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AOK Rheinland/Hamburg und IKK classic Zwei weitere Krankenkassen knacken 16-Prozent-Marke

Die DAK hat sich den Spitzentitel als teuerste gesetzliche Krankenkasse im kommenden Jahr gesichert. Doch zwei Kassen knacken ebenfalls eine runde Beitragsmarke.
Update: 21.12.2015 - 15:09 Uhr
Die Kosten der Gesundheitsvorsorge steigen. Quelle: dpa
Operationssaal

Die Kosten der Gesundheitsvorsorge steigen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen für das kommenden Jahr werden in diesen Tagen veröffentlicht. Am Montag haben zwei Größen im Markt, die IKK Classic (2,6 Millionen Mitglieder) und die AOK Rheinland/Hamburg (zwei Millionen Mitglieder), als letzte unter den Top 10 ihre künftige Beträge veröffentlicht.

Sowohl die IKK Classic als auch die AOK Rheinland/Hamburg werden 2016 einen Gesamtbeitrag von 16,0 Prozent erheben. Damit liegen sie knapp hinter Spitzenreiter DAK mit einem Beitrag von 16,1 Prozent. Die AOK erhöht damit um 0,5 Prozentpunkte und die IKK sogar um 0,6 Prozentpunkte.

Der Beitrag der gesetzlichen Krankenversicherung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem Grundbeitrag von 14,6 Prozent. Diesen Teil zahlt zur Hälfte der Arbeitgeber, zur anderen Hälfte der Arbeitnehmer. Die jetzt erhöhten Zusatzbeiträge fallen aber ausschließlich zu Lasten der Arbeitnehmer. Eine Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte kann bei Gutverdienern eine Mehrbelastung von 25 Euro im Monat bedeuten.

„Zur Sicherung der finanziellen Stabilität und weil es gerechter ist, sind die finanziellen Belastungen in Zukunft wieder zu gleichen Anteilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu tragen“, fordert Günter Wältermann, Chef der AOK Rheinland/Hamburg. Die Rückkehr zu einer geteilten Finanzierung sei notwendig. Einen Vorstoß dazu will die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) im Januar über den Bundesrat in den Gesetzgebungsprozess einbringen.

Gesetzlich Krankenversicherte können jederzeit die Kasse wechseln, im Falle einer Beitragserhöhung aber mit verkürzter Kündigungsfrist. Das Sonderkündigungsrecht ermöglicht es, zum 31. Januar 2016 zu kündigen und die Kasse zu wechseln. Ab dem kommenden Jahr wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 1,1 Prozent liegen nach 0,9 Prozent im Jahr 2015.

Sind steigende Zusatzbeiträge ein Grund, die eigene Kasse zu wechseln? Der GKV-Spitzenverband rät, diese Entscheidung genau abzuwägen. Schließlich komme es neben dem Beitragssatz auch auf andere Faktoren wie einen guten Service oder eine gute Betreuung bei einer ernsten Erkrankung und interessante Satzungsleistungen wie Homöopathie an.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) weist darauf hin, dass es sich doch nur um sehr maßvolle Beitragserhöhungen handele. In der Tat: Bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3.000 Euro schlagen 0,2 Beitragssatzpunkte durchschnittlicher Zusatzbeitragserhöhung gerade einmal mit sechs Euro im Monat zu Buche. Bezogen auf das gesamte Gesundheitssystem stehen sie allerdings für Mehrkosten von über einer Milliarde Euro.

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