Benachteiligung von Kassenpatienten Gröhe will gegen lange Wartezeiten vorgehen

Überlange Wartezeiten für Kassenpatienten sind in deutschen Arztpraxen kein Einzelfall. Ein Grund: Die Liebe der Deutschen zum Arztbesuch. Nun kündigt Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe Gegenmaßnahmen an.
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Kassenpatienten, die den Arzt aufsuchen, müssen sich auf lange Wartezeiten einstellen. Nun Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ein Limit setzen. Quelle: dapd

Kassenpatienten, die den Arzt aufsuchen, müssen sich auf lange Wartezeiten einstellen. Nun Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ein Limit setzen.

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Frankfurt/MainKassenpatienten werden in deutschen Arztpraxen im Vergleich zu Privatpatienten weiterhin bei der Terminvergabe benachteiligt. Durchschnittlich müssten gesetzlich Versicherte fünf Wochen auf einen Facharzttermin warten, Privatversicherte dagegen nur zweieinhalb, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) kündigte Gegenmaßnahmen an.

Die „FAS“ berief sich in ihrem Bericht auf eine Studie mit 120 Testanrufen bei Facharztpraxen in ganz Deutschland. Dabei seien 20 Anrufer komplett abgewiesen worden, 30 Anrufer hätten einen Termin bekommen, der mehr als vier Wochen in der Zukunft lag. Bei Kassenpatienten mussten demnach sogar mehr als die Hälfte (57 Prozent) länger als vier Wochen warten. Bei den Privatpatienten sei dies nur jedem Vierten so ergangen.

„Überlange Wartezeiten sind leider kein Einzelfall“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) dazu der „FAS“. Er will gegen die teilweise langen Wartezeiten für Kassenpatienten vorgehen und eine Termin-Vergabe binnen vier Wochen zwingend vorschreiben. Union und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen Servicestellen einrichten sollen, über die gesetzlich Versicherte innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin erhalten sollen.

Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, sagte der Zeitung, Studien zeigten, dass das Thema Wartezeiten kein bundesweites Problem sei. Gleichzeitig gab er gegenüber der Zeitung zu: „Die Praxen in Deutschland sind voll.“ Ein Grund dafür sei die Liebe der Deutschen zum Arztbesuch. „Jeder Bürger sucht im Durchschnitt 17mal im Jahr einen Arzt auf“, sagte Gassen. „Mit diesem Wert liegen wir weltweit an der Spitze.“

Der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, Florian Lanz, machte dagegen die Ärzte für die Misere bei den Terminen verantwortlich. So würden von vielen niedergelassenen Fachärzten für Kassenpatienten nur „überschaubare Sprechzeiten“ angeboten. „Es kann nicht sein, dass die gesetzlich Versicherten den Löwenanteil aller medizinischen Leistungen finanzieren und gleichzeitig am längsten warten müssen“, kritisierte Lanz.

  • afp
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1 Kommentar zu "Benachteiligung von Kassenpatienten: Gröhe will gegen lange Wartezeiten vorgehen"

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  • Herr Gröhe will was ändern ? Bevor sich durch ihn was ändert ist sogar die deutsche Staatsverschuldung auf o gebracht worden. Von der erzählte Gröhe ja ständig wie solide die doch seien. Also so einer hat wirklich weder Ahnung noch den nötigen Weitblick.

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