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Beihilfetarife Wann sich die gesetzliche Krankenversicherung für Beamte lohnt

Die private Krankenversicherung ist für Staatsdiener das Maß der Dinge. Jetzt soll die gesetzliche Krankenversicherung an Attraktivität gewinnen.
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GKV: Wann sich die gesetzliche Krankenversicherung für Beamte lohnt Quelle: dpa
Arzt und Patient beim Blutdruckmessen

90 Prozent der deutschen Beamten sind privat krankenversichert.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Genau 94 Prozent Erstattung für ambulante Leistungen beim Beihilfetarif der Debeka, 96 Prozent Kostenübernahme von Zahnarztleistungen beim Beihilfetarif von Hanse Merkur und LVM und bis zu 97 Prozent aller erreichbaren Punkte bei stationären Behandlungen bei der Bayerischen Beamtenkrankenkasse – das bieten die besten Beihilfetarife für Beamte, die die Ratingagentur Franke und Bornberg mit der Note „sehr gut“ auszeichnet. Insgesamt erreichen sieben von 28 Anbietern mit ihren Tarifen diese Spitzenbewertung.

„Das Leistungsniveau von Beihilfetarifen ist an den Topschutz bei herkömmlichen privaten Krankenvollversicherungen angelehnt“, erläutert Michael Franke, Geschäftsführer von Franke und Bornberg. Gleichzeitig fallen die Beiträge für den Musterfall im Alter von 30 Jahren meist nicht einmal etwa halb so hoch aus wie für den 35-jährigen angestellten Musterkunden, der eine private Krankenversicherung (PKV) mit Topschutz abschließt.

Es wurden 28 Versicherer getestet.
Siegel

Es wurden 28 Versicherer getestet.

„Für Beamte ist die Frage, ob eine private oder gesetzliche Krankenversicherung die bessere Alternative ist, leicht zu entscheiden“, urteilte die Stiftung Warentest im August 2018. Für die meisten sei die private sinnvoller als die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Grund: Der Dienstherr beteiligt sich mit der Beihilfe an den Behandlungskosten – bei ledigen Bundesbeamten, wie im Musterfall, mit 50 Prozent.

Staatsdiener benötigen nur für die verbleibenden Kosten eine Krankenversicherung. Und so können sie zwar zwischen der GKV und der PKV wählen. Doch nur private Krankenversicherer bieten auf Beamte zugeschnittene Restkostentarife an. Dagegen müssen Beamte, die sich gesetzlich versichern, den gesamten Versicherungsbeitrag aus eigener Tasche bezahlen – also auch den Anteil für Arbeitgeber. Daher sind derzeit mehr als 90 Prozent der Beamten privat krankenversichert.

Der Markt für Beihilfetarife entwickelte sich 2018 mit einem leichten Plus. Doch das könnte sich bald ändern. „Zwar können Beamte zu Beginn ihrer Laufbahn frei zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung entscheiden“, argumentierte die Linksfraktion in der Begründung zu einem Gesetzesantrag bei einer Anhörung im Innenausschuss des Bundestags Anfang April.

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Sie seien aber gezwungen, die private Krankenversicherung zu wählen, da ihnen sonst finanzielle Nachteile erwüchsen. Daher sollten neue Beamte und jene, die bereits gesetzlich versichert sind, eine pauschale Beihilfe als eine Art Arbeitgeberzuschuss zur GKV erhalten.

Bereits im August 2018 hatte Hamburg diese Regelung eingeführt. Und ein halbes Jahr später erhielten etwa 1000 der insgesamt 40.000 beamteten Staatsdiener der Hansestadt diese Förderung. Der große Run ist damit zwar ausgeblieben. Dennoch wollen jetzt mehrere Länder Beamten den Eintritt in die GKV erleichtern.

Konkrete Pläne gibt es dazu in Berlin, Thüringen, Brandenburg und Bremen. „Die Idee der pauschalen Beihilfe sollte weder im Bund noch in den Ländern weiter verfolgt werden, weil dies zu Rechtsunsicherheiten, zu Irritationen und zu einem höheren Mittelbedarf führt“, warnt aber Friedhelm Schäfer vom Beamtenbund DBB.

Aufnahmepflicht bei Beamten

„Unterm Strich kann für Beamte die gesetzliche Krankenversicherung durchaus eine Lösung sein, wenn sie etwa eine Familie mit vielen Kindern haben und/oder wenn wegen Vorerkrankungen und eines hohen Einstiegsalters der Beitrag für eine PKV sehr hoch wäre“, rät der Bund der Versicherten. Für die meisten dürfte die private Krankenversicherung wegen der Beihilfe und des deutlich höheren Leistungsniveaus attraktiver bleiben.

Wer nach seiner Verbeamtung heiratet, kann dem Ehepartner einen Vorteil bieten: Bei Beamten und deren engen Angehörigen darf die private Krankenversicherung bei Vorerkrankungen zwar einen Risikoaufschlag berechnen, doch dieser ist auf 30 Prozent gedeckelt. Hohe Zuzahlungen aufgrund etwaiger Vorerkrankungen sind somit ausgeschlossen, auch wenn das Risiko für den Versicherer steigt.

Zudem besteht für Beamtenanfänger Kontrahierungszwang: Private Krankenversicherungen dürfen Antragsteller mit Vorerkrankungen nicht ablehnen. Diese Regelung gilt allerdings nur für die Tarife, deren Leistungen auch in der jeweiligen Beihilfeverordnung eingeschlossen sind, nicht für Beihilfeergänzungstarife und Krankenhaustagegelder.

Auch für Beamte auf Widerruf haben Versicherer seit Jahresbeginn eine Aufnahmegarantie ausgesprochen. Sie können kostengünstige Anwärtertarife abschließen. Diese wandeln sich nach der Verbeamtung in vollwertige Beamtentarife um. Versicherungsberater Stefan Albers rät: „Doch sollten sie sich nicht von den günstigen Beiträgen blenden lassen, sondern sich an den besten Tarifen der privaten Krankenversicherer für Beamte orientieren.“

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