Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Altersvorsorge Riester lohnt sich nicht mehr

Vor zehn Jahren wurde die Riester-Rente noch hoch angepriesen. Mittlerweile haben sich die Rahmenbedingungen aber stark verändert. Heute bekommen nur noch wenige Verbraucher attraktive Renditen.
23.11.2011 - 17:43 Uhr 35 Kommentare
Entspannt das Rentenalter genießen? Die Rendite der Riester-Rente reicht dafür nicht mehr aus. Quelle: obs

Entspannt das Rentenalter genießen? Die Rendite der Riester-Rente reicht dafür nicht mehr aus.

(Foto: obs)

Düsseldorf Seit zehn Jahren ist der Name "Riester" eng verbunden mit Altersvorsorge. Doch das Rentenkonzept, das der damalige Bundesarbeitsminister Walter Riester entworfen hat, ist heute längst nicht mehr so profitabel wie früher. „In den letzten zehn Jahren hat sich die Riester-Rente schleichend verschlechtert und ist damit als sinnvolle Altersvorsorge massiv in Frage gestellt“, sagt Axel Kleinlein, Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten (BdV), der am Dienstag eine Studie veröffentlicht hat, in der er untersucht, wie rentabel die Riester-Rente heute noch ist.

Zu der Verschlechterung haben neben neuen gesetzlichen Regelungen auch neue Produktarten geführt. So wurde beispielsweise 2006 per Gesetz die Regelung eingeführt, dass Riester-Verträge nicht mehr nach Geschlecht differenzieren dürfen. Dies führte jedoch nicht dazu, dass die Prämien für Frauen stark gesenkt wurden. Im Ergebnis wurden vielmehr die Prämien für Männer angehoben und die Rendite ist gesunken.

Zu den Rendite-Killern gehören nach Kleinleins Analyse auch der von 3,25 auf 2,25 Prozent gesunkene Garantiezins und neue Sterbetafeln. Diese zeigen, wie viele Menschen voraussichtlich in einem Jahr sterben werden. „Bei diesen Tafeln übertreiben es die Versicherungen häufig, so rechnen sie zum Teil bei einem heute 50-Jährigen mit einem durchschnittlichen Sterbealter von 103 Jahren, das ist meiner Meinung nach deutlich überhöht“, sagt Kleinlein.

Erhöht sich das Sterbealter, verlängert sich auch der Zeitraum für die Rentenzahlungen. Das Konzept der Riester-Rente sieht vor, dass ein Teil des angesparten Kapitals für die Rente ab dem 85. Lebensjahr zurückgelegt wird, damit auch dann noch eine monatliche Rente gezahlt werden kann. Die Folge für den Versicherten: Seine Rente für die Zeit bis zum 85. Geburtstag verringert sich.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Als die Riester-Rente eingeführt wurde, ging man noch davon aus, dass etwa zehn Prozent des angesparten Kapitals zurückgelegt werden müssten. Doch dieser Betrag ist im Laufe der Jahre stark gestiegen - zum Nachteil der Rendite. Ein Rechenbeispiel: Hat ein Mann 2001 eine private Riester-Rentenversicherung abgeschlossen, mussten nach der alten Berechnung 13 Prozent des angesparten Kapitals zurückgelegt werden. Heute ist der Anteil auf 33 Prozent gestiegen. Und bei manchen Angeboten wird sogar fast die Hälfte des Kapitals dafür aufgewendet.

    Privat vorsorgen per Riester-Rente

    Rendite sinkt um bis zu 60 Prozent
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Altersvorsorge - Riester lohnt sich nicht mehr
    35 Kommentare zu "Altersvorsorge: Riester lohnt sich nicht mehr"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Was stimmt jetzt? Mal schreiben die Verbraucherschützer "Riester, die beste Geldanlage", dann ist sie wieder Mist? Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
      http://www.mehrvomgeld.blogspot.de/2012/09/riestern-lohnt-nicht.html

    • Schon die Überschrift verdient ein Prädikat welches angesiedelt ist zwischen Volksverdummung und Volksverhetzung.

      Wann endlich versteht die Presse (nicht nur das Handelsblatt), das IDW und Herr Kleinlein die zwingend notwendig unterschiedlichen Interessen der Vorsorgesparer (für ein möglicherweise sehr langes Leben) und Interessen der Kapitalanlager (bloßes Sparen für später mit Fokus auf Vererbung, Kapitalisierung etc.).

    • Zweifellos liegen bürokratisch verwirrende Lösungen vor, aber besser die als gar keine: Denn Riester und Rürup waren die längst fälligen Korrekturversuche einer seit 1957 verfehlten Sozial- Finanz- und Steuerpolitik.

    • Wie immer geht der Bund der Versicherten mit Hiobsbotschaften über seinen Erzfeind auf Werbefeldzug.... Hat sich auch schon jemand die Mühe gemacht, zu überprüfen, mit welchen Anlage- und Altersvorsorgeempfehlungen die "Verbraucherberatungen" vor Jahren die Deutschen beglückt haben? Natürlich sinken bei steigender Lebenserwartung und gleichzeitigen Dauerniedrigzinsen auch bei den Riester- Renten die Renditen - und wo sind die Alternativen? Fonds jedweder Art? Anleihen? Gold? Immobilien? Aktien? Staatspapiere? Wo, bitteschön, findet denn die wundersame Geldvermehrung zur Zeit statt?

    • So destruktiv finde ich den Artikel gar nicht. Er zeigt nur den Irrsinn auf. Und damit meine ich nicht nur die Riester-Rente. Ausgedacht, verkompliziert und hochgehalten von einem Heer viel zu hoch bezahlter Verwaltungsbürokraten und Experten auf der einen Seite, Hand in Hand mit der Lobby einer gefräßigen Finanzindustrie auf der anderen Seite.
      Man ergänzt sich hier zum eigenen Wohlergehen.
      Wie wär es denn mal mit einer „Bierdeckellösung“?
      Alle Bürger, die neben der Rente fürs Alter vorsorgen möchten, können ein spezielles Anlagekonto bei einem Geldinstitut ihrer Wahl einrichten. Das dort eingezahlte Geld muss im Jahr der Einzahlung nicht versteuert werden.
      Wie wer sein Geld anlegt, ob in Wertpapiere, Sparpläne, Lebensversicherungen oder was auch immer, bleibt jedem selbst überlassen. Erst wenn Vermögen von diesem Konto abgehoben wird, wird es mit dem aktuellen Satz versteuert.
      Damit das Konto nicht im großen Stil zur Steuervermeidung missbraucht werden kann, wird der jährliche steuerfrei anzulegende Betrag vom Gesetzgeber gedeckelt. Andererseits kann der Gesetzgeber Geringverdienern über die Steuerersparnis hinaus einen Zuschuss gewähren.
      Aber Bierdeckellösungen sind ja nicht gefragt, denn dann hätten die professionellen Verkomplizierer und Bürokraten in weiten Teilen keine Daseinsberechtigung mehr.
      Es ist zum Heulen.

    • Ihr Artikel ist destruktiv und einer guten Wirtschaftszeitung unangemessen: Riester und Rürup waren und sind bitter notwendige Ergänzungen der erodierenden sogenannten "BfA-Volksrente", einer Mißgeburt der Adenauer- Ära, gegen die Ludwig Erhard vergeblich angekämpft hat. Bei eienem Rentenbeginn in 2001 muß ein Renter heute, zehn Jahre später, nur die durchscnittliche Inflation gerechnet, mit einem Verlust von mehr als 20% rechnen. Der Durchscnittsrentner mit rd. 800.- Euro?, ich hoffe nicht, daß es Viele davon gibt. Zusätzliche Betriebsrenten haben aber viele Arbeitnehmer, insbesondere aus Klein- und Mittelbetrieben, nicht. Andererseits sollten Sie den Arbeitnehmer nicht mit Georges Sorros verwechseln, der von der Spekulation auf den Verfall lebt (etwa mit neuen Optionsscheinen der Commerzbank) oder der sich für den Notfall Klumpen von Gold unters Kopfkissen legen kann. Riester und Rürup basieren auf Versicherungsleistungen und hier haben sich die Bedingungen (Durchscnittsverzinsungen) verschlechtert. Sollen die Arbeitnehmer Zusatzrenten über die Versicherer also ohne die staatliche Förderung abschließen?
      Sie sollten dem Arbeitnehmer, also der Masse der Menschen hierzulande, als eine seriöse Wirtschaftszeitung nicht, wie die "Hochglanzbroschüren", erzählen, er könne leicht zum Rentenmillionär werden, wenn er sich nur so wie George Sorros verhielte. Sie sollten Ihnen die Wahrheit sagen: Nämlich das wir das selbst gewählte politische Mißmanagement (des Nachtwächterstaates) bei der Regelung von Wirtschafts- Märkten, die Mißachtung der Worte von Walter Eucken von 1950, wirtschaftliche Macht insgesamt zu bekämpfen,jetzt bezahlen müssen, und zwar nicht die großen Vermögensbesitzer, sondern der "kleine Leistungsträger" Mit anderen Worten: Der Staat darf nicht mehr, wie bei uns seit 1957,zur Lobby der ökonomischen Interessenverbände werden, die dann Marktregulierungen nach Gutsherrenart vorgenommen und dabei das Parlament als Fußabtreter benutzt haben.

    • Dankeschön für diese Wahrnehmung! Das sehe ich ähnlich. Orientierung geben ist gut. Verunsichern ist nur gut gemeint. LG MichaelS

    • Unseriös ist lediglich der Artikel. Er wirft Fragen auf in einer reißerischen Art und Weise und erklärt gar nichts. Wenn das nun Handelsblattniveau ist (Bild lässt grüßen), dann gute Nacht!!!

    • Wenn ich so etwas lese, und dann auch noch Experte dabei steht, dann kommt mir echt die Galle.

      Wie kann man als seriöser Experte die Menschen verunsichern, die sich für private Vorsorge entschieden haben? Und letztundschlussendlich: Warum warnen Sie eigentlich nicht vor Aktienanleihen, oder Bundesschatzbriefen, oder dem neuerlichem Gold und Edelmetallrausch? Oder gar vor geschlossenen Fonds und sonstigen obskuren Beteiligungen? Nehmen Sie doch gleich noch Media Markt und Medi Max und alle Küchenstudios dieser Welt mit dazu, die dem Kunden sagen, alles kannst du sofort bekommen, hier ist dein Ratenkredit.

      So viel zum Expertentum.

    • Viele schwachsinnige Kommentare belegen, dass Riester für die meisten zu kompliziert ist. Wenn die Voraussetzungen passen, rechnet sich Riester für teilzeitbeschäftigte Frauen mit Kindern. Beispeil: Eine Frau mit 2 Kinder zahlt im Jahr € 100,- ein. Dafür gibts € 514,- vom Staat als Zulage im Jahr. Wer denken kann ist im Vorteil. Gruß VersMakler

    Alle Kommentare lesen
    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%