutschen Millionäre vorsichtiger und konservativer geworden. Der größte Posten in der Vermögensverteilung ist im ersten Quartal 2019 die Liquiditätshaltung gewesen. Bei fremdgenutzten Immobilien und Wertpapieren auf Immobilienbasis (Reits) haben die betuchten Investoren dagegen zum Rückzug geblasen und ihr Engagement um knapp 13 Prozentpunkte auf 17,8 Prozent verringert.

„Die Anleger gehen auf die Parkposition und warten ab. Bei Immobilien spielt vielleicht auch die Angst vor einer Preisblase eine Rolle“, sagt Capgemini-Manager Meyer. Weiter zugenommen hat das Interesse an alternativen Anlagen wie Beteiligungskapital (Private Equity) und Rohstoff-Investments.

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Weltweit haben die Vermögensinhaber zu mehr als drei Vierteln Vertrauen in ihre Geldmanager. Besonders wichtig sind ihnen die Servicequalität, die Risikostreuung der Anlagen und eine attraktive Gebührenstruktur. Zwei Drittel der reichen Kunden erwarten auch vermehrt digitale Fähigkeiten. 85 Prozent fordern mehr digitale Interaktion, wenn sie auf Informationen zu ihren Portfolios zugreifen.

Weniger als die Hälfte der „High Net Worth Individuals“ – im Fachjargon mit HNWI abgekürzt – ist mit den virtuellen Plattformen zufrieden. „Die Digitalisierung wird zur Herausforderung für Vermögensverwalter. Was in der Vergangenheit für sie funktioniert hat, wird in Zukunft keinen Erfolg mehr haben“, sagt Partnerin Anna Zakrzewski von der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG).

Sie müssten jetzt die richtigen Schritte einleiten, indem sie Produktinnovationen beschleunigen, individualisierte Angebote entwickeln und hybride Geschäftsmodelle einsetzen, die digitale und menschliche Fähigkeiten kombinieren. „Nur so können sie verhindern, dass die Kluft zwischen ihnen und Wettbewerbern, die ihr Geschäftsmodell bereits digitalisiert haben, immer größer wird.“

Banken und Vermögensverwalter würden sich auch einer zunehmenden Bedrohung durch Cyberattacken ausgesetzt sehen. „Der Umgang mit Cyberangriffen und deren Folgen verursacht für Banken und Vermögensverwalter höhere Kosten als für jeden anderen Sektor“, sagt Zakrzewski.

Trotz dieser unmittelbaren Bedrohung seien viele Finanzinstitute nicht ausreichend gerüstet, um effektiv auf diese Angriffe zu reagieren, so Zakrzewski. Vermögensverwalter müssten noch besser darin werden, vertrauliche Kundeninformationen zu schützen, Datendiebstahl abzuwehren und gesetzliche Anforderungen zu erfüllen.

Zu den größten Herausforderungen für die Branche werde der erwartete Markteintritt der großen Technologiekonzerne, der sich im Zahlungsverkehr teilweise schon vollzogen habe, sagt Meyer von Capgemini. In der Vermögensverwaltung finde man attraktive Margen vor, das locke die „Big Techs“ an.

Mehr: Wer sind die Superreichen – und wie sieht die neueste Generation von ihnen aus?

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