Zinsen für Tagesgeld Null Komma fast nix

Das neue Jahr starten mit einem massiven Zinsrutsch. Mehr als 30 Banken senken ihre Sätze für Tagesgeld, im Schnitt gibt es erstmals seit Gründung der Bundesrepublik nicht einmal mehr ein Prozent. Was Anleger tun können.
Update: 25.02.2013 - 09:41 Uhr 13 Kommentare
Sparschwein in Not: Die Banken senken massenhaft ihre Zinsen. Quelle: dpa

Sparschwein in Not: Die Banken senken massenhaft ihre Zinsen.

(Foto: dpa)

Selten waren sich die Banken in den letzten Monaten so einig wie beim Tagesgeld. Egal ob Sparkasse, Direktbank oder privates Filialbank: Im Gleichschritt senken die Institute derzeit ihre Zinsen. Seit Januar stutzten allein 30 Geldhäuser ihre Sätze, darunter Marktgrößen wie Commerzbank, Postbank oder Volkswagenbank. Im Schnitt geht es um 0,16 Prozentpunkte runter. Besonders arg traf es Sparer bei der GefaBank oder NIBC Direct, die 0,35 Prozentpunkte weniger erhalten.

Flexible Sparer stecken aktuell im Dilemma. Zum ersten Mal seit Gründung der Bundesrepublik erhalten sie im Schnitt weniger als ein Prozent für Tagesgeld. 0,97 Prozent erhalten Sparer im Schnitt für Anlagen in Höhe von 50.000 Euro, wie der FMH-Index, ein Durchschnittswert von von 35 marktrelevanten Banken zeigt.

Dabei können viele Sparer von einem Prozent Rendite derzeit nur träumen. Denn die Offerten zahlreicher Banken liegen weit darunter. So erhalten Bestandskunden bei der Von Essen Bank derzeit 0,15 Prozent, die Sparkasse Leipzig und PSD Bank Kiel gewähren nur 0,20 Prozent. Kaum besser sind die Stadtsparkasse Wuppertal und die Ostsächsische Sparkasse Dresden mit 0,25 Prozent.

Die Zinssenkungswelle kommt unvermittelt, denn die Vorgaben haben sich nicht geändert. Der EZB-Leitzins notiert seit Sommer vergangenen Jahres stabil bei 0,75 Prozent. Das gilt auch für andere Referenzzinsen wie etwa den EONIA, einen Interbanken-Satz für unbesichertes Tagesgeld, der in den vergangenen sechs Monaten lediglich zwischen 0,06 und 0,13 Prozent schwankte. Auch auf der Passivseite blieben die Konditionen recht stabil, laut FMH zahlen Kunden für ihren Dispokredit im Schnitt 10,5 Prozent.

Woher kommt also die große Einigkeit beim Zinsen senken? „Das ist eine normale Marktreaktion auf das Niedrigzinsumfeld“, beschwichtigt ein Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Banken. Fakt ist: Das Marktumfeld für eine Senkung ist gut. „Bei der Zentralbank gibt es Geld zu günstigen Konditionen und das Kreditgeschäft läuft eher mau“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung.

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13 Kommentare zu "Zinsen für Tagesgeld: Null Komma fast nix"

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  • Kommt doch mal alle von diesen Tagesgeld-Trip runter. Da sollte nur ne "Notfallreserve" drauf sein, damit man beruhigt schlafen kann.Den Rest seiner Kohle sollte man verteilen(Anlagen,Fonds jeglicher Art,Zertifikate und Aktien). Und dann kann mir auch so ne kleine Krise nix anhaben, da ich im Notfall an alles rankommen könnte, wenn ich muss oder ich lass es einfach laufen, wenn ich nicht ran muss. Ist doch ganz einfach

  • Richtig: privat in der Familie sich gegenseitig helfen, ohne Zinssteuer, ohne Konto, oder das Bare heimholen und gut verschließen, damit es den Bankenzockern nicht dient. Und obendrein in Werte anlegen. Es gibt viele Möglichkeiten.

  • Das ist genau die Kombination von Vernunft und Zufriedenheit, die ich auch lebe.

  • Was man mit seinem Bankguthaben jetzt tun kann?

    Einfach bar auszahlen lassen und den Betrag ins versicherte Schließfach legen. 50.000 EUR gibt es als handliches Bündel in Folie ordentlich eingeschweißt und EZB geprüft.

    Da ist es jedenfalls sicherer, als auf dem Konto und als Guthabenversprechen der jeweiligen Bank "leihen", die mit ihren Zinsspielchen doch auch nur ein etwas größeres Schneeballsystem von Reichtumsillusionen installiert hat.

    Wer es noch sicherer haben möchte, der kauft sich Anlagegüter. Die dümmste und riskanteste Möglichkeit ist jedenfalls das Geld den Banken zu "leihen", indem man es auf irgendeinem Konto dort liegen lässt.

    Wer ein wenig sozialer eingestellt ist, verleiht sein Geld etwa innerhalb seiner Familie für vernünftige Investitionen, damit dort nicht jemand einen Kredit aufnehmen muss und dafür etwa sagenhafte 8% - so neulich auf einer Plakatwerbung gesehen - an eine Bank an Schuldzinsen zahlen muss. Derartiges Verleihen in der Familie darf man getrost als soziales Engagement gegen die modernen Formen der Sklaverei und des Feudalismus feiern.


  • Die Interventionsgrenze bei 1,20 wird bald frei gegeben. Ich werde die Partei wählen, die sich für die Interessen der Deutschen einsetzen. Das werden viele machen und dann kommt wieder die Schlagzeile es waren alles die bösen Protest Wähler. Es ist aber nicht mein Protest sondern mein geziehlter Wählerwile. Es ist endlich Zeit für Veränderungen in diesem Land.

  • Mittlerweile kann man das Papier genau so gut unter die Matratze legen, am besten in Form von SFr. Die Interventionsgrenze bei 1,20 wird nicht mehr lange halten.

  • wir lieben den Euro
    wir lieben den Staat
    nun lasst uns alles Knapsen
    das ist sonst Hochverrat!

  • Der niedrige Zins ist folge der verfehlten Politik des ständigen verschenken von Euros an die Südländer und des künstlichen festhalten an einen niedrigen Zins von der EZB befohlen. Bis zur Wahl wird noch alles unter den Teppich gekehrt, danach werdet Ihr das blaue Wunder erleben. Inflation ohne Ende Ihr könnt schon mal für ein Brot 15 Euro einplanen. Dann noch diese unkontrollierte Zuwanderung, die unsere Städte ruinieren, gestern ein Hauptthema im heute - Journal. Die Armut wird kommen das ist alternativlos dank unserer Mutter im Hosenanzug.

  • Sie beziehen sich auf den Einlagensicherungsfonds der privaten Banken. Zusätzlich erfolgt die Sicherung durch das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz.

  • ..und für alle, die meinen 1,5 oder 2% p. a. auf das Tagesgeld wäre sicher: Statut des Einlagensicherungsfonds §6 Absatz 10: "Ein Rechtsanspruch auf ein Eingreifen oder auf Leistungen des Einlagensicherungsfonds
    besteht nicht."

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