Allianz-Vorstand „Wir rechnen mit einer Lebenserwartung von 102 Jahren“

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„Für die Garantien rechnen wir mit einer mittleren Lebenserwartung von 102 Jahren“

Viele Versicherer haben vielleicht auch zu wenig Geduld bei der Erklärung, etwa bei der Überschussbeteiligung?
Wir sind transparent und weisen alle wichtigen Daten aus. Ein Kunde sollte aber kein Studium des Aktuarwesens aufnehmen müssen, um eine Police abzuschließen. Für ihn ist es wichtig zu wissen, wie er an den Erträgen beteiligt wird. Und diese Information geben wir ihm.

In den vergangenen Monaten geriet die Riesterrente ins Visier der Kritik.
Zu Unrecht! 17 Millionen Menschen haben eine Riesterrente abgeschlossen, das ist knapp jeder zweite Förderberechtigte. Die Riesterrente ist ein Erfolgsmodell. In unserem Bestand machen die Eigenbeiträge zuletzt 80 Prozent aus, die Zulagen 20 Prozent. Die Förderung bewirkt, was sie soll: eine Verstärkung der eigenverantwortlichen Altersvorsorge.

Glaubt man Verbraucherschützern lohnt sich die Rente wegen der niedrigen Renditen und hohen Kosten trotzdem vielfach nicht.  Der Vergleich mit einem Sparstrumpf steht im Raum.
Solche Vergleiche sind unzutreffend. Nach Berechnungen des Institutes für Transparenz in der Altersvorsorge liegen die Renditen bei Riesterrenten auf Versicherungsbasis zwischen drei und sieben Prozent per annum.

Andere Rechnungen sagen etwas anderes aus.
Ich bleibe dabei: Die Riesterrente ist attraktiv. Die Allianz bietet eine Gesamtverzinsung von 4,5 Prozent plus Bewertungsreserven. Hinzu kommen die staatliche Förderung und die nachgelagerte Besteuerung dieser Altersvorsorge. Die Kosten schmälern die Rendite hingegen nur um einen Prozentpunkt.

Nur wer sehr alt wird, profitiert davon.
Es ist das Wesen von Rentenversicherungen, dass Personen um so mehr profitieren, je älter sie werden.

Die Sterbetafeln stehen bei Riester in der Kritik. Warum müssen bei Riesterrenten neugeborene Mädchen etwa älter als hundert Jahre werden?
Die Lebenserwartung steigt seit der industriellen Revolution kontinuierlich an. Laut Max Planck-Institut im Schnitt um zwei bis drei Monate pro Jahr. Dieser Trend ist weiterhin intakt und wir müssen für die Garantien zunächst entsprechend vorsichtig kalkulieren.

Wie alt müsste ein Säugling werden, damit er mit einer Riesterrente der Allianz einen guten Schnitt macht?
Er macht in jedem Fall einen guten Schnitt, wenn er nur annährend so alt wird, wie seine Jahrgangsgenossen. Für die Garantien rechnen wir mit einer mittleren Lebenserwartung von 102 Jahren. Das enthält die künftige Verbesserung der Lebenserwartung, die höhere Lebenserwartung der Versicherten und die Sicherheitspuffer, um die Garantien sicher erfüllen zu können. Kommt es zu höheren Sterblichkeiten als hier angesetzt, so beteiligen wir den Kunden zu mindestens 75 Prozent an den dadurch entstehenden Überschüssen. An den Kapitalerträgen wird er zu mindestens 90 Prozent beteiligt. Dadurch erreicht der  Bezieher einer Rente auch dann eine ansehnliche Rendite, wenn er nicht so alt werden sollte wie der Durchschnitt seines Jahrgangs.

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24 Kommentare zu "Allianz-Vorstand: „Wir rechnen mit einer Lebenserwartung von 102 Jahren“"

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  • Klare Aussage!

    Wer also glaubt, dass er keine 102 wird, für den lohnt sich die Versicherung nicht.

    Wer glaubt älter als 102 Jahre alt zu werden, dass ist der, der sich Gedanken darüber machen sollte. Natürlich nur dann, wenn die Versicherungen nicht anpassen, wenn das Durchschnittsalter darüber steigt.

    Wird das Durchschnittsalter nicht erreicht, dann streichen die Versicherer das Geld ein. Das ist dann so wie die Bank im Casino.

  • Das ist schon eine Unverfrorenheit, von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 102 Jahren auszugehen. Um 102 zu werden müssen u. a. in erster Linie die Gene und vor allen Dingen ein gutes Einkommen (z. B. wie bei Vorständen) die Voraussetzung sei. Die vielen Übergewichtigen, vor allen Dingen viele Jugendliche, und geringe Einkommen werden überhaupt nicht berücksichtigt. Damit soll nur für die Versicherten die Rendite gedrückt werden. Hoffentlich lassen sich die Leute nicht für dumm verkaufen und über den Tisch ziehen.

  • Es ist keine Polemik, Kapitallebensversicherungen als Betrug am Kunden zu bezeichnen. Das bisschen Transparenz, das seit 2008 geboten wird, wurde vom Gesetzgeber erzwungen. Lasst Zahlen sprechen - am Renditeverlauf wie ihn z.B. KLV-Check berechnet ist eigentlich das ganze Dilemma mit diesem Produkt ersichtlich!

  • lieber claus, es wird für einen heute geborenen menschen mit 102 jahren kalkuliert. können sie den medizinischen fortschritt in 100 jahren einschätzen?
    wenn nicht, dann vergleichen sie einmal den fortschritt zwischen 1912 und 2012. jetzt müssten sie ein gefühl dafür bekommen.

  • Schon spannend... da werden Äpfel mit Birnen verglichen... Eine Bank mit einer Versicherung zu vergleichen ist - höflich formuliert - schwachsinn!
    Wenn ich mein Geld zur Bank (oder in den Sparstrumpf) bringe, dann liegt es da so lange, bis ich es wieder entnehme oder verbraucht habe... und wenn es dann alle ist... pech gehabt.
    Eine (Lebens- oder Renten-)Versicherung ist (wie es der Name schon sagt) eine Versicherung gegen ein Risiko. Nämlich gegen das Risiko meines Ablebens oder das Risiko, das mein angespartes nicht reicht, weil ich älter werde als geplant!
    Wenn ich mich gegen dieses Risiko absichern will, gut! Dass mein Vertragspartner auf Nummer sicher geht und einen Puffer einbaut, sollte mich eher beruhigen als verunsichern! Denn ansonsten wäre das Geschrei groß, wenn es auf einmal heissen würde (wie in der gesetzlichen Versicherung): "Nee, Du musst jetzt leider mit weniger oder sogar mit fast nichts auskommen, denn es sind nicht mehr genug Beitragszahler da!"
    Und wenn die Leute früher sterben? Fein, dann freut das den Rest, weil die an den gesparten Ausgaben über die Überschussbeteiligung profitieren...
    Und das ein Wirtschaftsunternehmen dabei auch Geld verdienen will, sollte doch nun wirklich keinen wundern/ verärgern!

  • Mittlere Lebenserwartung von 102 Jahre , diese Angabe ist absolut unserös.Seit Jahren wird potentiellen Kunden nur Mist eingeredet, um Ihren Schrott zu verkaufen. Fahrt den Leuten doch mal an die Karre, nichts mehr abschließen und bestehende Produkte beitragsfrei stellen. Erst dann ändert sich was. Der Kunde ist König !

  • Die Beschreibung des Deckungsstocks in Wikipedia oder im Wirtschaftlexikon klingt anders.

    Das Wichtigste vorweg: Handeln sie mit dem Vertreter einen "Kick-Back" Bonus für den Kunden aus!

    Im Übrigen:

    Warum verzichtet die Allianz Lebensversicherung nicht auf den Weiterverkauf von Darlehen an Dritte? War die Verbriefung nicht Mitschuld an der Finanzkrise?

    Wenn der Kunde ein "Kombi-Produkt" "Geldanlage" und "Risikolebensversicherung" kauft, warum geht man von unterschiedlichen Sterbeverläufen aus? Sterben Menschen, die eine Risiko-Lebensversicherung bei der Allianz haben schneller oder ist das dem Gewinnstreben geschuldet?

  • @Meda

    Warum nicht einmal eine Allianz-Anleihe:

    Wer es variabel verzinst mag, der Allianz als Unternehmen vertraut und gerne langfristig anlegt, ist mit der Allianz Anleihe DE000A1GNAH1 (Laufzeit bis 2041, Rendite derzeit über 4 %) gut aufgehoben.

    Die Allianz Anleihe ISIN DE000A1G0RU9 läuft bis 2022 und erzielt zZt eine Rendite von ca. 2,7 %.

    Alle Anleger handeln auf eigenes Risiko. Der Kauf einer Anleihe birgt Risiken und ist nicht für jeden passend!

  • An Johannes Hesters kann man sich sehr viel abgucken.
    Der Mann lebte seinen Beruf und hatte so ein sehr erfülltes Leben - das ist auch mit ein Grund für sein hohes Alter.
    Ein Mensch, der innerlich glücklich ist und ein erfülltes Leben hat, der ist in der Tat zu beneiden und man sollte sich fragen, was man SELBER tun kann, damit man SELBER glücklich und erfüllt ist.

  • dann ist der Sparstrumpf immer noch besser, wie geschrieben rechnet die Versicherung mit 102 Lebensjahre für Mädchen, dafür dürfen die Frauen jetzt 3% weniger und die Männer 5% mehr einzahlen dank der Unisex Tarife.
    Übrigens wenn ich die Riesterrente mit 50 abgeschlossen hätte und bis 90 leben würde, dann wären mir beim Renteneintrittsalter mit 65 Jahren lediglich 15 Jahre staatliche Zulagen entgangen aber dafür habe ich 25 Jahre die Steuern auf die Riesterrente gespart. Die Riesterrente wurde doch nur für die Versicherrungen eingeführt als Ausgleich für die Kappung der Steuerfreiheit bei Kapitalbildenden Lebensversicherungen.

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